Gießen (si). Das Gießener Ordnungsamt hat während des Stadtfestes am vergangenen Wochenende mehr als 60 Falschparker abschleppen lassen. Die Autobesitzer hätten Rettungswege versperrt, ihren Wagen widerrechtlich auf Sonderparkplätzen abgestellt oder den Verkehrsfluss massiv behindert.
Mehrere Abschleppfahrzeuge waren am Sonntag gleichzeitig in der Neuen Bäue (Foto) sowie im Bereich Sonnenstraße/Kanzleiberg im Einsatz. Sie nahmen ein Dutzend Autos an den Haken, die die Laufstrecke für den »Run ‘n ‘Roll for Help« versperrten. (Foto: Geck)
»Wir mussten handeln«, sagte Dezernent Thomas Rausch am Montag auf Anfrage dieser Zeitung. Nach seinen Angaben gab es die meisten Verstöße am Samstag, dem Haupttag des Festes, und am Sonntag, als etliche Fahrzeuge den »Run ‘n‘ Roll for Help« blockierten.
Auf der Laufstrecke habe das Ordnungsamt noch am Freitag jeden einzelnen Falschparker persönlich zu erreichen versucht, die Beschilderung mit dem absoluten Haltverbot sei schon Tage vorher aufgestellt worden. Die Stadt habe dabei ihre Pflichten mehr als erfüllt. In vielen Fällen hätten die Fahrer »beim Nachdenken schnell merken können, dass sie da nicht stehen dürfen«, meinte Rausch - etwa in der engen Weidengasse, einer Zufahrt zum Neuenweg. Dort wäre im Ernstfall die Feuerwehr eingefahren. Die Katastophe bei der Loveparade in Duisburg habe bei den Sicherheitsplanungen direkt zwar keine Rolle gespielt. »Aber natürlich denkt man daran«, sagte der Stadtrat.
»Absolut kein Verständnis« für die Falschparker hat Rausch auch deshalb, weil die nahe gelenenen Parkhäuser am Berliner Platz und am Alten Gaswerk an keinem der drei Tage voll belegt gewesen seien. Dort habe es zu jeder Zeit kostenlose Parkplätze gegeben. Darauf habe die Stadt vor dem Fest ausführlich hingewiesen, Besucher von außerhalb hätten sich nur am Parkleitsystem orientieren müssen.
Für die ertappten Verkehrssünder war das Stadtfest jedenfalls eine teure Angelegenheit. Schon das »Knöllchen« kostet sie bis zu 35 Euro, hinzu kommen Abschleppkosten von bis zu 235 Euro.
Sie irren sich, am Sonntag und abends ist das Abschleppen teurer, über 200 Euro (steht auch so in dem Bericht). Hab ich selbst schon bezahlt :-((
(25.08.2010 07:52)
T.R.
185
In Giessen zahlt mann 100Euro Abschleppkosten und 85 Euro straffe an die Stadtkasse !
(24.08.2010 20:53)
Gracchus
Faulheit
Also gut, wer denn so faul ist, ein paar Meter zu laufen und noch nicht mal das kostenlose Parkhaus annimmt, der soll auch zahlen ! Für Autofahrer, die Halteverbote ignorieren und Rettungswege versperren, können die "Gebühren" meiner Meinung nach gar nicht hoch genug sein. Mein PKW stand am Samstagmittag kostenlos im Parkhaus Am alten Gaswerk und ich bin trotz Arteriosklerose in den Beinen und daraus resultierender 60%iger Behinderung die paar Meter zum Stadtfest gelaufen !
(24.08.2010 12:56)
Max Mustermann
Gebühren fürs Abschleppen
Rettungswege freizuhalten ist äußerst wichtig. Die Gebühren klingen aber dennoch sehr hoch. Erst gestern habe ich im Fernsehen eine Bericht über die Abschlepppraxis in Hamburg gesehen, wo Gerichte mehrfach reine Abschleppgebühren von 250? gekippt haben und entschieden, dass ca. 150? das Maximum sei.