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Studierende kritisieren Lehrbedingungen

Artikel vom 07.02.2012 - 07.51 Uhr

Studierende kritisieren Lehrbedingungen

Gießen (si). Studentenvertreter aus den Gesellschaftswissenschaften und der Lehramtsausbildung an der JLU haben in einer Pressemitteilung ein sehr kritisches Bild von den Studienbedingungen dort gezeichnet. Gerade in der Politikwissenschaft seien etliche Professuren und Mitarbeiterstellen seit Jahren nicht besetzt.

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Weitere Stellenkürzungen, auch bei den Hilfskräften, seien bereits angekündigt worden, heißt es in einer Pressemitteilung, die jetzt kurz vor Ende des Vorlesungen des Wintersemesters erschienen ist.

Die Lehre in den Gesellschaftswissenschaft ist demnach »hoffnungslos überlaufen«. In der Regel säßen »1300 Lehramtsstudierende mehrmals pro Woche« im größten Hörsaal der Universität, dem Audimax. Dort sei aber nur Platz für 1000 Personen. Viele Teilnehmer müssten deshalb auf dem Boden sitzen. In den Seminaren sei es »ähnlich schlimm«. »Seminare mit 60 und mehr Studierenden sind keine Ausnahme«, schreiben Philipp Kraneman, Benjamin Röhl Florian Hartmann und Sabine Repschläger.

Kritik kommt auch von der GEW Hessen. »Wie Lehrende, die acht Veranstaltungen mit jeweils bis zu 60 oder mehr Studierenden halten müssen, noch Zeit für Betreuung, Weiterbildung und Forschung finden sollen, ist mir ein absolutes Rätsel«, bemerkt Tobias Cepok, GEW-Referent für Jugendbildung, Hochschule und Forschung. Die Fachschaft Lehramt kritisiert außerdem, dass es Probleme bei den Staatsexamensprüfungen gebe – viele Lehramststudierende bekämen auf Grund der starken Belastung der Dozenten nicht den gewünschten, sondern einen ihnen unbekannten Prüfer. Das sei auch deshalb problematisch, weil Absolventen ohne Prädikatsexamen kaum Chancen auf einen Referendariatsplatz hätten. »Das öffentliche Schweigen gegenüber den praktizierten Zuständen und Problemen der Universitäten muss endlich ein Ende haben«, so die Studentenvertreter.

Das Präsidium weise schon seit längerem auf die große Überlast in der Lehre hin, sagte JLU-Präsident Prof. Joybrato Mukherjee auf Anfrage dieser Zeitung. In der Politikwissenschaft komme eine Sondersituation hinzu, dort seien vier Professuren derzeit nicht besetzt. Allerdings würden sie vertreten, und eine Berufungskommission arbeite an der Wiederbesetzung aller vier Stellen. Das bekräftigte auch Dekan Prof. Ludwig Stecher für die Gesellschaftswissenschaften. Beide äußerten sich überrascht, dass sich die Studierenden nicht zunächst an das Dekanat gewandt hätten – dies sei die richtige Adresse, sagten sie.

Präsident Mukherjee kündigte an, dass die Kritik beim nächsten Treffen mit dem Allgemeinen Studentenausschuss besprochen werde. Zur Lage und Verbesserung der Lehre werde es in den kommenden Wochen außerdem Gespräche zwischen dem Präsidium und allen Dekanaten geben.

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