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Samen-Hahn-Abbruch soll am Montag beginnen

Artikel vom 14.06.2012 - 10.24 Uhr

Samen-Hahn-Abbruch soll am Montag beginnen

Gießen (pm/kw). Am kommenden Montag soll voraussichtlich der Abbruch des einsturzgefährdeten Samen-Hahn-Gebäudes in der Bahnhofstraße beginnen.

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Nur noch wenige Tage wird das 115 Jahre alte Samen-Hahn-Gebäude an der Bahnhofstraße stehen. (Foto: Schepp)
Eine entsprechende Baubeginnanzeige des Eigentümers des Gebäudes liege dem Bauordnungsamt nunmehr vor, teilte die Stadt Gießen am Mittwoch mit. Der Abriss werde voraussichtlich etwa eine Woche dauern.

Danach könne umgehend die Sperrung der Bahnhofstraße, die zum Schutz der Passanten verfügt worden war, aufgehoben werden, erklärt Bürgermeisterin Gerda Weigel-Greilich. Damit komme es – wie angekündigt – »zeitnah« zu einer Entlastung für die betroffenen Anwohner und Geschäftsinhaber. Diese hätten stark unter der Sperrung zu leiden gehabt. Dass es während der Abbrucharbeiten zu Lärm- und Staubentwicklungen kommen werde, lasse sich allerdings nicht verhindern. Die Stadt bitte um Verständnis.

Das Amt hatte den Abbruch genehmigt, nachdem auch das Landesamt für Denkmalpflege bestätigt hatte, dass das in den Jahren 1897/98 errichtete Gemäuer nicht mehr zu erhalten sei. Weigel-Greilich zeigte sich am Mittwoch erfreut darüber, dass die Bemühungen um eine schnelle Lösung erfolgreich gewesen seien. Ebenso zielgerichtet und zügig müsse sich auch der weitere Prozess um die Neubebauung des Grundstücks vollziehen, erklärte die Bürgermeisterin. Die Stadt werde mit ihren Mittel und zusammen mit dem Sanierungsträger alles in Bewegung setzen, um den Eigentümer zu einer sinnvollen und optisch an dem einstigen Baudenkmal orientierten Neubebauung zu bewegen. Entsprechende Gespräche seien in Vorbereitung. Darüber werde die Stadt die Bürgerschaft rechtzeitig informieren und sie beteiligen. Die Stadt arbeite zudem zielgerichtet an der Vorbereitung der planungsrechtlichen Vorgaben, so Weigel-Greilich.

Am Dienstagabend hatte der Bauausschuss einstimmig die Einleitung eines neuen Bebauungsplans »Reichensand/Bahnhofstraße« gebilligt. Durch ihn und eine Gestaltungssatzung soll die »historische Qualität« der Neubebauung des Eckgrundstücks sichergestellt werden. Ebenfalls Zustimmung aller Fraktionen erntete ein Berichtsantrag der Linken zur Alten Hauptpost, die demselben Eigentümer gehört. Eine Entwicklung wie bei Samen-Hahn solle »vermieden werden«, heißt es darin.

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Artikel vom 14.06.2012 - 10.24 Uhr
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Leserkommentare
(17.06.2012 21:46)
gissenus anticus
Parteipolitik
Dass sich Parteipolitiker nicht um die Interessen der Stadt kümmern, ist ja in Gießen nun wirklich nichts Neues. Und so sieht das Stadtzentrum auch aus. Was im Unterschied zu anderen Städten fehlt, ist ein Bürgertum, das sich der Stadt annimmt und die ganzen Bindestriche zum Teufel jagt.
(14.06.2012 16:14)
sapperlot
Aussitzen ....
... scheint sich in Gießen wirklich zu lohnen. Die Stadt Gießen und deren Bürger ziehen den Kürzeren, der Eigentümer lacht sich ins Fäustchen, der Abriss war ja schließlich das, was er wollte. Dass durch das gewollte Vergammelnlassen des Hauses ein denkmalgeschützetes Objekt zerstört wird, ist einen Schande für die gießener Politik und ihre Macher. War das nur Unfähigkei oder Desinteresse, oder verstecken sich doch irgendwelche anderen Interessen hinter der jahrzehnte anhaltenden Untätigkeit der Politiker? Es scheint fast so.
Ich hoffe nur, dass es bei der "Alten Post", die ja den gleichen Eigentümer hat, nicht auch zu einer solchen Situation kommt. Sonst werden sich die Bürger Gießens wirklich ernsthaft fragen, ob es da nicht irgendwelche Seilschaften, Schiebereien oder sonstige Abhängigkeiten gibt. Beifall zu einem Berichtsantrag in dieser Sache ist ja ganz schön, aber solange nicht wirklich etwas passiert, wird es solche Überlegungen immer wieder geben. Können sich das die hiesigen Politiker noch zusätzlich zu z.B. dem Ärger um die Landesgartenschau leisten?
(14.06.2012 12:56)
hesse
Jetzt lacht er
"Ebenfalls Zustimmung aller Fraktionen erntete ein Berichtsantrag der Linken zur Alten Hauptpost, die demselben Eigentümer gehört. Eine Entwicklung wie bei Samen-Hahn solle »vermieden werden«, heißt es darin."
Warum höre ich denn da den Herrn S. so laut lachen?
(14.06.2012 11:15)
ralphklein
Stadt tut nichts
nach der Bürgerinformation vor mehr als einem Monat am 11. Mai klang das stark danach, als hätten sich die Stadtoberen die Anregungen den Bürger zu Herzen genommen. Sie wollten auf jeden Fall Informationsschilder anbringen, sich um die Umleitung des Busses kümmern und die Möglichkeit eines Fußgängertunnels überdenken. Geschehen ist seitdem de fakto nix, also waren es mal wieder nur leere Phrasen wie "wir nehmen Ihre Anregungen ernst und werden das intern diskutieren". Ich bin enttäuscht, und dass "entsprechende Gespräche (...) in Vorbereitung" seien, bedeutet ja nur, dass sich noch niemand bisher darum gekümmert hat. Anstatt die Innenstadt mit Plastiktieren vollzustellen und den Schwanenteich unbenutzbar zu machen, sollten sich Frau Weigel-Greilich und Frau Grabe-Bolz eher mal um die dringlichen, bereits mit den Bürgern angesprochenen Belange kümmern! Ich bin enttäuscht!
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