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Salatbars sind in Gießen schwer im Kommen

Artikel vom 21.07.2012 - 00.15 Uhr

Salatbars sind in Gießen schwer im Kommen

Gießen (fd). Salatbars schießen seit einigen Monaten aus dem Boden wie Schnittlauch im Sommerregen. Mehrere Inhaber und Geschäftsführer schätzen inzwischen, dass Gießen die Stadt mit der höchsten Salatbardichte in ganz Deutschland sein könnte. Von einem Verdrängungswettbewerb wollen sie aber noch nichts wissen.

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Lange Zeit fristete der Salat ein trauriges Dasein, versteckt in Fladenbrot und Burgerbrötchen unter Lamm, Hähnchen, Rind oder Schwein. Heute liegt er im Trend. (Foto: dpa)
Es war einmal ein Dönerspieß. Über Jahre hinweg beherrschte er das Fastfoodgeschäft fast nach Belieben. Insbesondere junge Leute, die nach Schulschluss oder in der Mittagspause keine Lust hatten auf Brötchen aus der Mensa oder Mitgebrachtes aus der Tupperdose, zog es zu Fleisch vom Drehspieß im Fladenbrot etwa ins Gießener »Dönerdreieck«. Einzig die Burgerketten konnten mitzuhalten, wenn es um den Fastfoodkonsum junger Menschen ging. Doch in den vergangenen Monaten hat sich Erstaunliches getan im Geschäft. Zwar erfreuen sich die altehrwürdigen Kontrahenten noch immer großer Beliebtheit, doch ist inzwischen der Salat auf dem Vormarsch in Gießen. Während er über Jahre von vielen höchstens als Beigabe akzeptiert wurde, ist er nun auf dem besten Weg, die Vorherrschaft der fleischhaltigen Alternativen im Fastfoodgeschäft zu brechen: Die fettigen Jahre sind vorbei.

Den Trend setzte »Tom & Sally’s« in der Bleichstraße vor sieben Jahren. In den vergangenen Wochen und Monaten hat der Platzhirsch jedoch Konkurrenz bekommen: Im Neuenweg, in der Johannette-Lein-Gasse und in der Frankfurter Straße eröffneten Salatbars. Dazu kommen entsprechende Angebote in Bäckereien und Mensen oder Salattheken zum Selbermischen in Supermärkten. Die Burgerketten haben den Trend ohnehin schon lange erkannt und setzen vermehrt auf Gemüse. Im vergangenen Jahr eröffnete McDonald’s in Paris sogar eine Filiale, die ausschließlich Salat anbietet. Tobias Voigt von »Tom & Sally’s« sagt: »Wir haben da natürlich ein Auge drauf. Angst macht uns die Entwicklung aber nicht.« Von einem Verdrängungswettkampf will er trotz großer Salatbardichte nichts wissen. Auch Klaus Interwies von »Fox Food« in der Frankfurter Straße meint: »In Gießen leben viele Studenten und clevere Leute, die sich Gedanken darüber machen, was sie essen.« Heißt: Es sind genug Salatfreunde für alle da. Und dennoch: Bereits einige Anbieter mussten ihre Salatbars in der Innenstadt inzwischen wieder schließen. »Manche stellen es sich vielleicht einfacher vor, als es in Wahrheit ist«, schätzt Voigt. Das Produkt ist empfindlich, der Kunde will absolute Frische: Die Salatzubereitung ist mehr als Kochen mit der Schere.

Mit einfachem Blattsalat, Essig und Öl ist ohnehin kaum noch ein Blumentopf zu gewinnen. Kürbiskerne, Honigmelonen, Walnüsse oder Parmesanflocken werden genauso zur Veredelung des Salats angeboten wie Shrimps, Erdnüsse, Kidneybohnen, Mozarellakugeln oder Steakstreifen. Auch die Wahl des passenden Dressings kann – verglichen mit der Entscheidung zwischen Joghurt- und Knoblauchsoße beim Dönerkauf – schnell zu einer Wissenschaft werden. »Das ist natürlich stets ein Geheimfaktor«, sagt Interwies. Curry-Joghurt-Dressing, Orangen-Senf-Vinaigrette oder Kirsch-Balsamico-Wasabi sind nur einige Stichworte.

Lange Zeit fristete der Salat ein trauriges Dasein in der Gunst vieler junger Leute: In Fladenbrot oder Burgerbrötchen wurde er unter Lamm, Hähnchen, Rind oder Schwein versteckt. Heute liegt er im Trend.

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Artikel vom 21.07.2012 - 00.15 Uhr
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