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»Sauberhaftes Gießen«: Möglichst viele Freiwillige sollen Müll sammeln

Artikel vom 10.03.2010 - 13.52 Uhr

»Sauberhaftes Gießen«: Möglichst viele Freiwillige sollen Müll sammeln

Gießen (kw). Mitglieder von Angler- und Rudervereinen, Naturschutzgruppen oder auch Schulklassen sammeln schon lange in jedem Frühjahr Müll, den andere achtlos weggeworfen haben. In diesem Jahr sollen möglichst viele Bürger aller Altersstufen mitmachen. Gießen will Hessens »sauberhafte Stadt 2010« werden.
Frühjahrsputz war vor einigen Jahren auch am Petersweiher angesagt, als die Stadt den Teich von störenden natürlichen Hinterlass
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Frühjahrsputz war vor einigen Jahren auch am Petersweiher angesagt, als die Stadt den Teich von störenden natürlichen Hinterlassenschaften befreite, um die Wasserqualität zu sichern und einer Verlandung vorzubeuten. (Archivfoto: hjp)
In den nächsten Monaten werden eine ganze Reihe von Aktionen angeboten, an denen sich Freiwillige beteiligen können. Das kündigten Stadtrat Thomas Rausch, Stadtreinigungsamt-Leiter Dr. Gerd Hasselbach, Umweltamtsleiter Dr. Hans-Joachim Grommelt und der zuständige Stadtreinigungsamt-Mitarbeiter Marco Krieger am Dienstag bei einem Pressegespräch an.

Erstmals beteilige sich die Stadt an dem landesweiten Wettbewerb, so Rausch. Dabei spiele nicht mehr die Menge des gesammelten Mülls die Hauptrolle, sondern vielmehr der Grad der Mobilisierung. Zum einen werden die Teilnehmer sämtlicher Aktionen gezählt; dafür gibt es Punkte im Verhältnis zur Einwohnerzahl. Zum anderen wird bewertet, wie öffentlichkeitswirksam die Kommune für das Vorhaben wirbt.

Offiziell sind fünf landesweit einheitliche Termine anberaumt, hinzu kommt eine Aktion der Agenda-Gruppe »Wieseck-Fluss« (siehe nächste Seite). Den Auftakt bildet der schon traditionelle Frühjahrsputz am kommenden Samstag. Dabei säubern Vereinsmitglieder etwa Parkanlagen, Straßenränder, Bachläufe, Naturschutzgebiete und Grünanlagen. Auch alle anderen Interessierten können sich anschließen, betont Hasselbach: Das Stadtreinigungsamt teilt sie gerne anderen Gruppen zu (Kontaktmöglichkeiten unten).

Ganz ohne Anmeldung mitmachen können Nicht-Organisierte eine Woche später, wenn sich die Agenda-Gruppe den Wieseckufern widmet.

Vor allem Firmen sind gefragt beim »sauberhaften Geschäftstag« am 14. April. Berufstätige sollen je eine Stunde der Aktion widmen. Die »sauberhafte Streetparty« am 22. Mai richtet sich an Jugendliche; angesprochen werden sie unter anderem über die Jugendzentren. Beim »sauberhaften Kindertag« am 10. Juni nimmt die Stadt die 2500 Kita-Kinder ins Visier. Mit dem »sauberhaften Schulweg« am 29. Juni wird eine Aktion ausgeweitet, an der sich in den vergangenen Jahren bereits einzelne Schulen beteiligt hatten. Ein »großes Potenzial« sieht Rausch, immerhin besuchten rund 20 000 junge Menschen die Schulen in der Stadt. Zum »Eventcharakter« all dieser Veranstaltungen beitragen soll beispielsweise ein neuer Film von Till Schürmann über Gießens »Straßenkehrer«, die Einbeziehung der Dinosaurier-Ausstellung sowie bunte Greifzangen, Handschuhe oder Baseballkappen.

Auch die »Drei Schwätzer« werden in den kommenden Monaten zu Besen, Schaufel und Mülltüte greifen - das behauptet jedenfalls das
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Auch die »Drei Schwätzer« werden in den kommenden Monaten zu Besen, Schaufel und Mülltüte greifen - das behauptet jedenfalls das Plakat, mit dem die Stadt für die Aktion wirbt.
Sollte Gießen den Wettbewerb gegen derzeit weitere 15 hessische Städte gewinnen, so gäbe es als Preis eine »Abschlussgala« am 16. Oktober und ansonsten »die Ehre«, so Hasselbach. Doch ob Gießen den Titel ergattert oder nicht: Gewinnen könne die Stadt in jedem Fall, betont Rausch. Beim einen oder anderen Teilnehmer - und speziell bei jüngeren - erhoffe er sich einen erzieherischen Effekt. Wer sich an einer solchen Müllsammelaktion beteiligt, bemühe sich in Zukunft vielleicht doch eher einmal zum Mülleimer, statt seinen Abfall gedankenlos auf den Boden fallen zu lassen. Auch manche Geschäfte, speziell Fast-Food-Anbieter, könnten mehr Verantwortung übernehmen und gelegentlich Angestellte die Umgebung säubern lassen, wie es McDonald’s an der Neuen Bäue bereits tue.



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Artikel vom 10.03.2010 - 13.52 Uhr
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