Ungeachtet der Debatte: Arbeiten für Sportplatz Miller Hall angelaufen
Gießen (mö). Ungeachtet der laufenden Debatte um die Kosten und den Sinn des Baus einer neuen Außensportanlage an der Miller Hall haben die ersten Arbeiten für dieses Projekt am Dienstag begonnen. Grundlage ist ein vom Magistrat bereits im November vergangenen Jahres vergebener Auftrag in Höhe von über 800 000 Euro.
Mit Vermessungsarbeiten und ersten Baggerbewegungen begannen am Dienstag die Arbeiten zum Bau einer Sportanlage an der Miller Hall. (Foto: Schepp)
Baudezernent Thomas Rausch (CDU) sagte, in dem Auftrag seien die Arbeiten für das Kernstück der Anlage, einen Fußballplatz mit Kunstrasen, enthalten. Mit den Arbeiten wäre längst begonnen worden, wenn es die Witterung zugelassen hätte. Auch andere Baustellen seien erst jetzt eröffnet worden. Ein zeitlicher Zusammenhang mit der Debatte der letzten Tage bestehe nicht.
Derweil hat Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz (SPD) am Dienstag in ihrer Pressekonferenz erläutert, warum sie in einem Schreiben an die Fraktionsvorsitzenden die Notwendigkeit des Projekts aufgrund gestiegener Investitions- und zu erwartender Folgekosten Ende vergangener Woche noch einmal hinterfragt hatte. Natürlich sei sie nicht dagegen, dass Sportplätze gebaut würden, aber es müsse ihr als Stadtkämmerin angesichts der angespannten Haushaltslage noch erlaubt sein, Fragezeichen zu setzen, wenn Kosten stiegen, Nutzungsoptionen wegfielen und Einschränkungen der Sportplatznutzung drohten.
Nach einer Berechnung der Stadtkämmerei aus dem vergangenen Jahr wird die Sportanlage die Stadt langfristig rund 2,4 Millionen Euro kosten. In dieser Summe enthalten sind die auf die Stadt entfallenden Investitionskosten und die damit verbundene Kreditfinanzierung sowie die Folgekosten durch den Betrieb der Anlage, gerechnet auf 30 Jahre. Noch nicht enthalten sind die Kosten, die nunmehr durch den Neubau eines Funktionsgebäudes entstehen, das rund 300 000 Euro kosten soll.
Widersprochen hat Grabe-Bolz Äußerungen aus der Koalition, bei den 630 000 Euro, die vom Land Hessen im Rahmen des Sonderinvestitionsprogramms kommen, handele es sich um einen Zuschuss. Tatsächlich gehe es um ein Darlehen, an dessen Tilgung sich die Stadt beteiligen müsse und für das Zinsen gezahlt werden müssten. Zusammen ergebe sich für die Stadt eine langfristige Belastung in Höhe von über 430 000 Euro. Ihr sei es mit ihrem Schreiben an die Fraktionsspitzen vor allem darum gegangen, die über die Haushaltshoheit verfügende Stadtverordnetenversammlung für die langfristigen Folgen einer Investitionsentscheidung zu sensibilisieren, betonte Grabe-Bolz.