Rathaus: Feier mit Festakt, Kultur und vielen Informationen
Zur Einweihung des neuen Rathauses am Berliner Platz bietet die Stadt am Samstag und Sonntag ein großes Programm.
Letzte Vorbereitungen für das Wochenende traf Künstlerin Claudia Pense an ihrem Sandstein-Projekt »Schwebende Steine«. (Foto: Schepp)
Gießen (pd). Der Impuls stammt aus dem Jahr 2002, Grundsteinlegung und Richtfest folgten 2007, und am Wochenende wird das neue Rathaus am Berliner Platz mit einem Festakt offiziell eingeweiht. Während bei der Feierstunde am Samstagvormittag im Konzertsaal nur geladene Gäste Zutritt haben, wird das neue Rathaus am Samstag ab 12.15 Uhr sowie am Sonntag ab 12.30 Uhr mit zwei »Tagen der offenen Tür« der Bevölkerung vorgestellt. Über das Programm informierte Oberbürgermeister Heinz-Peter Haumann gestern bei einem Pressegespräch.
»Wir haben zahlreiche Anfragen, das Interesse geht weit über die Grenzen der Stadt hinaus«, freute sich der OB über die große Resonanz im Vorfeld. Die ersten Programmpunkte nach der offiziellen Einweihung versprechen musikalische Unterhaltung: Um 12.15 Uhr eröffnen die »Drei Stimmen« vom Balkon des Stadtverordnetensitzungssaales aus den Reigen mit »Nessun dorma«, die Big-Band der Liebigschule tritt anschließend auf dem Rathausvorplatz auf, und die Turmbläser unter der Leitung von Alfred Joswig geben kurz vor 13 Uhr ein Balkon-Ständchen.
Nach der Begrüßung durch die Gastgeber OB Haumann und Polizeipräsident Manfred Schweizer warten zahlreiche Attraktionen auf die Besucher. Interessenten können das neue Rathaus auf einem markierten Rundweg besichtigen, der sich vom Atrium über die Stadtbibliothek, den Stadtverordnetensitzungssaal, die Magistratsebene mit dem Büro des Oberbürgermeisters sowie über Konzertsaal und Kunsthalle bis zum Stadtbüro erstreckt. Geführte Rundgänge werden am Samstag und Sonntag jeweils um 14 und um 16 Uhr angeboten. Interessenten sollten sich zu diesen Zeiten am Stadtbüro im Erdgeschoss einfinden.
Auch Kunst und Kultur spielen am Wochenende eine große Rolle. Im Rahmen des Bildhauersymposiums werden Künstler an sieben verschiedenen Stellen Werke aus unterschiedlichen Materialien bearbeiten und dabei unter anderem »Drehscheiben-Märchen« sowie eine Keramik-Galerie präsentieren. Die musikalische Palette reicht von Jazz mit »Chicago Five + One« über Rock-Pop mit »Linger« auf der Rathaus-Bühne bis zu zahlreichen Auftritten im Konzertsaal in der Regie der städtischen Musikschule.
Eine digitale Bilddokumentation mit dem Titel »Der Weg vom alten zum neuen Rathaus« wird im Eingangsbereich gezeigt, und auch die Lebenshilfe zeigt im ersten und zweiten Obergeschoss Fotografien zur Rathauserrichtung. Auf dem Rathaus-Vorplatz ist die Lebenshilfe im Rahmen ihrer Oldtimer-Spendenaktion ebenfalls vertreten. Eine Reihe von Vorführungen von der Fahrrad-Codierung bis zur Vorführung der Diensthundestaffel bietet auch die Polizeistation Gießen-Nord in ihrem neuen Domizil.
Abgerundet werden die beiden »Tage der offenen Tür« durch ein reichhaltiges kulinarisches Angebot. Der Oberbürgermeister zählte mehrere Grillstationen mit Würstchen, Steaks, Salaten und einem Nudel-Gemüse-Gericht auf und verwies auf das als »Gießener Ring« von der Bäcker- und Metzger-Innung angebotene Brötchen mit einer Öffnung für einen Wurstkringel. Außerdem werden Kaffee und Kuchen sowie kühle Getränke angeboten. Bis in die Abendstunden soll allerdings nicht gefeiert werden. Am Samstag wird gegen 19 Uhr und am Sonntag gegen 18 Uhr Schluss sein. Haumann kündigte an, dass wegen der unsicheren Witterung auf dem Rathausplatz ein Zelt aufgebaut wird. Parkflächen stehen in der neuen Tiefgarage (Einfahrt über die Ostanlage) sowie im Parkhaus »Am alten Gaswerk« zur Verfügung. »Die Menschen sollen sich einen Eindruck davon machen, wie transparent unsere Verwaltung ist«, bekräftigte der OB, der auch auf die Tatsache einging, dass viele Gießener am Wochenende die Qual der Wahl haben zwischen Rathaus, Botanischem Garten und Wissenschafts-Meile. »Das ist ein tolles Beispiel dafür, wie diese Stadt lebt.« Gefeiert wird übrigens auch am Freitag, allerdings intern. Magistrat und Personalrat veranstalten ein »Fest für die Mitarbeiter als Dankeschön für den Einsatz und die mit dem Umzug verbundenen Belastungen.«