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US-Investmentgesellschaft kauft neue Hauptpost

Artikel vom 26.02.2010 - 08.00 Uhr

US-Investmentgesellschaft kauft neue Hauptpost

Gießen (pd). Die Hauptpost gehört nicht mehr der Deutschen Post. Das Unternehmen hat den 10 000 Quadratmeter großen Komplex in der Bahnhofstraße an den US-Investoren »Lone Star« verkauft.
Die im Jahr 1993 eröffnete Hauptpost in der oberen Bahnhofstraße gehört seit 2008 der US-Investmentgesellschaft »Lone Star«.	(Fo
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Die im Jahr 1993 eröffnete Hauptpost in der oberen Bahnhofstraße gehört seit 2008 der US-Investmentgesellschaft »Lone Star«. (Foto: Schepp)
Das bestätigte am Donnerstag auf Anfrage der Allgemeinen Alexander Böhm. Über den Kaufpreis für das im Jahr 1993 feierlich eröffnete Gebäude vermochte der Postsprecher nichts zu sagen. Das Gießener Post-Areal gehört nämlich zu einem Paket von insgesamt 1300 Immobilien, die 2008 für eine Milliarde Euro an den US-Investoren veräußert wurden.

Die Investmentgesellschaft »Lone Star«, der unter anderem auf den Erwerb »notleidender Kredite« spezialisiert ist, hat in Gießener bereits an anderer Stelle auf sich aufmerksam gemacht. Vor einigen Jahren hat die US-Fondsgesellschaft mit der Allgemeinen Hypothekenbank Rheinboden in Frankfurt einen Gläubiger der Gießener »Dern-Passage« übernommen, der selbst in die roten Zahlen geraten war.

Die Post, die in der Bahnhofstraße weiterhin einen Filialbetrieb und einen Zustellstützpunkt unterhält, ist inzwischen Mieter in ihrem ehemaligen Eigentum. Der Vertrag läuft bist 2013. Danach werde entschieden, ob das Mietverhältnis verlängert wird, sagte Born, der davon ausgeht, dass die Post die Filiale auch nach Ablauf dieses Termins betreiben wird.

Schon vor der Fertigstellung des damals 75 Millionen Mark teuren Neubaus stand das Projekt unter keinem guten Stern. Von der Idee bis zur Verwirklichung der neuen Hauptpost waren über 30 Jahre ins Land gegangen. Und als der damalige Vorstandsvorsitzende der Generaldirektion »Postdienst«, Klaus Zumwinkel, im Februar 1990 den Grundstein für den Neubau legte, zeichnete sich bereits ab, dass das Gebäude inzwischen zu groß dimensioniert war für die inzwischen geänderten Bedürfnisse der Post. Das Gros der eigentlich für Gießen vorgesehenen Aufgaben sollte nämlich wenige Jahre später in das Briefverteilzentrum Langgöns abwandern - mit der Folge, dass in der Bahnhofstraße ein Großteil der Nutzfläche leer stand. Daran sollte sich auch in den folgenden Jahren nichts ändern. Schon wenige Jahre nach der Einweihung des Gebäudes versuchte die Post, die Immobilie wieder zu verkaufen. Lange Zeit erfolglos. Auch Verhandlungen mit dem Landkreis, der schließlich von der Ostanlage an die Rivers-Automeile zog, waren am Ende gescheitert.

Zu den Mietern gehörte auch das Staatliche Schulamt, das sieben Jahre lang sein Domizil in der Bahnhofstraße hatte. »Im Haus gab es immer riesige Leerstände«, erinnerte sich Schulamtsleiter Heinz Kipp im AZ-Gespräch. Die Post sei ein »sehr schwieriger« Vermieter gewesen, so der Schulamtsdirektor, der auf langwierige und letztlich vergebliche Versuche verwies, mehr Parkplätze in der größtenteils verwaisten Tiefgarage für Schulamtspersonal zu erhalten.

Auch heute steht ein großer Teil der Fläche in dem vierstöckigen Gebäude leer. Zu den Mietern gehören außer der Post ein Fitnessstudio sowie der Landesverband der Freien Wähler.

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Artikel vom 26.02.2010 - 08.00 Uhr
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