Gießen-Kleinlinden (pm). Der TSV Klein-Linden lehnt die »Zwangsverpflichtung« von Ehrenamtlichen im Sportverein zur Vorlage von erweiterten Führungszeugnissen ab. Damit werde eine ganze Gruppe »diskriminiert«, nämlich ehrenamtliche Helfer, heißt es in einer Pressemitteilung.
Vereinen werde es erheblich erschwert, Ehrenamtliche zu finden, da für die behördliche Vorstrafen-Auskunft der Gang zum Rathaus notwendig ist.
Sexueller Missbrauch von Kindern sei eines der schlimmsten Verbrechen, schreibt der Vorstand des Vereins. Prävention sei wichtig. »Was nicht notwendig ist, ist die Verbreitung von Hysterie und sinnloser Aktionismus. Letzteres geschieht aber gerade bei der Änderung der Förderrichtlinien für die Sportvereine in Gießen«, heißt es weiter. Das Zeugnis sei nur eine Momentaufnahme und nach einem Tag schon wieder Vergangenheit. »Keiner der Fälle, die jetzt nach Jahren ans Licht kommen, hätte durch die Abgabe eines Führungszeugnisses verhindert werden können.«
Wenn etwas getan werden solle, dann müssten Sportverbände und Vereine zunächst definieren, was Missbrauch ist: »Zum Beispiel die Hilfestellung beim Turnen?«, fragt der Vorstand. Man müsse Regeln für Übungsleiter aufstellen und Seminare durchführen, sowohl für Erwachsene als auch für Kinder.
Wie berichtet, hat der Jugendhilfeausschuss kürzlich beschlossen, dass nur noch diejenigen Vereine Zuschüsse von der Stadt erhalten, die für ihre ehrenamtlichen Mitarbeiter erweiterte Führungszeugnisse vorlegen. Diese sollen für die Antragsteller kostenlos sein.
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