Salzklau: Basketballfans mussten sich durch Eis und Schnee kämpfen
Gießen (pd). Warum sich die Besucher des Bundesligaspiels der Gießen 46ers am Samstagabend durch Schnee und auf eisglatten Wegen in die Osthalle kämpfen mussten - dieser Frage vieler verärgerter Zuschauer ist die AZ nachgegangen. Ergebnis: Ein Hausmeister hat versehentlich dem anderen das Streusalz geklaut.
Ausgerechnet gegen einen Konkurrenten im Abstiegskampf haben sich die Gießen 46ers am Samstagabend einen Ausrutscher geleistet. Aufs Glatteis geführt wurden aber nicht nur die heimischen Bundesliga-Basketballer gegen Düsseldorf, auch für einige der knapp 3300 Zuschauer wurde der Weg zur Sporthalle Ost zur Rutschpartie. Von Räum- oder Streudienst vor der Halle konnte nämlich keine Rede sein.
Die winterliche Witterung machte nicht nur motorisierten Besuchern auf dem Weg zum Heimspiel das Leben schwer. Auch im Eingangsbereich der Sporthalle Ost dominierten Eis und Schnee, so dass Basketballfans, die zu Fuß in Richtung Halle strebten, im wahrsten Sinnes des Wortes einen schweren Stand hatten. Mehrere Stürze gingen zum Glück glimpflich aus. Allerdings kam eine Dame so unglücklich zu Fall, dass sie sich später von Sanitätern in der Sporthalle behandeln lassen musste. Als diese sie zur Sicherheit in ein Krankenhaus transportieren wollten, erlebten sie die nächste Überraschung. Mit der Trage auf Rollen gelang zwar der Transport bis zum Hallenausgang, danach musste die Frau aber bis zum Rettungswagen getragen werden, weil Eisbrocken und Schneehaufen die Rollen blockierten.
Mehrere Zuschauer hatten sich am Wochenende über den mangelhaften Winterdienst rund um die Osthalle beschwert. Dabei waren im Vorfeld Absprachen zwischen der Stadt und Verantwortlichen der Gießen 46ers getroffen worden, die eigentlich einen reibungslosen und sturzfreien Weg zur Heimspielstätte gewährleisten sollten. Wie Magistratssprecherin Claudia Boje gestern auf Anfrage berichtete, sollten der städtische Winterdienst, Hausmeister des Schulzentrums Ost sowie Helfer der 46ers gemeinsam den Räum- und Streudienst vor der Halle erledigen. Daran, dass dann doch alles ganz anders kam, sei »Kollege Zufall« schuld gewesen, sagte Boje.
Der Winterdienst des Stadtreinigungs- und Fuhramtes habe seine Zusage unter dem Vorbehalt gegeben, dass man zuvor die für den Einsatz gültige Prioritätenliste abgedeckt habe. Die sieht vor, dass zunächst die großen Einfallachsen sowie die Straßen mit öffentlichem Personennahverkehr gestreut und geräumt werden. Anschließend folgen Verbindungsrouten und Straßen, die zu Wohngebieten führen. Erst zum Schluss sind kleinere Anliegerstraßen an der Reihe. Da Eis und Schnee am Samstag überall für Probleme gesorgt hätten, habe der städtische Winterdienst für den Bereich der Sporthalle keine Kapazitäten mehr frei gehabt, so die Sprecherin.
Doch auch der für die Osthalle zuständige Hausmeister kam nicht zum Zug. Der war im Vorfeld der Partie gebeten worden, genügend Streusalz zu besorgen um den Bundesligabesuchern einen trittsicheren Weg zum Heimspiel zu gewährleisten. Das hatte er auch getan und das Salz in dem dafür vorgesehenen Lagerraum bereitgestellt. Dort war es allerdings von dem für das Schulgelände der GGO zuständigen Hausmeister entdeckt worden. Und weil am Samstagabend auch die »Physik-Gameshow« in der ausverkauften Aula auf dem Programm stand, nutzte dieser die frischen Salzvorräte zum Winterdienst auf dem Schulhof der Ostschule.
Als der Hausmeisterkollege das Streugut abholen wollte, um den Zugang zur Sporthalle gemeinsam mit Helfern der 46ers zu räumen, musste er feststellen, dass das Salz bereits andere Abnehmer gefunden hatte, schilderte Claudia Boje den Hergang des gescheiterten Streuversuchs.
Übrigens: Das nächste Bundesliga-Heimspiel der 46ers steigt am 13. Februar gegen Göttingen. Möglicherweise ist dann immer noch Winter.
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