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Stadt will CARE-Sammlung unbedingt sichern

Artikel vom 16.11.2009 - 22.02 Uhr

Stadt will CARE-Sammlung unbedingt sichern

Gießen (mö). Seit über zwei Jahren ist dieCARE-Sammlung im früheren US-Depot nicht mehr öffentlich zugänglich, und jetzt droht sie auch noch zu vergammeln.Das will Claudia Schmidt aus Weimar/Lahn unbedingt verhindern. Sie ist die Tochter Hans Beckers, des im März dieses Jahres verstorbenen Mitbegründers des Museums, das von der Ruhestandsvereinigung der ehemaligen Zivilbeschäftigten der US-Armee (CARE) betreut worden war.
Das Archivbild zeigt den Eingangsbereich der »Historischen Sammlung« im früheren US-Depot.	(Foto: Geck)
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Das Archivbild zeigt den Eingangsbereich der »Historischen Sammlung« im früheren US-Depot. (Foto: Geck)
Die Sammlung ist ein Stück Stadt- und Regionalgeschichte und kann mit einigen fotografischen Überraschungsgästen aufwarten. Der farbige General, der 1986 bei seiner Inspektion des General Depots in der Wieseckaue fotografiert wurde, ist Colin Powell, bis 2008 Außenminister der Vereinigten Staaten. Ein anderer, der unter Bush Junior als Vize-Präsident vom Weißen Haus aus Weltpolitik machte, war im Oktober 1989 in Butzbach zu Gast. Die Aufnahme zeigt Dick Cheney, damals Verteidigungsminister. Natürlich gehört auch Elvis Presley zu den fotografierten »Promis«, Präsident Gerald Ford und Senator Ted Kennedy sind zu sehen, von deutscher Seite besuchten unter anderem Bundeskanzler Willy Brandt oder Bundespräsident Richard von Weizsäcker Standorte der Amerikaner in der Region.

Wie Claudia Schmidt in Briefen an die AZ und an Gießens Kulturdezernent Harald Scherer schreibt, sei die Sammlung akut vom Verfall bedroht, da sie noch immer in dem Wachgebäude im Eingangsbereich des Depots lagert. Die Räume würden seit dem Abzug der Amerikaner nicht mehr geheizt, im vergangenen Winter sei zudem ein Wasserschaden aufgetreten. »Für die überwiegend papierenen Dokumente« wird ein weiterer Winter nach Einschätzung Schmidts »verheerende Folgen« bis hin zum »unwiederbringlichen Verlust« haben. Angemahnt von der Briefschreiberin wird daher eine möglichst schnelle Bergung durch das Stadtarchiv.

Darum bemühe er sich auch, versicherte Scherer in einem Antwortschreiben an Schmidt von Ende Oktober. Mehrfach habe er sich an die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BIMA) gewandt, um noch vor dem Winter eine Überführung der Sammlung in ein städtisches Gebäude zu ermöglichen. Eine Antwort der BIMA liege ihm noch immer nicht vor, sagte Scherer gestern auf Anfrage. Die Bundesanstalt prüfe das Ansinnen der Stadt noch. Als weitere Möglichkeit böte sich eine Übernahme des gesamten Gebäudes am Depot-Eingang durch die Stadt an. Vorrang für Scherer hat zunächst aber die Sicherung der Sammlung.

Spätestens bis Jahresende erwartet der FDP-Stadtrat außerdem die Vorlage des vom Magistrat vor einem Jahr beauftragten Museumskonzepts »Gießen als Garnisonsstadt«. Die Arbeit, die an den Ortenberger Historiker Dr. Carsten Lind vergeben worden war, wird im ersten Schritt aber noch keine Aussagen zur Zukunft der CARE-Sammlung enthalten, sagte Scherer, der diesbezüglich eine spätere Ergänzung des Konzepts ankündigte.

Seit August 1991 war die »Historische Sammlung« in dem besagten Wachgebäude an der Rödgener Straße untergebracht, in dem sich in den 30er Jahren die Arrestzellen des deutschen Fliegerhorstes befanden. Die Sammlung erzählt große und kleine Geschichten aus fast 60 Jahren amerikanischer Militärpräsenz in Mittelhessen. Rund ein Dutzend CARE-Veteranen, die allesamt 40 Jahre und länger Dienst bei den »Amis« geschoben haben, bildeten in all den Jahren als Betreuer die »Gruppe Museum« und führten Gäste durch die Sammlung.

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Artikel vom 16.11.2009 - 22.02 Uhr
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