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Regionalplan soll erneuerbare Energien deutlich stärken

Artikel vom 22.06.2010 - 22.30 Uhr

Regionalplan soll erneuerbare Energien deutlich stärken

Gießen (pd). Mit klarer Mehrheit hat am Dienstag die Regionalversammlung den Regionalplan Mittelhessen beschlossen. Lediglich die Grünen verweigerten im Stadtverordnetensitzungssaal des Rathauses der über 140 Seiten starken Vorlage die Zustimmung.
Gegen die geplanten Windparks bei Elbenrod und Hattendorf demonstrierten am Rande der Regionalversammlung Besucher aus dem Vogel
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Gegen die geplanten Windparks bei Elbenrod und Hattendorf demonstrierten am Rande der Regionalversammlung Besucher aus dem Vogelsbergkreis. (Foto: Schepp)
Grund: Der Fraktion ist der im Plan vorgesehene Anteil der Energiegewinnung aus Windkraft zu gering. Die Sicherung der Energieversorgung hatte auch Dr. Lars Witteck in den Mittelpunkt gestellt. »Wir wollen in Mittelhessen bis zum Jahr 2020 unseren Verbrauch zu einem Drittel durch möglichst regional erzeugte Energie abdecken«, sagte der Regierungspräsident und dankte den 31 Mitgliedern der Regionalversammlung dafür, »dass Sie sich mit großem Engagement den Anforderungen der erneuten Offenlegung gestellt haben«. Die zweite Offenlegung war erforderlich geworden, nachdem es nach dem ersten Durchgang erhebliche Planänderungen gegeben hatte. Nicht mehr im Regionalplan enthalten ist der »Gewerbepark Pfaffenpfad«, nachdem der Verwaltungsgerichtshof Kassel das Lindener Projekt mit seiner Entscheidung im März gestoppt hatte.

Bürgermeisterin Gerda Weigel-Greilich (Grüne) und Stadtrat Thomas Rausch (CDU) begrüßten als Mitglieder der Regionalversammlung diese Entwicklung. Rausch bezeichnete sie am Rande der Versammlung auf Anfrage als »logische Konsequenz«. Ziel sei es nun, in Gesprächen nach der Sommerpause Lösungen zu finden. Dabei werde der Regierungspräsident die Rolle des Moderators übernehmen. Für Weigel-Greilich ist die VGH-Entscheidung zum Pfaffenpfad »gut und richtig«. Ein Oberzentrum wie Gießen müsse seine Funktionen wahrnehmen können. Perspektivisch sollten die Gewerbeflächen Lützellinden und Pfaffenpfad interkommunal erschlossen werden.

Dass es in der Versammlung hauptsächlich um die Art und Weise der Versorgung mit erneuerbarer Energie ging, zeigen nicht nur die rund 1400 Anregungen und Bedenken, die beim Regierungspräsidium eingegangen sind und die sich größtenteils mit den Vorranggebieten für Windenergie beschäftigten. Auch bei der Sitzung am Dienstag zeigten mehrere Dutzend Besucher aus dem Vogelsbergkreis im wahrsten Sinne des Wortes »Flagge« und entrollten auf der Zuschauertribüne ein Transparent, das unter dem Motto »zu hoch - zu viele - zu nah« noch einmal die Argumente der Bürgerinitiativen gegen Wind-Industrieanlagen in Elbenrod und Hattendorf zusammenfasste. Für eine deutliche Ausweitung der Windenergie sprachen sich die Grünen im Regionalparlament aus. Das Ziel, bis zum Jahr 2020 in Mittelhessen ein Drittel der verbrauchten Energie regenerativ zu erzeugen, könne nur erreicht werden, wenn deutlich mehr Strom durch Windkraftanlagen erzeugt werde, sagte Fraktionsvorsitzender Dr. Karsten McGovern. Statt der im neuen Plan für Windenergie vorgesehenen 0,51 Prozent der Fläche Mittelhessens plädieren die Grünen für eine zusätzliche Ausweisung derartiger Gebiete und eine Erweiterung auf ein Prozent. Diesem Antrag folgte die Versammlung nicht. Einstimmig wurde dagegen beschlossen, bei der Errichtung von Windkraftanlagen einen Abstand von mindestens 1000 Metern zum bewohnten Gebiet einzuhalten.

In Sachen Bevölkerungsentwicklung prognostiziert der Plan bis 2020 in den meisten Kommunen einen Rückgang der Einwohnerzahl. Die Stadt Gießen bildet da eine der wenigen Ausnahmen. Hier soll die Zahl konstant bleiben.

Zu Beginn der Versammlung hatte Roland Wernig von der Planungsgemeinschaft der Region Trier über Erfahrungen mit »strategischer Einbindung regenerativer Energien in regionale Energiekonzepte« berichtet. In Trier und Umgebung werden inzwischen 57 Prozent des Stroms aus erneuerbarer Energie - hauptsächlich Wind- und Wasserkraft - generiert, so der Referent.

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Artikel vom 22.06.2010 - 22.30 Uhr
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