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Saisonhöhepunkt: Konzert mit dem Gelius Trio im Saal des Rathauses

Artikel vom 20.01.2010 - 17.30 Uhr

Saisonhöhepunkt: Konzert mit dem Gelius Trio im Saal des Rathauses

Dass für den Cellisten Michael Hell kurzfristig ein Ersatz einspringen musste, erwies sich am Montag beim Winterkonzert im Konzertsaal des Rathauses nicht als Manko; Peter Wöpke, Solocellist im Bayerischen Staatsorchester, agierte routiniert und anpassungsfähig. Dank des überragenden künstlerischen Niveaus des Gelius Trios, dem außerdem die Pianistin Micaela Gelius und der Violinist Sreten Krstic angehören, markierte das Programm den bisherigen Saisonhöhepunkt des Vereins Gießener Meisterkonzerte.
Peter Wöpke, Micaela Gelius und Sreten Krstic (v. r.) danken für den Applaus.	(Foto: jou)
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Peter Wöpke, Micaela Gelius und Sreten Krstic (v. r.) danken für den Applaus. (Foto: jou)
Aufhorchen ließ schon anfangs der Kopfsatz von Antonin Dvoraks Klaviertrio f-Moll op. 65: Das Ensemble spielte ihn überaus konzentriert, horchte genau aufeinander und verschmolz klangfarblich regelrecht miteinander. Bei den innigen Kantilenen zeigten die beiden Streicher poetisches Einfühlungsvermögen, ebenso sensibel ging die Pianistin vor, die souverän die Übersicht wahrte. Zudem beeindruckte die feine klangliche Balance zwischen melodisch hervortretenden und begleitenden Instrumenten. Auch die innere Dramaturgie der Interpretation schien ausgefeilt - vom zarten Pianissimo-Beginn bis zum wuchtigen Fortissimo-Schluss. Einen wirkungsvollen Kontrast zum rhythmisch markanten Scherzo-Rahmenteil bildete das lyrische, mit breitem Klangbild dargebotene Trio; raffiniert gelang die allmähliche Rückführung zum thematischen Ausgangspunkt. Tiefe Nachdenklichkeit verlieh das Ensemble dem wehmütigen Adagio; kristallklar und mit intensivem, reinem Ausdruck vermochten die Streicher die leidenschaftlichen Melodielinien zu intonieren; wohldosiert der Klavierpart. Prägnant artikuliert und rhythmisch auf den Punkt gebracht geriet das Allegro-Finale, in dem die Musiker die starke Intervallspannung ausreizten.

Ebenso akkurat das Zusammenspiel bei Bedrich Smetanas Trio g-Moll op. 15. Den ersten Satz interpretierte das Ensemble atmosphärisch dicht, temperamentvoll, überdies in weiter dynamischer Bandbreite und förderte eine Fülle Details zu Tage. Im Scherzo demonstrierte es Spontaneität und Impulsivität. Von animierender Wirkung die beschwingte Motorik im Presto-Finale

Kompositionen des Argentiniers Astor Piazzolla, der den Tango erneuerte und veredelte, nehmen zwar im Konzertleben seit einigen Jahren etwas Überhand; wenn man sie aber derart mitreißend spielt wie das Trio die Tango-Suite »Jahreszeiten in Buenos Aires«, ist nichts daran auszusetzen, sie ins Programm aufzunehmen. Das Ensemble bewies ausgezeichnetes Rhythmusgefühl und spürte fantasievoll dem Abwechslungsreichtum nach. Elegant-fließend meisterte es die Übergänge, fein ausgelotet die Tempoverzögerungen, die die schwelgerische Stimmung hervorhoben. Schwirrende Glissandi vermischten sich mit knisternd erotischen, Tanzlokalflair herbeizaubernden Passagen. Für den begeisterten Applaus der zahlreichen Hörer dankte das Ensemble mit dem schwindelerregend virtuos und witzig vorgetragenen »Rondo all'Ungarese« - Finale aus Joseph Haydns Trio G-Dur Hob. XV: 25 als Zugabe. jou

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Artikel vom 20.01.2010 - 17.30 Uhr
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