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Studie zu transgener Gerste wird neu aufgelegt

Artikel vom 11.11.2008 - 22.00 Uhr

Studie zu transgener Gerste wird neu aufgelegt

Gießen (si). Der Gießener Biologe Prof. Karl-Heinz Kogel hat am Dienstag bestätigt, dass er in Mecklenburg-Vorpommern einen weiteren Freilandversuch mit gentechnisch veränderter Gerste plant. Das Feld befinde sich etwa 20 Kilometer von Rostock entfernt und sei auf Grund einer Kooperation mit der dortigen Universität ausgewählt worden.
Den Antrag beim Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit habe er vor drei Monaten gestellt. Mit einer Genehmigung rechne er nach Ablauf der Einspruchsfristen »ab Februar«. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung habe für die Jahre 2009/10 erneut Forschungsmittel bewilligt, sagte der am Institut für Phythopathologie und Angewandte Zoologie lehrende Wissenschaftler im Gespräch mit der Allgemeinen Zeitung.

Von dem auf eineinhalb Jahre angelegten Versuch in Groß-Lüdewitz erhofft sich der Wissenschaftler weitere Erkenntnisse darüber, wie gentechnisches verändertes Getreide unter dem Aspekt der Biosicherheit zu bewerten ist. Dabei sollen insbesondere Fragen beantwortet werden, die wegen der teilweisen Zerstörung des Feldes im Alten Steinbacher (2006/07) noch offen sind. So wird unter anderem neu geprüft werden, ob der Ertrag der gentechnisch veränderten Pflanzen im Vergleich zu konventionellen Sorten kleiner oder größer ist.

Das Interesse an Biosicherheitsforschung sei auch deshalb so groß, weil die Anbauflächen für gentechnisch veränderte Pflanzen jährlich um über zehn Prozent wüchsen und sich immer stärker gegenüber konventionellen Pflanzen durchsetzten, sagte Kogel. Die Forschung in Deutschland nehme bei der Zielsetzung, mögliche Probleme und Risiken der neuen Technik zu erkennen, international gesehen eine führende Rolle ein.

Bei ihrer Gießener Feldstudie war das Team um Kogel der Frage nachgegangen, ob Gerste durch geringfügige Veränderungen im Erbgut von nützlichen Bodenpilzen profitieren und gegen Krankheitserreger widerstandsfähiger werden kann. Das Projekt war noch zu Zeiten der rot-grünen Bundesregierung genehmigt worden. Kogel hatte den Versuch parallel in den Vereinigten Staaten über eine Kooperation mit der University of Washington (Seattle) durchführen lassen. Die Ergebnisse der gesamten Reihe sollen in einigen Monaten veröffentlicht werden.

Weitere Freilandversuche mit gentechnisch veränderten Pflanzen plant die Justus-Liebig-Universität laut Kogel in diesem Jahr nicht. Es werde insbesondere auch kein gentechnisch veränderter (BT-)Mais ausgesetzt. Das Institut für Pflanzenbau und Pflanzenzüchtung werde zwar weiterhin »Wertprüfungsversuche« für das Bundessortenamt durchführen, allerdings nur noch mit nichttransgenen Pflanzen, sagte Kogel, der auch JLU-Vizepräsident ist. Zuvor hatte die in Hannover ansässige Behörde entschieden, dass sie konventionelle und gentechnisch veränderte Pflanzen künftig getrennt anbauen lassen will. Ein von der Justus-Liebig-Universität betreutes Feld mit BT-Mais in der Gießener Weststadt hatten unbekannte Täter im vergangenen Jahr zerstört.

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