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Rödgen: Volle Busse und Unsicherheit

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Artikel vom 26.03.2015 - 15.02 Uhr

Rödgen: Volle Busse und Unsicherheit

Gießen-Rödgen (mö). Überfüllte Busse auf der Linie 1, Belästigungen von Mädchen und jungen Frauen in den Fahrzeugen sowie ein Gefühl der Unsicherheit: Diese Probleme standen am Mittwochabend in Rödgen im Mittelpunkt eines »Bürgergesprächs« zur großen Flüchtlingsunterkunft im früheren US-Depot.

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Rund 250 Rödgener kamen ins Bürgerhaus, um sich über die Flüchtlingsunterbringung zu informieren und ihre Probleme zu schildern. Zu den Vortragenden gehörte auch Regierungspräsident Dr. Lars Witteck. (Foto: Schepp)
© Oliver Schepp
Rund 250 Rödgener waren der Einladung von Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz ins Bürgerhaus gefolgt. Als wichtige Botschaft nahmen sie die Aussage von Regierungspräsident Dr. Lars Witteck mit nach Hause, wonach die Gießener Erstaufnahmeeinrichtung des Landes Hessen im Laufe des Jahres deutlich entlastet werden soll; dies unabhängig von der generellen Entwicklung der Asylbewerberzahlen.

Witteck geht davon aus, dass bis zum Herbst drei neue Erstaufnahmeeinrichtungen mit zusammen 2400 Plätzen in Betrieb gehen werden. Neben Neustadt und Büdingen mit jeweils 800 Plätzen verhandele das RP gegenwärtig über eine dritte Einrichtung in Nordhessen mit ebenfalls 800 Plätzen. Dies wird – so die Erwartung des RP – Gießen auch dann entlasten, wenn die Asylbewerberzahlen die bundesweit für 2015 prognostizierten 250 000 deutlich übersteigen würden. »Es ist doch vollkommen klar, dass wir die Herausforderung nicht nur in Gießen bewältigen können«, sagte Witteck. Eine weitere Entlastung verspricht sich der RP von der zügigen Rückführung von nicht asylberechtigten Kosovaren und Albanern, die die Flüchtlingszahlen zu Beginn des Jahres hatten hochschnellen lassen; in der Gießener HEAE bis auf rund 4600 Bewohner. Mittlerweile gingen die Zahlen etwas zurück.

Nach den einstimmenden Worten der OB sowie den Ausführungen von Witteck und HEAE-Leiterin Elke Weppler kamen die Rödgener bei der vom evangelischen Gießener Dekan Frank-Tilo Becher moderierten Veranstaltung zur Sache. Etliche Bürger schilderten Vorfälle auf der Linie 1, immer wieder war von Belästigungen von Schülerinnen und jungen Frauen durch männliche Asylbewerber die Rede. »Die jungen Männer sind das Problem. Die Kinder müssen besser geschützt werden. Es ist kurz davor, das etwas Schlimmes passiert«, sagte ein Vater.

Wird Expressbus nicht genutzt?

Mehrere Anwesende beklagten, dass der neu eingeführte Expressbus von den Flüchtlingen kaum genutzt werde und die Linie 1 weiterhin zu bestimmten Zeiten völlig überfüllt sei. Ein früherer Betriebsbeginn um die Mittagszeit sowie ein Haltepunkt innerhalb des Depotgeländes wurden angeregt. Stadtwerke-Dezernentin Astrid Eibelshäuser und Anne Müller-Kreutz von der Nahverkehrsabteilung der SWG baten um etwas Geduld, denn der Versuch mit dem Expressbus laufe erst wenige Tage. Sollte er die erwünschte Entlastung nicht bringen, müsse über andere Wege nachgedacht werden, hieß es. Noch mehr Kontrollpersonal könnten die SWG nicht aufbieten. »Wir können nicht jede Fahrt begleiten«, sagte Müller-Kreutz.

Für Unsicherheit im Dorf sorgt offenbar auch die pure Präsenz von Gruppen junger männlicher Asylbewerber, die im Ort zu Fuß unterwegs seien und mit ihren Smartphones gelegentlich auch die Häuser fotografierten. »Ich fühle mich mittlerweile unsicher in Rödgen«, sagte eine Frau.



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Artikel vom 26.03.2015 - 15.02 Uhr
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Bürgergespräch "Flüchtlinge" in Rödgen
Leserkommentare
(31.03.2015 07:39)
compacty87
Ich hätte...
... auch gerne einen Express-Bus der nur da hält wo ich hin will! Wo kann ich den beantragen? Oder muss ich erst jeden Tag Leute im Bus anpöbeln, schwarz fahren und den Busfahrer beschimpfen und bespucken?
(30.03.2015 21:44)
HorstHorstmann
@sebastarus
Mich würde wirklich mal interessieren, welche Sie für eine Brille tragen. Vor dem Hintergrund, daß sogar die GAZ schon von Auseinandersetzungen im Bus berichtet.
(30.03.2015 16:25)
Ungehalten
zum Thema der Realitäts-Check
vom Wochenende. Die Polizei hatte alle Hände voll zu tun, lesenswert und besorgniserregend. http://www.presseportal.de/polizeipresse/pm/43559/2985648/pol-gi-pressemeldungen-vom-30-03-2015-arbeitsreiches-wochenende-fuer-die-giessener-polizei
(30.03.2015 16:10)
Ungehalten
Bürgerkriegsflüchtlinge
kommen kaum aus dem Kosovo. Die Mehrzahl derer versucht hier Kohle zu machen, egal wie. Und sie haben vollkommen recht, in die Busse gehören Ordnungskräfte. Besser in Bus und Bahn anwesend, statt um die Parkautomaten spazieren.
Das Personalproblem kann Land und Stadt nicht auf den Busbetreiber abwälzen. Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen......auch ordnungspolitischer Natur. Hier ist die Politik gefordert, wegsehen und verdrängen zählt nicht..... Trotzdem seh ich nicht wie Sie, in allen Flüchtlingen pauschal das Problem. Sie sollten bitte unterscheiden unter denen die unserer Sozialsystem versuchen auszunutzen und zur Kriminalität neigen, und denen die traumatisiert um ihr Leben bangten. Von Letzteren gehen die von Ihnen geschilderten Probleme in den wenigsten Fällen aus.
(30.03.2015 09:23)
eltomasz
Bürgerkrieg im Kosovo?
Welche Bürgerkriegsflüchtlinge aus dem Kosovo? Ebenso "die wenigen fremdländischen Spaziergänger" sind doch Hohn von Ihnen. Ich arbeite hier in der Rudolf-Diesel-Str. Haben Sie sich mal Mittags hier das angesehen? Überall Müll an den Grünflächen und Massen an Flüchtlingen. Im Bus wurde meine Nichte (12 Jahre) bedrängt. Was erwarten Sie? Dass die Leute das gut finden, weil es nicht in ihr Weltbild passt?
(29.03.2015 17:50)
Ungehalten
ist es politische ...
...Korrektnes von "schwarzen" Schafen zu sprechen, na na na...
und was ist eine "bestimmte" Klientel ? Sie schwadronieren mit Vermutungen, Vorwürfen und Hypothesen ohne Sustanz. Basis ist Ihre Gemütslage, wo sind die Begründungen ? Wieso sich die benannte Dame im Giessener Ortsteil unsicher fühlt, kann ich ebenfalls nicht nachvollziehen, kann aber reine Effekthascherei des Redakteurs sein. Denn die Probleme liegen nicht bei den wenigen fremdländischen Spaziergängern in den Giessener Vororten, sondern bei europaweit organisierter Einbruchskriminalität, die in den städtischen Speckgürteln marodieren............ Dies hat aber überhaupt nichts mit den Verhaltensproblemen und Kleinkriminalität einiger weniger HEAE-Gästen auf/in Giessens Straßen und Stadtbussen gemein, sieht man von Raub ab.... Mit entsprechender Präsenz und Reaktion der Ordnungsbehörden, sollte dies Problem lösbar sein. Gewinnt deren Fehlverhalten Oberhand, schwindet die Akzeptanz in breiter Front in der hiesigen Stadtbevölkerung.
Und dies wäre traurig, bei der Masse der hilfsbedürftigen Bürgerkriegsflüchtlinge die Giessen als Anlaufstelle wählen.
(29.03.2015 13:53)
Sebastarus
@Ungehalten
Wenn ich in GI Bus fahre, fühle ich mich wie bei einem Viehtransport. Hier müsste die Stadt Gespräche mit der SWG führen und nicht in Bürgergesprächen in Rödgen eine bestimmte Klientel ruhigstellen. Ich laufe fast täglich an der Grünberger Straßen und ich hatte nie das Gefühl mich in einer bedrohlichen Situation zu befinden. Vielleicht einfach mal so nett sein und ein paar in die Stadt laufende Asylbewerber im Auto mitnehmen. Ich garantiere spannende Gespräche und einen Wechsel der Sichtweise. Klar ist auch, dass die schwarzen Schafe, sofort aussortiert werden müssen! Aber man kann nicht alle Asylbewerber über einen Kamm scheren
(27.03.2015 18:50)
Ungehalten
schon scheintot ?
wenn sie bis heute noch nix mitbekommen haben....und sie wiederholen sich gerne bzgl. den altkonservativen. Vielleicht mal Bus fahren, oder abends die Grünberger entlang schlendern. Raub gestern Nacht http://www.presseportal.de/polizeipresse/pm/43559/2983917/pol-gi-pressemeldung-vom-27-03-2015-raeuber-und-taschendieb-gesucht-unfallflucht-und-einbruchdelikte
aber klar die Schülerinnnen und Frauen müssen halt die Last ihrer etwaigen Attraktivität ertragen, wenn mit südländischen Charme mehr Aufmerksamkeit aufgedrängt wird wie sie mögen.... Klar es sind Einzelfälle(no ironic), doch die nerven genau wie gebetsmühlenartiges Geseiere von der heilen Welt
(27.03.2015 17:54)
Sebastarus
bla bla
Anscheinend macht es vielen altkonservativen Dörflern Angst, wenn sie dunkelhäutige Menschen sehen. Warum wird diesen irrationalen Ängsten auch noch Gehör gegeben? Die Rödgener sind doch noch nicht mal direkt "betroffen" wenn man es so nennen will. Die wirklich "Betroffenen" wohnen entlang der Rödgener/Grünberger Straße, sowie ich. Und ich habe noch keinen Muks von diesen Leuten gehört.
(27.03.2015 13:19)
AEG
@weschlo
Wenn man die vor 14 Tagen bezifferten 100 Kosovaren als Entlastung bezeichnen will, ist das doch eher ein Witz. Sind es natürlich 1000 Kosovaren, dann wird es eine Entlastung geben, jedoch war dann die Angabe vor 14 Tagen eine Lüge.
Wir werden sehen was passiert wenn die neuen Aussenstellen voll sind, und Giessen immer noch an der Kapazitätsgrenze rumwurschtelt. Ich lasse mich aber auch gerne positiv überraschen. Aber geklatscht wird zum Schluss.
(27.03.2015 08:52)
weschlo
@AEG
Da Sie das Geschehen ja auch aufmerksam verfolgen, haben Sie bestimmt mitbekommen, dass es a) neue Außenstellen der HEAE geben wird (unter anderem in Neustadt) und b) die konsequente Zuweisung in andere Landkreise und wohl teilweise auch Bundesländer seit einer Weile endlich besser greift und somit nicht mehr so viele Flüchtlinge so lange in der HEAE in GI bleiben. Also nix mit Lügen über Kosovaren oder so :-)
(26.03.2015 23:32)
AEG
Vor 13 Tagen
stand in dieser Zeitung das es fast keine Asylbewerber mehr aus dem Kosovo gibt. Etwa 100 seien noch da. So sagte Frau Fischer, Sprecherin des Regierungspräsidiums. Die zügige Rückführung von diesen 100 soll nun eine Entlastung bringen ? Hier lügt doch einer.
Entweweder sind es noch viel mehr als 100, oder die Entlastung wird es nicht geben. Denn 100 von 4600 ist keine Entlastung.
(26.03.2015 23:14)
Ungehalten
mit absicht null ahnung ?!?
oder wie erklärt sich eine entlastung bei übermittlung falscher basiszahlen ? wie kann der RP von 250 000 asylsuchenden sprechen, wenn die aktuellen zahlen bereits 500 000 personen bundesweit für das jahr 2015 erwarten lassen ? gezielte desinformation um probleme kleinzureden !
(26.03.2015 21:17)
HorstHorstmann
Friede Freude
Eigentlich kann sich niemand beschweren, schließlich hat man seit Jahrzehnten die Parteien gewählt, die diese Probleme jahrelang verursacht, ignoriert, ausgessen und beschönigt haben. Wer es halt nicht früher gerafft hat, kann sich nur selbst die Schuld geben.
So würde vermutlich so fast jede Gemeinde in der BRD reagieren, wenn die routiniert geregelte Wohlstandsverwaltung mit unliebsamen Tatsachen konfrontiert wird.
Allerdings sitzt der Michel immer noch an reich gedeckten Tischen, was das Protestpotential doch erheblich reduziert, zumal mehrfach pro Woche Fußball übertragen wird.
Eine RÖGIDA braucht man also erstmal nicht zu fürchten :-)
(26.03.2015 20:42)
GAZ_Linuxer
Belästigung im Bus
Na, da werden sich ja die jungen Mädchen und Frauen das nächste Mal, wenn sie "blöd angemacht" werden ja beruhigt zurücklehnen können. Die Aufnahmestelle wird ja Mitte bis Ende des Jahres entlastet werden.
Aufschieben der Probleme mit dem Verweis auf die Zukunft wird es nicht richten! JETZT sollte man an einer Lösung arbeiten und notfalls einfach auch mal rigoros durchgreifen! Muss denn immer erst was passieren, bis die Damen und Herren Politiker wach werden ???
(26.03.2015 19:20)
Ungehalten
Ordnungspersonal ist da...
nur an falscher Stelle eingesetzt, die sollen den Stadtsäckel füllen. Die finden sich vorzugsweise in den verkehrsberuhigten Zonen der Stadtgemeinde beim Ticketing.
(26.03.2015 16:23)
eltomasz
Also alles gut?
Nach dem Termin sind die Bürger bestimmt mit einem guten Gefühl nach Hause gegangen, denn es ist ja alles nicht so schlimm (Ironie aus).
Und wenn es Bitten um mehr Kontrollen gab, dann wurde auf den Personalmangel hingewiesen. Aber wer hat den Personalmangel zu verantworten, doch nicht die verängstigten Bürger. Bis wirklich etwas Schlimmes passiert.
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