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So wenige Skater waren’s noch nie

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Artikel vom 02.09.2014 - 11.59 Uhr

So wenige Skater waren’s noch nie

Gießen (kw). Die Veranstaltung fällt aus wegen Dauerregen: Das Saisonende des Tuesday Night Skating in Gießen in der vergangenen Woche war typisch. Dieser Sommer war der teilnehmerschwächste seit dem Start des Dienstagslaufs im Jahr 2001. Im Schnitt kamen 195 Freizeitsportler zum Inlineskaten auf städtischen Straßen.

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Seit 2001 können Inline-Skater im Sommer jeden Dienstag durch die Innenstadt rollen. In diesem Jahr wurden im Schnitt 195 Teilnehmer gezählt. (Archivfoto: Schepp)
© Oliver Schepp
Für das Tief gebe es mehrere Gründe, meint Alexander Becker, der das »TNS« gemeinsam mit René Kuhring ehrenamtlich organisiert. Beide blickten hoffnungsvoll ins nächste Jahr, in dem sie ihr Konzept voraussichtlich wieder etwas familienfreundlicher gestalten wollten.

In den letzten Jahren sei der Trend zu schnelleren Fahrten mit Steigungen und Abfahrten gegangen. Das habe manche offenbar abgeschreckt, so die Einschätzung der Organisatoren. »Wer teilnimmt, soll sicher skaten und bremsen können, muss aber kein Megasportler sein.« Tempoorientierte Skater könnten sich beispielsweise in Frankfurt austoben.

Längst vorbei sind die Zeiten, als allwöchentlich eine Schlange über den Anlagenring zog, die kaum noch eine Lücke für die Autofahrer ließ. Bis zu 3000 Skater wurden in den Anfangsjahren gezählt, vom Kind bis zum Senior. Heute sei das Gros zwischen 25 und 40 Jahre alt, schätzt Becker. »Die meisten sind wahrscheinlich mit dem Skaten aufgewachsen.« Kaum jemand komme noch aufs Skaten, weil es »cool« ist: Der große Trend sei bundesweit perdu. »Wer heute damit anfängt, hat oft eine Alternative zum Joggen gesucht, die weniger auf die Gelenke geht.«

Dennoch gebe es einen »harten Kern« von 60 bis 70 Menschen, die bei fast jedem Wetter kommen, so Becker. An schönen Sommerabenden nutzten auch viele weitere die Gelegenheit, ihren Sport auf breiten asphaltierten Fahrbahnen auszuüben. Die begleitenden Polizeibeamten auf Motorrädern und Skates sperren die Straßen ab. Zwischen 100 und 320 Teilnehmer kamen in diesem Sommer zum »TNS«. Bei zwölf Terminen summierte sich das auf 2340. Fünf weitere geplante Läufe fielen aus – vier wegen schlechten Wetters, einer am schönen Abend des Fußball-Weltmeisterschafts-Halbfinales zwischen Deutschland und Brasilien. Die Polizei brauchte alle Leute für die Absicherung der Open-Air-Arena und der Siegesfeiern.

In den Jahren 2011 und 2012 waren es jeweils über 2900 Teilnehmer, im schönen Sommer 2013 sogar über 3300, im Durchschnitt knapp 240. Selbst mit dieser Zahl ist die Gießener mit Abstand die kleinste der 20 regelmäßigen Skatenächte, die das Internet-Lexikon Wikipedia in einer Tabelle aufführt. Freilich ist für Fulda und die Lausitz gar keine Zahl genannt. Und die anderen Städte, die dieses Angebot für Freizeitsportler bis heute aufrecht erhalten, sind deutlich größer – einsam an der Spitze steht München mit durchschnittlich mehr als 6000 Skatern.

Gießen allein unter Großstädten



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