Uni-Kinderklinik betreut kriegsversehrte Kinder aus Afghanistan
Gießen (so). Eine Granate war es, versteckt in einem Teddybären, der scheinbar herrenlos auf einem Feld lag. Als das Plüschtier explodierte, starben zwei Kinder, mehrere wurden schwer verletzt. So auch Hamida.
Der Arm der kleinen Hamida bedarf einer weiteren Operation.
Das Mädchen aus Afghanistan ist derzeit erneut in der Gießener Uniklinik, um am rechten Arm operiert zu werden. Denn es stecken Granatsplitter im Gewebe, der Arm war mehrfach gebrochen, und als Folge kam eine schwere Knochenentzündung hinzu. Als das Kind im vergangenen August erstmals in Gießen war, sah es fast so aus, als sei der Arm nicht zu retten. Doch Oberarzt Dr. Ralf Kraus und seine Kollegen aus der Unfallklinik haben alles Erdenkliche getan, um eine Amputation zu vermeiden. Jetzt allerdings steht eine Folgeoperation an, denn ein Bruchspalt im Unterarm ist nicht wie gewünscht verheilt, und der Arm kontrahiert - das führt zu einer Fehlhaltung auch in den Schultern. Für die weitere Behandlung werden noch Unterstützer gesucht.
Wie schon im vergangenen Spätsommer und Herbst wohnt Hamida bei Pflegeeltern: Eine Assistenzärztin der Kinderklinik, die schon mehrfach unterstützend dabei geholfen hat, schwer verletzte afghanische Kinder für eine Behandlung nach Deutschland zu vermitteln, nahm sie bei sich auf. Glücklicher Zufall: Die Assistenzärztin spricht die afghanische Amtssprache Dari und auch etwas Paschtu, die Muttersprache von Hamida. So ist eine Verständigung möglich. Zudem lernt die Kleine, die im Caritas-Kindergarten »Bernhard Itzel« Aufnahme fand, außerordentlich schnell Deutsch. Mit der Familie des Mädchens - Eltern, acht Schwestern und vier Brüder - wird regelmäßig telefonischer Kontakt gehalten.
Prof. Klaus-Peter Zimmer, Leiter der Kinderklinik, sowie die Oberärzte der Allgemeinpädiatrie stellten die nötigen Anträge, der Verein »Kinder brauchen uns« kümmerte sich um Visum und Flug, um Hamida nach Gießen zu bringen. Für den ersten Klinikaufenthalt stellte das Klinikum 10 000 Euro zur Verfügung. Die Weiterbehandlung ist elementar notwendig, sind sich die Ärzte einig - doch dazu bedarf es eines neuerlichen stationären Aufenthaltes und weiterer Operationen, die durchgeführt werden sollen, sobald sich der Allgemeinzustand des Kindes etwas gebessert hat, denn Hamida war stark untergewichtig. Das Klinikum, das zurzeit auch die Kosten für die Behandlung zweier weiterer afghanischer Kinder trägt, stellt noch einmal 2000 Euro zur Verfügung. Da sich der Eingriff jedoch als weitaus umfangreicher darstellt als zunächst erhofft, reicht diese Summe bei weitem nicht aus.
Zum Decken der Kosten bitten Ärzte und Pflegeeltern um Unterstützung und Spenden - nach Möglichkeit über das Spendenkonto des Vereins »Kinder brauchen uns«, der auch Spendenquittungen ausstellen kann.
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