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Stadt wirbt im Internet mit abgerissenem Bogenbrückchen

Artikel vom 05.08.2012 - 07.25 Uhr

Stadt wirbt im Internet mit abgerissenem Bogenbrückchen

Gießen (mö). Er ist eine feine Sache, der virtuelle Stadtrundgang mit 360-Grad-Kamera auf der Homepage der Stadt Gießen im Internet. Der Besucher kann so durch die Mittelhessen-Metropole streifen, ohne seinen Fuß auf Gießener Boden setzen zu müssen. Das Angebot krankt jedoch etwas daran, dass es nicht mehr ganz aktuell ist.

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Screenshot vom virtuellen Stadtrundgang auf www.giessen.de im Internet. Oben links die Bogenbrücke.
An einer Stelle im virtuellen Gießener Stadtrundgang fällt das besonders auf, denn die Stadt wirbt für sich mit dem Bogenbrückchen am Schwanenteich, das längst verschwunden ist. Der Schwanenteich wird in dem Stadtrundgang als sehenswürdiger Ort präsentiert. »Nur wenige hundert Meter vom Stadtzentrum entfernt liegt diese kleine Oase, ein ruhiges Seengebiet eingebettet in grüne Auen entlang der Wieseck, ideal zum Spaziergehen, Radfahren und Skaten«, heißt es im Begleittext.

Das Bogenbrückchen, früher auch beliebt als Standort für Hochzeitsfotos, wurde bekanntlich zu Beginn des Jahres abgerissen, um einer neuen, fast 50 Meter langen Brücke zu weichen, die dort bis zur Landesgartenschau errichtet werden soll. Neben gestalterischen Gründen soll die Wegnahme der kleinen Brücke und des Damms dafür sorgen, dass sich die Wasserqualität durch den besseren Durchfluss erhöht. Auch die in dem Film zu sehenden Bäume im Bereich des Brückchens wurden gefällt. Momentan wird darüber gestritten, wie umfassend der Schwanenteich weiter umgebaut werden soll.

Auch was andere Orte betrifft, ist der Stadtrundgang, den die Gießen Marketing GmbH zur Stadt-Homepage beigesteuert hat, nicht mehr aktuell, auch wenn das nicht so ins Auge sticht. So sieht man die Fußgängerzone und die Bahnhofstraße vor dem Umbau, und der Leser schmunzelt, wenn die Kongresshalle als »mit modernster Technik ausgestattet« präsentiert wird. Die Internetseite der Stadt, auf der die Panoramafilme im Kapitel »Tourismus und Shopping« zu finden sind, war nach Umbau im Juni 2011 freigeschaltet worden.

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Artikel vom 05.08.2012 - 07.25 Uhr
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Leserkommentare
(06.08.2012 15:53)
sheldon
Einfach und billig
Das Flashfilmchen um ein paar Sekunden zu kürzen (oder meinetwegen kürzen zu lassen) oder wenigstens den Kommentar zu aktualisieren ist sehr wohl einfach und billig zu erledigen.
Aber aktuelle Information ist ja Geldverschwendung. Passt zu der ganzen Geschichte.
(06.08.2012 13:02)
anonym35
@sheldon
Es ist in diesem Fall sicherlich nicht viel einfacher und billiger die Website aktuell zu halten. Es handelt sich hierbei um ein 3D-Rundgang entwickelt von einer externen Firma. Soll dafür extra Gelder verschwendet werden um für jeden Bauabschnitt neue 3D-Bilder anfertigen zu lassen? Was für eine Blödsinnsidee...
Ansonsten kann ich mich voll und ganz sandha anschließen.
(06.08.2012 10:34)
sheldon
...ideal zum Spaziergehen,...
Man muss nichts ins netz stellen, wenn man nicht in der Lage ist es zu aktualisieren. Es ist nebenbei sehr viel einfacher und vor allem billiger eine Website aktuell zu halten als Veröffentlicheungen auf Papier.
Und es ist doch mehr als merkwürdig, dass man hier mit dem Schwanenteich wirbt, wo man doch an anderer Stelle behauptet der wäre nicht vorzeigbar und müsse dringend mittels Landesgartenschau umgestaltet werden.
Und nur weil die Schau nicht mehr zu verhindern ist darf man nichts mehr dagegen sagen? So weit kommts noch. Ist halt schade, dass Befürworter und Durchführende alle Kritik als spinnert abtun und so die ganze Geschichte durch viele vermeidbare Fehler schlimmer wird als nötig.
(05.08.2012 09:44)
sandha
Und noch einer ...
Da ist mal wieder ein Artikel der Landesgartenschaugegner, die in dieser Zeitung (leider) großen Einfluss haben. Da die Gartenschau nicht verhindert werden konnte, meinen sie mit solchen Berichten der Stadt noch einmal eins auszuwischen.
Den Autor kann ich nur fragen: Schon mal selbst eine Webseite gepflegt?
Über diesen Sachverhalt einen solchen großen Artikel zu verfassen finde ich absolut übertrieben. Das Sommerloch scheint in diesem Sommer sehr groß zu sein. Wenn einen der Sachverhalt stört, kann man auf besagter Seite einmal den "Kontakt"-Knopf drücken und sein Leid klagen.
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