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Tausende demonstrieren gegen NPD-Aufmarsch

Artikel vom 18.07.2011 - 08.30 Uhr

Tausende demonstrieren gegen NPD-Aufmarsch

Gießen (mö). Rund 2000 Menschen empfangen 130 Teilnehmer der NPD-Demonstration am Samstag Mittag mit Sprechchören. Gießen protestiert lautstark aber friedlich gegen die Neonazis. Festnahmen gibt es allerdings nach den Randalen in der Licher Straße.

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Tausende protestierten in Gießen gegen die Demonstranten der NPD. Foto: Schepp
»Nazis raus, Nazis raus, haut ab, haut ab«! Es ist der seit Jahren größte Sprechchor Gießens, der am Samstagmittag hinter einer Dreifachsperre aus Gittern, Polizeibeamten und Mannschaftswagen am Oswaldsgarten in der prallen Sonne steht. Zusammen sind es etwa 2000 Menschen, die im Kreuzungsbereich und hinter einer weiteren Polizeisperre in der Neustadt die gut 130 Teilnehmer einer Demonstration der rechtsextremen NPD mit einem kollektiven Schrei der Empörung empfangen. Eskortiert von Bereitschaftspolizei ziehen die Neonazis über die Westanlage zur Sachsenhäuser Brücke, wo sie eine Kundgebung abhalten und ihre Tiraden gegen das Gesellschaftssystem der Bundesrepublik mit ohrenbetäubendem Lautsprecherlärm verbreiten. Näher werden sich die in ihrer Mehrheit glatzköpfigen Rechten und ihre Gegner an diesem Tag nicht mehr kommen.

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Demo-Samstag - Bilder eines Tages, den man in Gießen nicht so schnell vergessen wird. (Fotos: Schepp/mö)
Es sind Tausende von Menschen, die an diesem Samstag friedlich gegen den Aufmarsch der Hessen-NPD protestieren. Während es am Rand deren Route bis zu 3000 Personen sein dürften, werden die ungebetenen Gäste zeitgleich beim Straßenfest »Gießen bleibt bunt« von weiteren 1500 Menschen sozusagen aus der Stadt hinaus gefeiert (Seite 17).

Auch die Polizei spricht in ihrer Bilanz von einem »überwiegend friedlichen« Verlauf,. Neben den bei Massenveranstaltungen üblichen Personalienfeststellungen und Platzverweisen wird das positive Gesamtbild allerdings durch einen Vorfall in der Licher Straße getrübt. Dorthin hat sich gegen 13.45 Uhr eine Gruppe Vermummter begeben, die an dem Haus der Studentenverbindung »Chattia« und der Volksbank-Filiale schwere Sachbeschädigungen anrichtet. Unter anderem werden ein Geldautomat zerstört und Fensterscheiben mit massiven Steinen eingeworfen. Im Haus der Studentenverbindung soll sich zum Zeitpunkt des Vorfalls eine Putzhilfe aufgehalten haben, die aber unverletzt bleibt. Der Gesamtschaden wird von der Polizei auf 150 000 Euro geschätzt. Vor der Bankfiliale streuen die Täter sogenannte Krallenfüße aus. Im Zusammenhang mit dieser Randale werden später fünf Personen aus dem Frankfurter Raum im Alter zwischen 21 und 24 festgenommen.

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Rund 1800 Demonstranten protestierten am Oswaldsgarten über den Aufmarsch der NPD. (Foto: Schepp)


Die hat in den Morgenstunden ein Großaufgebot in der westlichen und nördlichen Innenstadt sowie im Bahnhofsbereich zusammengezogen, darunter Einheiten aus vier Bundesländern und der Bundespolizei. Bereits ab sieben Uhr sind ganze Bereiche der Stadt gesperrt, darunter die beiden Lahnbrücken. An den Sperren lässt die Polizei nach einer Personenkontrolle nur Anwohner passieren.



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Artikel vom 18.07.2011 - 08.30 Uhr
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