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Schiffenberg-Basilika:»Denkmal von nationalem Rang«

Artikel vom 04.07.2012 - 08.04 Uhr

Schiffenberg-Basilika:»Denkmal von nationalem Rang«

Gießen (mö). Es wurde weder Bier aus überdimensionalen Gläsern getrunken noch »We are the champions« geschmettert. Es war vielmehr eine Aufstiegsfeier der leisen Art, die der Magistrat der Stadt Gießen, ihr Denkmalbeirat und das Landesamt für Denkmalpflege am Dienstag auf dem Schiffenberg begingen.

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Freuen sich über den Aufstieg der Schiffenberg-Basilika (v.l.): Peter Diehl (Denkmalbeirat), Präsident Prof, Gerd Weiß (Landesamt für Denkmalpflege), Stadträtin Astrid Eibelshäuser und Stadtdenkmalpfleger Joachim Rauch. (Fotos: mö)
Anlass ist der Aufstieg der früheren Stiftskirche in die deutsche Denkmal-Bundesliga, denn die Bundesregierung hat die Schiffenberg-Basilika in den Rang eines Denkmals »von nationaler Bedeutung« erhoben.

Was das bedeutet, machte Prof. Gerd Weiß, Präsident des Landesamtes, anhand von zwei Zahlen deutlich. Insgesamt gebe es in der Bundesrepublik schätzungsweise zwischen 800 000 und einer Million Kulturdenkmäler, aber nur knapp 600 würden im Programm »National wertvoll« vom Bund gefördert. In Hessen spiele die im 12. Jahrhundert errichtete Schiffenberg-Basilika damit unter anderem in einer Liga mit der Burg Runkel, dem Weilburger Schloss oder dem Schloss Fasanerie in Fulda, das gegenwärtig auch mit Mitteln aus dem Bundesprogramm restauriert werde. Da allein aus Hessen gegenwärtig neun Objekte in der Förderung seien, müsse die Stadt Gießen bis zum kommenden Jahr warten, ehe sich der Aufstieg im Rahmen der laufenden Restaurierung auch in einem Zuschuss niederschlage, erläuterte Weiß.

Zwei Gründe hatte das Landesamt in seinem bei der Bundesregierung eingereichten Antrag genannt, die die Einstufung »von nationaler Bedeutung« rechtfertigten. Dies sei der im Original erhaltene Dachstuhl aus dem Jahr 1162 sowie das aus dem Jahr 1145 stammende Dach des »Spitzhelms«. Derart »ungestörte Beispiele« aus romanischer Zeit fänden sich in Deutschland nur noch in den Domen zu Bremen, Speyer und Worms oder der Stiftskirche in Naumburg, geriet Weiß regelrecht ins Schwärmen.

Die für das Hochbauamt und mithin den Denkmalschutz zuständige Stadträtin Astrid Eibelshäuser hofft nun, dass durch den Aufstieg in die Denkmal-Bundesliga der städtische Kostenanteil an der laufenden Restaurierung sinkt, und zwar von den insgesamt bereitzustellenden 3,25 Millionen Euro auf rund 2,5 Millionen. Dies sei neben dem prestigeträchtigen Titel Nationaldenkmal ein »guter Nebeneffekt« für die Stadt.

Wie der städtische Denkmalpfleger Joachim Rauch sagte, wird der erste Bauabschnitt am Turm voraussichtlich bis August dauern, danach komme das Langhaus an die Reihe, wo es unter anderem um die Sicherung jener Mauerteile gehe, die noch den Originalmörtel aufwiesen. Dann wird auch endgültig entschieden, ob die Arkaden geschlossen bleiben. Dass der Trend zu einer Schließung geht, um den Innenraum vor Feuchtigkeit zu schützen, war den Worten Rauchs zu entnehmen. Eine Öffnung für besondere Anlässe wie die Basilika-Konzerte sei nicht ausgeschlossen, hieß es weiter.

Für den Denkmalbeirat begrüßten Vorsitzender Peter Diehl und Mitglied Dagmar Klein die Anerkennung der Basilika als Denkmal von nationalem Rang. Der Beirat habe sich über viele Jahre für die Restaurierung eingesetzt.

Zentrale Veranstaltung in Gießen



Wie Präsident Weiß ankündigte, werde die zentrale Veranstaltung der Landesregierung zum Tag des Offenen Denkmals am 8. September auf dem Schiffenberg stattfinden. Dazu werde Wissenschaftsministerin Eva Kühne-Hörmann erwartet.

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Artikel vom 04.07.2012 - 08.04 Uhr
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Leserkommentare
(04.07.2012 20:13)
Sebastarus
Aussicht
Man sollte den Turm der Öffentlichkeit zugänglich machen, hat man doch von dort oben eine grandiose Aussicht auf Gießen und Umland, welche man vom Boden aus nicht hat
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