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Über 120 000 Besucher beim Stadtfest

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Artikel vom 21.08.2011 - 22.18 Uhr

Über 120 000 Besucher beim Stadtfest

Gießen (srs). Bei idealem Partywetter feierten am Wochenende nach Angaben der Stadt über 120 000 Besucher das 27. Gießener Stadtfest, dass neue Bühnen und am Kirchenplatz Julia Neigel bot, die am Samstagabend allein 5000 Fans anlockte.

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Gießens Grüner Hügel – Von der »Green Hill«-Bühne in der Mühlstraße wird angeheizt. Fotos: Oliver Schepp
Formvollendet verneigte sich Julia Neigel vor ihrem Publikum. Dann sank die Sängerin auf die Knie, gab Zuhörern in den vorderen Reihen die Hand – und rief lauthals ins Mikrofon: »Der Sommer ist da.« Über 5000 Menschen auf und rund um den Kirchenplatz reckten die Arme in die Höhe, applaudierten und lauschten den Liedern der Künstlerin, die vor 24 Jahren mit dem Hit »Schatten an der Wand« nationale Bekanntheit erlangte. Ihr Konzert bildete am Samstagabend einen Höhepunkt des 27. Gießener Stadtfests. Bei herrlichem Wetter strömten Zehntausende Menschen während des Wochenendes durch die Fußgängerzone, in der sie von Freitag bis Sonntag von knapp 100 Musik- und Tanzgruppen auf acht Bühnen unterhalten wurden.

Zwei Stunden lang eroberte Neigel die Bühne auf dem Kirchenplatz, intonierte unter anderem Stücke aus ihrem nach langjähriger Schaffenspause entstandenen Album »Neigelneu«. Mit ihrer kraftvollen und rauchigen Stimme gewann die 45-jährige das Publikum. Die Künstlerin wirbelte auf der Bühne, sprang einmal hinunter, rannte auf Tischen in Richtung Kirchenturm und animierte die Zuhörer, einzustimmen. »Heute ist ein perfekter Tag«, gab sie den Besuchern auf den Weg. »Habt Lust, euch wohlzufühlen.«

Überwiegend trugen die auftretenden Gruppen auch in diesem Jahr wieder altbekannte Gassenhauer vergangener Dekaden vor. Gleichzeitig sind in den letzten Jahren auf dem Stadtfest zunehmend namhafte Bands vertreten, die selbst geschriebene, originelle und frische Musik präsentieren und so vor allem ein jugendliches Publikum anziehen – insbesondere auf der Bühne des Musikkellers »Ulenspiegel« sowie nun erstmals in der Mühlstraße. Dort drängten sich am späten Samstagabend über 1000 Menschen zu einem Konzert der aus Gießen stammenden Hip-Hop-Formation »Jona:S«, viele Besucher standen mangels Platz in der Bahnhofstraße. Vor zwei Monaten hatte »Jona:S« noch auf dem Festival »Rock am Ring« ein Gastspiel gegeben. Auf dem Stadtfest erklärten sie ihrer Heimat die Liebe. »Kommt mal runter«, forderte Frontmann Jonas Schubert die Zuhörer zum letzten Song scherzhaft auf, die sich daraufhin vor der Bühne im Schneidersitz niederließen, dann auf Schuberts Zeichen wieder aufsprangen und zu den Beats auf und ab hüpften. Die Mühlstraße erbebte.

Verlängerung im »Ulenspiegel«

Im Biergarten des »Ulenspiegel« saßen und standen die Gäste rund um einen vor der Bühne in die Höhe ragenden und sich gleichzeitig ehrerbietig zur Seite neigenden Speierling. »Immer schlimmer« sangen die »Mobylettes« im Stil der 60er Jahre über die Liebe. Der Bassist der Gruppe »Mon Petit Chou Chou«, Arlo Ibisch, verabschiedete sich mit den Worten: »Danke, dass ihr alle da ward, obwohl ihr bei dem Wetter eigentlich alle am See sein solltet.« Die Sperrstunde um 23 Uhr bedeutete hier nicht das Ende der Livemusik. Bands wie »No Excuses« und »Sushimob« setzten im Inneren des Musikkellers den Abend fort.

Eine neue Bühne stand auch in der Sonnenstraße. Das Trio »Passione Italiana« sang zu Klängen aus der Konserve Lieder wie »Buena sera« und »Sempre tu«, während die Gäste in Pizzastücke bissen und Rotwein nippten. »In der Sonnenstraße war bisher immer tote Hose. Jetzt ist hier Leben«, hielt der Geschäftsführer der Pizzeria in der Sonnenstraße fest, der die Bühne initiiert hatte und dessen Name allein Musikalität verströmt: Luigi Mastroianni.



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Artikel vom 21.08.2011 - 22.18 Uhr
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