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»Schwanenteich-Retter« wollen sich Zeit lassen

Artikel vom 20.07.2012 - 11.11 Uhr

»Schwanenteich-Retter« wollen sich Zeit lassen

Gießen (mö). Die Initiatoren des neuen Bürgerbegehrens »Rettet den Schwanenteich« wollen die notwendigen 2866 Unterschriften bis Anfang September einsammeln. Dies erklärten drei ihrer Vertrauensleute am Donnerstag bei einem Termin im Rathaus.

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So soll es bleiben, fordern die Initiatoren des Bürgerbegehrens »Rettet den Schwanenteich«. (Foto: mö)
Da sich ihr Begehren, den Umbau des Schwanenteichs in der vor der Stadt geplanten Form zu verhindern, nicht gegen einen Stadtverordnetenbeschluss richte, greife die gesetzlich vorgeschriebene Acht-Wochen-Frist nicht. Im Rathaus übergaben die gemäß Hessischer Gemeindeordnung zu benennenden Vertrauensleute Dietmar Jürgens, Arnd Lepére und Rüdiger Schäfer den Text des Bürgerbegehrens an Julia Thon, die Referentin der Oberbürgermeisterin, sowie einen Mitarbeiter des Wahlamts. Ab Samstag sollen an Infoständen Unterschriften gesammelt werden. Wer das Bürgerbegehren mit seiner Unterschrift unterstützt, tritt dafür ein, dass »Gestalt und Charakter des Schwanenteichs« mit kleinen Buchten, Inselchen, Baum- und Strauchbewuchs erhalten werden und eine Uferbefestigung, die einem »Wasserkanal« ähnelt, unterbleibt.

Hier werde ein im Grunde intakter Lebensraum »komplett umgekrempelt«, kritisierte Diplom-Biologe Jürgens die Planung der Stadt im Rahmen des sogenannten »Bitterling-Projekts«. Dabei soll eine seltene Fischart, die es vor der Entschlammung bereits im Schwanenteich gegeben hatte, wiederangesiedelt werden. Jürgens bezweifelt, dass dies gelingen wird. Denn erstens sei die Population der Teichmuschel, mit der der Bitterling in Symbiose lebt, bei der Trockenlegung des Teichs komplett zerstört worden, zweitens müsse damit gerechnet werden, dass über die geplanten Fischaufstiegshilfen, die Jürgens begrüßt, »Prädatoren«, natürliche Feinde des kleinen Bitterlings, in den Schwanenteich gelangen werden. »Die werden die Bitterlinge fressen«, prognostizierte Jürgens, der gleichzeitig einige bereits von der Stadt durchgeführte Pflegemaßnahmen am Schwanenteich als »richtig« bezeichnete.

Wie das Trio, das zur Bürgerinitiative »Stoppt diese Landesgartenschau« gehört, betonte, richtet sich ihr Bürgerbegehren nicht gegen die Sanierung der Wieseck im Abschnitt zwischen Freibad und Waldbrunnenweg und auch nicht gegen die Verlegung der Oberlache. Zudem nicht gegen den Stadtverordnetenbeschluss vom 27. Juni, als das Stadtparlament dem Magistrat grünes Licht erteilte, auch für den Umbau des Schwanenteichs Fördergelder beim Land zu beantragen. »Uns geht es um die Planung, die ist aber noch nicht beschlossen worden«, erklärte Rüdiger Schäfer. Mithin habe das Begehren keinen »kassatorischen« Charakter. Dies sei ihnen von mehreren Juristen bestätigt worden. Dennoch wolle man die Unterschriftensammlung bis zur nächsten Sitzung des Stadtparlaments abgeschlossen haben, die am 6. September stattfindet. OB-Referentin Thon bot rechtliche Beratung durch die städtischen Fachämter an.

Beim Beschluss am 27. Juni hatte der rot-grüne Magistrat – offenbar auch auf Drängen der beiden Koalitionsfraktionen – die Planung für den Schwanenteich bereits modifiziert und auf den Einbau von Betonsteinen als Uferbefestigung verzichtet. Jetzt soll der neue Dammweg, dessen alleeartiger Baumbewuchs gefällt werden soll, seitlich mit Geotextil stabilisiert werden. Dies, so Jürgens, sei »keine weitreichende Änderung, sondern nur der Austausch von Material«.

Um den für Samstag in der Fußgängerzone geplanten Infostand gab es sogleich ein Tauziehen zwischen Stadt und BI. Da der Stand beim Ordnungsamt nicht fristgerecht beantragt worden war, wollte die Stadt zunächst keine Genehmigung erteilen. Die gab’s dann doch, aber nicht für den von der BI favorisierten Kreuzplatz, der laut Stadt am Samstag schon belegt ist, sondern die Katharinengasse auf Höhe der geschlossenen Kaufhof-Filiale. Dorthin, wo kaum noch Publikum verkehrt, hatte die Stadt zuletzt die salafistischen Koran-Verteiler abgeschoben.

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Artikel vom 20.07.2012 - 11.11 Uhr
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