Gießen (mö). Der Ehemann von Intendantin Cathérine Miville soll im Auftrag des Stadttheaters für längstens ein Jahr das Management der GmbH verstärken und betriebswirtschaftlich beraten.
Peter Miville, Geschäftsführer der in München ansässigen K & V Management Consulting Group GmbH, habe einen entsprechenden Vertrag erhalten, teilte Kulturdezernent Harald Scherer (FDP), Vorsitzender des Aufsichtsrats der Stadttheater GmbH, am Mittwoch vor Journalisten mit, nachdem Redakteure der beiden Gießener Tageszeitungen am Dienstag von der Personalie erfahren und mit Nachforschungen begonnen hatten. Scherer und Miville stellten die Verpflichtung des Unternehmensberaters als alternativlos dar. Bemühungen, ein »betriebswirtschaftliches Beibötchen« (Miville) für das Verwaltungsdirektorat zu finden, seien zuvor allesamt gescheitert.
Intendantin Miville betonte, dass ihr und allen anderen Beteiligten die Brisanz dieser personellen Konstellation von Anfang an vollauf bewusst gewesen sei: »Wir wussten ganz genau, was das auslösen wird«. Dass dieses Bewusstsein einerseits da sei und niemand daran gedacht habe, »die Sache unter den Teppich zu kehren« (Scherer), zeige andererseits den dringenden Handlungsbedarf, das stadteigene Theaterunternehmen im Bereich Rechnungswesen/Controllig besser aufzustellen.
Bereits seit Frühjahr 2008 seien sich Miville, die auch Geschäftsführerin der Theater GmbH ist, und ihr damaliger Verwaltungsdirektor Thomas Walter einig gewesen, vorübergehend eine Teilzeitkraft zur Überprüfung und zum Reportung betriebswirtschaftlicher Abläufe einzustellen. Es habe bereits eine entsprechende Ausschreibung gegeben, da habe Walter überraschend gekündigt. Daraufhin habe man sich entschlossen, einen neuen Verwaltungsdirektor mit »hauptsächlich betriebswirtschaftlichen Kompetenzen« zu engagieren. Unter den Bewerbern habe sich dann aber kein Betriebswirt mit Theatererfahrung befunden, »erfreulicherweise« mit dem amtierenden Verwaltungsdirektor Wolfgang Schwerdtfeger aber ein theatererfahrener Jurist. Der seinerzeit als Ergänzung zu Schwerdtfeger vorgesehene Betriebswirt sei dann kurzfristig abgesprungen, eine weitere Ausschreibung ohne Erfolg geblieben. Auch die folgende Ausschreibung der Aufgabe nach den letzten Theaterferien habe - nach drei Gesprächsrunden mit Bewerbern - zu keinem zufriedenstellenden Ergebnis geführt.
Um »sehr zeitnah« zu einer Lösung zu kommen, wie Miville erläuterte, habe sie dann bei Verwaltungsdirektor Schwerdtfeger und Albert Zetsche, dem Vertreter des Landes Hessen im Aufsichtsrat der Theater GmbH, vorgefühlt, ob eine projektbezogene Mitarbeit ihres mit dem Theatergeschäft bestens vertrauten Ehemanns denkbar sei. Schwerdtfeger, Zetsche, aber auch die Mitglieder des Aufsichtsrats, dem neben Scherer unter anderem auch die künftige Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz (SPD) angehört, hätten sich zu dieser Lösung positiv geäußert, sagte Miville. Darüberhinaus habe ihr Zetsche versichert, dass es vergleichbare familiäre Konstellationen auch an anderen hessischen Theatern gebe. Wie Scherer ergänzte, entspreche das Honorar für Peter Miville den finanziell beschränkten Möglichkeiten der Theater GmbH. Die Vertragsbedingungen seien »sehr. sehr moderat«. Die Vergütung liege etwas über der eines Sachbearbeiters, so die Intendantin.
Die Gesellschaft von Peter Miville hat ihren Sitz in München und ein Büro in Bonn. Laut einer Internet-Quelle sind für K & V fünf feste und 20 freie Mitarbeiter tätig.
Das BID Marktquartier will dauerhaft ein Kinderkarussell auf den
Marktplatz stellen. Damit soll die Trinkerszene verdrängt werden. Was
halten Sie davon?