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Schiffenberg: Kletterwald öffnete erstmals seine Pforten

Artikel vom 20.08.2012 - 10.47 Uhr

Schiffenberg: Kletterwald öffnete erstmals seine Pforten

Gießen (srs). Schritt für Schritt hangelt sich der neun Jahre junge Luc über eine auf und ab schwingende Brücke. Zehn Meter über dem Waldboden erklimmt er schließlich ein Holzplateau. Endlich hat er es geschafft. Als nächster klettert Lucs Vater über die Brücke.

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Zahlreiche Kletterbegeisterte zog es zum Auftakt in den kühlenden Schatten des Schiffenberger Waldes. (Foto: srs)
Tropfen triefen von seiner Stirn – und der Dillenburger ruft: »Das ist kein Angstschweiß«. Höchstens »Mutschweiß«, sagt er. Am Ziel wischt er mit dem Handrücken über die Stirn und raunt: »Es könnten ruhig zwei Grad kühler sein.« Auf dem Schiffenberg hat am Wochenende erstmals der Kletterwald seine Tore geöffnet. Zahlreiche Kletterbegeisterte sind gekommen.

Seit Samstag stehen Besuchern des Kletterwalds zunächst sieben Strecken zur Verfügung. Dazu gehört auch eine 460 Meter lange Seilrutsche. Am Startwochenende zieht es zahlreiche Kletterbegeisterte aus Gießen und dem Umland in den kühlenden Schatten des Schiffenberger Waldes. Der zwölfjährige Aaron Marcel Weiß ist am Samstag so begeistert, dass er sich gleich für eine Jahreskarte entscheidet – und sich am Tag darauf noch einmal durch den Park hangelt. Besonders gefalle ihm die Fahrt auf einem Brett in zehn Metern Höhe quer über eine Lichtung. »Ich springe dann vom Brett, beuge mich am Seil hängend nach vorne und gleite weiter.« Nils aus Leihgestern weiß derweil schon, wo er am kommenden Wochenende mit Freunden seinen elften Geburtstag feiern wird.

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In einer kleinen Umfrage unter Wanderern, Spaziergängern und Radfahrern auf dem Gießener Hausberg zu ihrer Haltung gegenüber dem Kletterwald äußert sich keiner der Befragten kritisch. Naturschützer hatten bekanntlich beklagt, die Ruhe des Waldes werde gestört, zudem schade der Kletterpark der Tier- und Pflanzenwelt. »Unsinn«, hielt der auf einer Bank vor der Klosterruine sitzende Manuel Ruppel fest. »Ich habe fünf Jahre im Kletterwald in Wetzlar gearbeitet. Nach einer Saison haben Vögel und auch Wespen unter den Plattformen genistet.« Das neue Angebot könne außerdem dazu beitragen, die Attraktivität des »etwas altbacken genutzten Schiffenbergs« zu erhöhen.

Die Öffnungszeiten sind donnerstags und freitags von 13 bis 19 Uhr sowie samstags und sonntags zwischen 9 und 19 Uhr. Der Eintritt beträgt zehn Euro für zweieinhalb Stunden.

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Artikel vom 20.08.2012 - 10.47 Uhr
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Leserkommentare
(22.08.2012 13:46)
Bellow
Berechtigte Kritik
Die Bedenken der Kritiker als "Unsinn" abzutun halte ich für unangebracht. Vielleicht schadet der Kletterwald selbst wenig, das erhöhte Verkehrsaufkommen und die Anzahl der benötigten Parkplätze werden Tier- und Pflanzenwelt und Erholungssuchenden jedoch tatsächlich schaden. Dies sind unter anderem Folgeerscheinungen dieser neuen "Outdoor-Event-Anlage", welche gerne verschwiegen werden. Der Schiffenberg selbst wird über das Jahr von Tausenden Menschen gerne besucht - ich hatte bisher nicht das Gefühl, daß diese die "etwas altbackene Nutzung" als störend empfinden - im Gegenteil!
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