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Stadt will Bewusstsein für den fairen Handel stärken

Artikel vom 16.04.2012 - 18.11 Uhr

Stadt will Bewusstsein für den fairen Handel stärken

Gießen (son). Mit einer Feier im Netanyasaal des Alten Schlosses beging die Stadt Gießen am Freitag einen besonderen Jahrestag: Auf den Tag genau vor einem Jahr war Gießen von dem Verein »TransFair« mit dem Titel »Fairtrade Town« (Stadt des fairen Handels«) ausgezeichnet worden.

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Der Chor »Stimme Afrikas« umrahmte die Feierstunde. (Foto: son)
»Vor einem Jahr haben wir das Siegel feierlich und stolz entgegengenommen«, sagte Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz in ihrem Grußwort. Gießen war die vierte hessische Stadt, die die Auszeichnung erhalten hatte. Bundesweit sind es derzeit 75 Städte und Gemeinden, die sich erfolgreich beworben und die von dem Verein TransFair vorgegebenen Kriterien erfüllt haben.

Grabe-Bolz erinnerte dabei nochmals an die Initiative der Schülerinnen und Schülern der Max-Weber-Schule, die bereits im Jahr 2009 die Idee zur Bewerbung in das Stadtparlament eingebracht hatten. Auch das jahrelange Engagement des Gießener Weltladens für die Belange des fairen Handels ließ Grabe-Bolz nicht unerwähnt. Das Siegel, das zunächst für zwei Jahre vergeben werde, »bedeutet für uns einen immerwährenden Auftrag und kein Status quo«, betonte die Oberbürgermeisterin. Weiterhin wolle die Stadt das Bewusstsein für den fairen Handel stärken.

Koordiniert wird dies seit Beginn der Bewerbung im Jahr 2010 von einer Steuerungsgruppe, der unter anderem Vertreter der Stadt, der Kirchen, des Weltladens, der Max-Weber-Schule und des Unternehmerverbandes Hessischer Einzelhandel angehören. Ziel der Gruppe ist es, sich um die Erfüllung der Kriterien zu kümmern wie beispielsweise weitere Geschäfte, Gastronomiebetriebe und Einrichtung für den Handel mit fairen Produkten zu begeistern, Bildungsangebote zu schaffen und durch Öffentlichkeitsarbeit die Menschen zu informieren.

Ein Schritt dazu ist ein Einkaufsführer, der auf alle Geschäfte und Gastronomiebetriebe mit fairen Produkten in Gießen hinweist. Dieser ist allerdings noch in Druck. Außerdem sollen die bereits teilnehmenden Betriebe und Geschäfte ein entsprechendes Logo erhalten. »Und auch in diesem Jahr hat die Stadt an Fasching wieder fair-gehandelte Produkte vom Wagen geworfen«, sagte Grabe-Bolz.

Benedikt Kalis und Markos Gebreselassie stellten im Anschluss fair gehandelten Kaffee aus Äthiopien vor, den die beiden ehemaligen Gießener Studenten unter dem Namen »Kaffee Pura« in ausgewählten Gießener Geschäften vertreiben und auch über das Internet verkaufen. Dazu wurde eine traditionelle äthiopische Kaffeezeremonie gezeigt. An einem Infotisch konnte man sich schließlich über die breite Produktpalette fair gehandelter Produkte, wie sie beispielsweise der Weltladen anbietet, informieren. Zudem stellten die beiden Mitarbeiterinnen der Bildungsgruppe des Weltladens, Lena Klausmann und Stefanie Lettenmaier, das Konzept des fairen Handels am Beispiel des Kaffees vor.

Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung von dem Chor »Stimme Afrikas« der katholischen Hochschulgemeinde.

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