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Rechtspopulisten tagten im Wiesecker Bürgerhaus

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Artikel vom 18.01.2011 - 00.15 Uhr

Rechtspopulisten tagten im Wiesecker Bürgerhaus

Gießen-Wieseck (mö). Weitgehend unbeachtet von der Öffentlichkeit hat die rechtspopulistische neue Partei »Die Freiheit« am vergangenen Samstag im Wiesecker Bürgerhaus ein »Mitglieder- und Interessiertentreffen« abgehalten.
Er lud nach Gießen ein: »Freiheit«-Gründer René Stadtkewitz.
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Er lud nach Gießen ein: »Freiheit«-Gründer René Stadtkewitz.
Offenbar aus Furcht vor Störungen durch Personen aus dem linken Spektrum war der Versammlungsort bis kurz vor Beginn der Veranstaltung geheim gehalten worden. Anwesend bei der Versammlung war auch Parteigründer René Stadtkewitz, dessen Vorbild der holländischen Islamkritiker und Rechtspopulist Geert Wilders ist. Das Hamburger Nachrichtenmagazin »Der Spiegel« hatte dem »Deutschen Geert« unlängst ein siebenseitiges Porträt gewidmet.

Die Veranstaltung in Gießen, an der nach Angaben »Der Freiheit« rund 100 Personen teilnahmen und zu der die heimischen Medien nicht eingeladen worden waren, ist Teil einer Expansionsstrategie, die nunmehr auch Hessen einbezieht. Beauftragt mit dem Aufbau eines hessischen Landesverbandes sind zwei ehemalige FDP-Politiker aus dem Lahn-Dill-Kreis. Es handelt sich um den früheren stellvertretenden Kreisvorsitzenden der Lahn-Dill-Liberalen, Jörg Bader, sowie Sabine Merkelbach, bis zu ihrem Parteiaustritt Vorsitzende des FDP-Stadtverbands Herborn. Ob und inwieweit sich auch Personen aus Gießen bei »Der Freiheit« engagieren, geht aus der parteieigenen Berichterstattung nicht hervor.

Dass die neue Gruppierung, die sich selbst als »Bürgerrechtspartei« bezeichnet, Wieseck zum Treffpunkt für ihre hessischen Anhänger auserkoren hatte, hatte offenbar vor allem verkehrslogistische Gründe. Auf der Internet-Homepage der Partei wird Wieseck zwar nicht erwähnt, aber die dort veröffentlichten Fotos zeigen, dass die Veranstaltung in dem städtischen Bürgerhaus an der Philosophenstraße stattfand.

Weniger Glück hatte Stadtkewitz, der im vergangenen September aus der CDU-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus ausgeschlossen worden war, zuletzt mit seinem Vorhaben, in Berlin einen Landesparteitag abzuhalten. Zwei private Vermieter von Sälen, ein Hotel und eine Schule, machten die Buchungen kurzfristig rückgängig; der Parteitag musste ausfallen.

In Wieseck äußerte sich Stadtkewitz laut dem Eigenbericht seiner Partei auch zum Vorhaben der hessischen Landesregierung, einen staatlich organisierten Islamunterricht an den Schulen einzuführen. Stadtkewitz habe davor gewarnt, die Türkisch-Islamische Union DITIB, den Dachverband der türkischen Moscheen, zum Partner der Landesregierung zu machen. Daneben habe sich der Parteigründer für mehr direkte Demokratie und die Abschaffung von Hartz IV in der »jetzigen Form« ausgesprochen.

Gegenüber dem Radiosender HRInfo äußerte sich Wetzlars Oberbürgermeister Wolfram Dette (FDP) vor dem Hintergrund der Gießener Veranstaltung kritisch zu der Ausrichtung der neuen Partei. Mit »einfachen Antworten« ließen sich insbesondere die Herausforderungen im Bereich der Integrationspolitik nicht lösen, sagte Dette. (Foto: dpa)

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Artikel vom 18.01.2011 - 00.15 Uhr
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Leserkommentare
(30.01.2011 12:55)
rico (gesperrt)
Dette und kritisch ?
Hallo,
Herr Dette hat FDP Leute verloren weil man offiziell keine Antworten
zu der Integrationspolitik geben konnte!
Herr Stadtkewitz hat keine einfachen Antworten für Feiglinge gegeben, sie sind klar und verständlich formuliert im Grundsatzprogramm seiner Partei.
Das sollte der Herr Dette mit seine FDP erst mal hin bekommen, diese Drückeberger und Feiglinge!
(18.01.2011 12:51)
Harry
Gracchus
Vielleicht war Gracchus ja vor Ort! Dann kann er die fehlenden Informationen ja ergänzen :D
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