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Uniklinikum bleibt bei der Rhön-AG

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Artikel vom 14.09.2013 - 09.48 Uhr

Uniklinikum bleibt bei der Rhön-AG

Gießen (si). Die Nachricht, dass die Rhön-Klinikum AG den Großteil ihrer Krankenhäuser an den Konkurrenten Fresenius/Helios verkauft hat, hat am Freitag nicht nur die Finanzwelt überrascht.

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© Red
Dort schlug die Meldung vom »europaweit größten privaten Klinikumsbetreiber«, der jetzt entsteht, wie eine Bombe ein und sorgte für riesige Handelsumsätze und Kursausschläge. Auch die heimische Politik und nicht zuletzt die Beschäftigten des Universitätsklinikums in Gießen und Marburg, das mehrheitlich zum Rhön-Konzern gehört, fragten sich: »Was heißt das für das UKGM?« Das Großkrankenhaus werde Basis der »neuen Rhön«, hatte das Rhön-Klinikum kurz nach Mitternacht in einer Börsenpflichtmitteilung bekanntgegeben.

Ein inhaltlich nahezu identisches Schreiben ging dann wenig später an die deutschlandweit 43 000 Mitarbeiter des Rhön-Konzerns. Auch die 9700 Uniklinikums-Bediensteten fanden die Nachricht morgens in ihrem elektronischen Postfach.

Fakt ist zunächst: Das Uniklinikum wird nicht verkauft, sondern bleibt bei der Rhön AG – gemeinsam mit neun Krankenhäusern, die am Firmensitz in Bad Neustadt sowie in Bad Berka (Thüringen) und Frankfurt/Oder (Brandenburg) stehen. »Spitzenmedizinische Vollversorgung in einem wissenschaftlich-universitären Umfeld« wolle Rhön künftig bieten. »Das ist ein gutes Signal für uns«, so der Kommentar des UKGM-Geschäftsführungsvorsitzenden Martin Menger. Gießen/Marburg werde mit den übrigen Standorten eng verzahnt und dann »führend werden in der Ausbildung sowie der Fort- und Weiterbildung unserer Ärzte«.

Profitieren soll das Haus auch von der Vereinbarung, dass Rhön und Fresenius eine enge Zusammenarbeit vereinbart haben. Dazu wird ein medizinisches Netzwerk gebildet, in das beide Unternehmen in den nächsten fünf Jahren 40 Millionen Euro einbringen wollen. Menger erwartet, dass das Klinikum nun mit weiteren Investitionen rechnen kann. Einzelheiten müssten in den kommenden Monaten geklärt werden, sagte Sprecher Frank Steibli der Gießener Allgemeinen Zeitung.

Die hessische Landesregierung begrüßte die Neuausrichtung des Rhön-Konzerns. Für das Land – das 95 Prozent der UKGM-Anteile hält – ändere sich erst einmal nichts. Er stärke aber die Möglichkeiten für Investitionen, sagte Ulrich Adolphs für das Wissenschaftsministerium auf GAZ-Anfrage. Das Land befinde sich »in konstruktiven Gesprächen mit Rhön und UKGM und erwartet, dass dies so bleibt«. Der Gießener Universitätspräsident Joybrato Mukherjee wollte den Vorgang auf Nachfrage nicht kommentieren.

Betriebsrat zurückhaltend

Der Gießener Klinikums-Betriebsratsvorsitzende Klaus Hanschur äußerte sich zurückhaltend. Er bedauere, dass die Arbeitnehmerseite nicht an den Verkaufsgesprächen beteiligt gewesen sei, sagte er dieser Zeitung. Die neue Lage müsse in den kommenden Tagen gründlich analysiert werden. Das Thema werde sicherlich in der nächsten Woche eine große Rolle bei der Sitzung des Konzernbetriebsrats spielen. Dort werde sich der Rhön-Vorstandsvorsitzende Martin Siebert einige kritische Fragen anhören müssen, meinte Hanschur.



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