Sie sind hier: Startseite » Stadt » Übersicht »

Rätselraten um Gießener Hells Angels

  Anzeige

Artikel vom 06.01.2017 - 14.10 Uhr

Rätselraten um Gießener Hells Angels

Drei Monate nach den tödlichen Schüssen auf Rocker-Boss Mucuk sind viele Fragen offen, eine heiße Spur zum Täter gibt es auch noch nicht. Doch am Tatort tut sich etwas.

Lupe - Artikelbild vergrössern
© dpa
Wettenberg/Frankfurt (dpa/lhe) - Die Zukunft der Gießener Hells Angels ist drei Monate nach den tödlichen Schüssen auf ihren Chef völlig unklar. Warum haben die türkisch geprägten Rocker zum Jahresende ihr Clubhaus in Wettenberg aufgegeben? Die Ermittler wissen es nicht. Es ist der Ort, an dem Rocker-Boss Aygün Mucuk von einem oder mehreren Unbekannten am frühen 7. Oktober 2016 mit mindestens 16 Schüssen umgebracht wurde. Ob sich das junge Gießener Charter ein neues Quartier sucht, ist genauso ungewiss wie die Nachfolge Mucuks.

Hinweise auf den mutmaßlichen Mörder des 45-Jährigen gibt es auch noch nicht. Die Staatsanwaltschaft Gießen sucht nach wie vor innerhalb und außerhalb der Rocker-Szene nach Hinweisen auf den oder die Täter.

Auf dem Gelände des Clubhauses in Wißmar sollen nach bisherigen Erkenntnissen Wohnungen entstehen. Eigentum der Rocker an dem großen Haus direkt gegenüber der katholischen Kirche St. Raphael sei verkauft worden, heißt es. Die großflächigen Club-Schilder sind abmontiert.

Die Schließung des Clubhauses bedeute aber nicht zwingend ein Ende des Charters Gießen, betonen die Ermittler. Ob sich die Mitglieder lediglich ein neues Domizil suchen oder ob mehr hinter der Schließung steckt, weiß die Polizei nicht.

Wohnungen statt Rocker-Heim - eine solche Umnutzung wird von der Gemeinde «ausdrücklich» begrüßt, wie Wettenbergs Bürgermeister Thomas Brunner (SPD) erklärt. Die Kommune hofft erst einmal auf ruhigere Zeiten. «Wir gehen davon aus, dass die Standortwahl durch den Wohnsitz von Herrn Aygün Mucuk beeinflusst wurde, da dieser bereits vor der Gründung des Charters in Wettenberg wohnte», sagt der Rathauschef. «Wenn eine neue Person die Führungsaufgaben übernimmt, wird dies sicherlich auch Einfluss auf den Standort des Charters haben.»

Zwar habe man derzeit keine gesicherten Erkenntnisse, ob die Hells Angels ihre Aktivitäten in Wißmar vollständig einstellen werden. «Wir gehen jedoch davon aus, dass bei Aufgabe des Clubhauses eine deutliche Beruhigung eintritt. Wir werden weiterhin unserer Möglichkeiten nutzen, um eine Gefährdung der Bevölkerung möglichst gering zu halten», sagt Brunner. Die Ereignisse auch um den Tod von Mucuk hätten viele Bürger beunruhigt, «so dass insgesamt eine Erleichterung insbesondere in der unmittelbaren Nachbarschaft festzustellen ist».



Artikel Drucken Drucken  Versenden
Artikel vom 06.01.2017 - 14.10 Uhr
Social Networks
Facebook Twitter studiVZ meinVZ schülerVZ MySpace  Del.icio.us
X Diesen Artikel versenden






* Bitte füllen Sie alle Felder aus.
Kommentar schreiben
Impressum Kontakt AGB Nutzungsbedingungen Datenschutz
TopSeitenanfang