Gießen (bri). Vier mittelhessische Teilnehmer kämpften am Wochenende um die fünfte Offene Deutsche »Tantrix«-Meisterschaft, doch sie mussten sich der starken ausländischen Konkurrenz geschlagen geben. Trotzdem ließen sich Jonathan Schmidt aus Gießen, der Wettenberger Andreas Laufer sowie Susanne Rieger und Klaus Quecke aus Bischoffen nicht die Freude an dem Geschicklichkeits-Wettbewerb nehmen.
Bei »Tantrix« ist volle Konzentration gefordert: Der einziger Gießener Teilnehmer Jonathan Schmidt (l.) mit seinem norwegischen Mitstreiter Carl Frederik Tjerjansen. (Foto: bri)
29 Teilnehmer aus acht verschiedenen Nationen, darunter Ungarn, Holland und Frankreich, kämpften am Samstag und Sonntag im Mathematikum um den ersten Platz in dem Strategiespiel. Obwohl ihnen immer wieder interessierte Besucher über die Schulter schauten, ließen sich die Tüftler nicht in ihrer Konzentration stören.
Bei »Tantrix« sitzen sich jeweils zwei Spieler an einem Tisch gegenüber und legen aus 56 schwarzen Rechtecken mit roten, blauen, gelben und grünen Linien schlangenförmige Muster. Ziel ist es, die längste Linie oder größte Schleife zu konstruieren. Jeder Spieler muss immer sechs der rechteckigen Steine aufgedeckt vor sich ausgelegt haben, abwechselnd werden dann die Steine an die Fläche gelegt. Für die Züge hat jeder Spieler 20 Minuten Zeit, überzieht er diese, erhält er Strafpunkte.
Der Organisator der Deutschen Meisterschaften, Klaus Quecke aus Bischoffen, und seine Lebensgefährtin Susanne Rieger ließen sich nach eigenen Angaben bei einem Neuseelands-Urlaub von dem dort erfundenen Spiel »infizieren«, 2003 starteten sie einen Vertrieb für Deutschland, Österreich, Schweiz, Tschechien und die Slowakei. Susanne Rieger selbst gewann im vergangenen Jahr die offenen Meisterschaften in Neuseeland und trat nun in Gießen als große Favoritin an. Doch gegen die starke Konkurrenz hatte sie keine Chance und konnte sich nicht für die vorderen Plätze qualifizieren. Auch der einzige Teilnehmer aus Gießen, Jonathan Schmidt, konnte nicht ganz vorne mitmischen und landete auf den hinteren Rängen. Der Zwölftklässler nahm bereits das fünfte Mal an der »Tantrix«-Meisterschaft teil. Für Andreas Laufer aus Wettenberg war es der erste Wettstreit. Der 28-Jährige widmet sich nach eigenen Angaben in unregelmäßigen Abständen dem Geschicklichkeitsspiel und hatte sich »just for fun« angemeldet. Er kämpfte am Sonntag um die Plätze elf bis 20. »Damit habe ich mein Ziel erreicht«, sagte er augenzwinkernd. »Ich wollte nur nicht Letzter werden.« Susanne Rieger und Jonathan Schmidt waren nicht die einzigen »alten Hasen« bei dem Wettbewerb. Auch einige der ausländischen Spieler waren schon mehrfach mit von der Partie.
Die Offene Deutsche Meisterschaft fand seit ihrem Start 2005 fast immer in Gießen statt, nur im letzten Jahr wurde sie in Berlin ausgetragen. »Wir sind gerne wieder nach Gießen zurückgekommen, die Atmosphäre in dem Raum ist für das Spiel einfach ideal«, erklärte Susanne Rieger. Auch Mathematikum-Direktor Prof. Albrecht Beutelspacher stellt das Museum immer wieder gerne zur Verfügung. »Das Spiel passt gut in unser mathematisches Mitmachmuseum«, betonte er.
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