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Steht Kita des Uniklinikums vor der »Pleite«?

Artikel vom 19.08.2012 - 07.46 Uhr

Steht Kita des Uniklinikums vor der »Pleite«?

Gießen (kw). »Jetzt reicht’s«, finden die Erzieher und Erzieherinnen der »Villa Wunderland«. Seit zwei Jahren sieht sich die Betriebskindertagesstätte des Uniklinikums unterfinanziert.

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Erzieherinnen und Eltern fürchten um die Zukunft der »Villa Wunderland«. (Foto: Schepp)
Das vom Konzern Rhön-Klinikum getragene Universitätsklinikum Gießen und Marburg (UKGM) überweise nicht mehr die nötigen Zuschüsse. Nun stehe der Förderverein als Träger der Einrichtung vor der »Pleite«, sagt der Vorsitzende Norbert Weigelt. Gut ein Dutzend der 24 Mitarbeiter berichteten am Freitag bei einem Pressegespräch über ständige Zukunftsängste beim Personal wie auch bei den Eltern. »Wir wissen nie, wie es weitergeht«, so Leiterin Sybille Hoffmann.

Der Betrieb der Einrichtung mit derzeit 100 Plätzen kostet laut Fördervein aktuell etwa 840 000 Euro im Jahr. Ein Großteil davon wird vom Land und von der Stadt sowie von Elternbeiträgen finanziert. 27 Prozent muss die Firma bezahlen, deren Mitarbeiter – ob sie in der Stadt wohnen oder nicht – von der Einrichtung profitieren: Das verlangt das Jugendamt der Stadt Gießen bei jedem Betriebskindergarten. Das wären 226 000 Euro pro Jahr. In den ersten fünf Jahren nach der Privatisierung war das Klinikum laut Vertrag mit dem Land noch an die alten Regelungen gebunden. Im vergangenen Jahr zahlte es nur noch 156 000, dieses Jahr 216 000 Euro. Für 2013 gibt es noch keine Absprache.

Bisher hatten Förderverein, Personal und Elternbeirat auf eine langfristige Einigung mit der UKGM-Geschäftsführung gehofft. Doch die ständigen personellen Wechsel dort hätten das unmöglich gemacht, schilderten Weigelt und die Elternbeiratsvorsitzende Julia Wienhard. Bitten um ein Gespräch seien oft gar nicht beantwortet worden. Wenn doch einmal etwas vereinbart wurde, »kam wieder jemand Neues, und wir haben von vorn angefangen«, so Julia Wienhard. Dr. Christiane Hinck-Kneip und Martin Menger, die im April die Geschäftsführung übernommen haben, habe man noch nicht kennen gelernt. Um überhaupt die Gehälter zu bezahlen, habe der Verein alle Rücklagen aufbrauchen müssen.

Das Fass zum Überlaufen gebracht habe nun, dass die geplante Erweiterung der Kita ohne Erklärung von Seiten des UKGM kurzfristig geplatzt sei. Zwei Räume, die zum 1. August für die Betreuung von Schulkindern zugesagt gewesen seien, wurden nun doch nicht zur Verfügung gestellt; anscheinend, weil dort eine Sanierung in Höhe von etwa 7000 Euro nötig gewesen wäre. Folge: Die Kita hat wieder einen Aufnahmestopp verhängt und hangle sich nun von Tag zu Tag durch, um die Kinder provisorisch zu betreuen.

Den Hintergrund erläuterte Sybille Hoffmann: Viele Eltern nutzen die Einrichtung mit den optimalen Öffnungszeiten – 7 bis 17 Uhr, keine Ferien – weiter, wenn ihr Kind in die Grundschule kommt. Deshalb seien mittlerweile so viele Ältere in der Kita, dass die bisherige Altersmischung in den »Familiengruppen« aus dem Gleichgewicht geraten ist; das lasse das Jugendamt nicht zu.



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Artikel vom 19.08.2012 - 07.46 Uhr
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