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RKH-Gelände: Anwohner machen mobil

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Artikel vom 28.09.2014 - 10.03 Uhr

RKH-Gelände: Anwohner machen mobil

Gießen (mö). Im Zusammenhang mit der geplanten Bebauung des früheren RKH-Geländes am Aulweg müssen sich Stadt und Investoren auf eine kontroverse Debatte mit den Nachbarn des neuen Baugebiets einstellen.

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Diese am Mittwoch in der GAZ veröffentlichte Abbildung der möglichen Bebauung trug nicht eben zur Beruhigung der Anwohner bei. (Architekturbüro Schneider)
© Red
Anwohner aus dem Riegelpfad, der Gnauth-, der Stephan- und Ebelstraße wollen sich Anfang Oktober zusammensetzen. Bei dieser Versammlung soll ausgelotet werden, welche Möglichkeiten es noch gibt, Einfluss auf die von der Stadt auf den Weg gebrachte Planung zu nehmen.

Kritisiert wird eine zu dichte Bebauung auf dem Gelände, und befürchtet wird eine Zunahme von Verkehr und Lärm. »Das wird aussehen wie bei Heyligenstaedt. Dort ist die ganze Fläche auch mit Häusern zugeklatscht worden«, sagte der GAZ Jochen Romisch aus dem Riegelpfad, der die Versammlung mit weiteren Anwohnern vorbereitet. In deren Reihen fragt man sich, wie das ohnehin stark belastete Gebiet den zusätzlichen Pkw-Verkehr verkraften soll und wie sich eine viergeschossige Bebauung auf die Verteilung des Lärms von den beiden Bahnstrecken auswirken wird. Romisch: »Der Schall wird dadurch doch ganz andere Wege nehmen.«

Der Riegelpfad-Anwohner äußerte auch Grundsatzkritik an der aktuellen Baupolitik des rot-grünen Magistrats. Momentan finde in Gießen zwischen den Bauträgern ein regelrechtes Wettrennen um die Flächen statt. Die Stadt unterstütze dies mit beschleunigten Planverfahren, die Bürgern weniger Beteilungsmöglichkeiten einräume, so auch im Fall des früheren RKH-Geländes. »Das soll jetzt schnell durchgeboxt werden«, sagte Romisch und berichtete, dass bereits Rückbau- und Abrissarbeiten auf dem früheren Busbetriebshof liefen.

Wie berichtet, hatte der Magistrat am vergangenen Montag die Aufstellung des Bebauungsplans »Gleisdreieck Aulweg« beschlossen. Auf dem rund zwei Hektar großen Gelände, das vom Aulweg sowie den beiden Bahnlinien nach Gelnhausen und Fulda begrenzt wird, sollen ab dem kommenden Frühjahr 160 Wohnungen für etwa 400 Menschen entstehen. Die Planung soll in einem sogenannten beschleunigten Verfahren durchgeführt werden. In einem späteren Stadium der Planung muss die Stadt gleichwohl detaillierte Aussagen zu den Themen Verkehr und Bahnlärm treffen.

Den Anwohnern war das Projekt bereits einmal Mitte Juli bei einer Veranstaltung von Investoren und Stadt vorgestellt worden. Romisch: »Das war eher eine Verkaufs- als eine Informationsveranstaltung.«

Mit der Planung wird sich am kommenden Dienstag erstmals der Bauausschuss des Stadtparlaments befassen. Die Sitzung beginnt um 19 Uhr im Rathaus.

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Artikel vom 28.09.2014 - 10.03 Uhr
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Leserkommentare
(29.09.2014 16:47)
thanksforthetripdad
Das hat man davon
Man macht sich unbeliebt, wenn man behauptet, die Bebauung des Grundstücks ist absolut richtig, und zwar auch keine Einfamilienhäuser, sondern gerade in Innenstadtlage "verdichtet", wie es auf Neusprech heißt. Aber: Es kommt auf den Einzelfall an, wo und wie genau. Auf der anderen Seite, planungs- und medientechnisch, das hat man nun davon, dass man die Beteiligten oder Betroffenen mittels "beschleunigten Verfahren" überfährt. Erinnert sei an den blau-gelben Möbelriesen in Wetzlar. Da kommt was auf die Leute zu. Gut, dass Gießen das erspart bleibt. Vielleicht hier noch nicht zu spät zur Korrektur.
(29.09.2014 14:42)
Bellow
Bauausschuß am kommenden Di
Auch wenn es für diese Runde schon zu spät ist: Die Möglichkeit der Fragestellungen nutzen, unbequem sein, auf Mißstände aufmerksam machen!
Man/Frau kann sich z.B. im Netz unter "formular für bürgerfragen giessen" informieren, wie und wann Fragen gestellt werden können.
Die Fragen müssen vom Magistrat beantwortet werden. Persönlich zur Stadtverordneten-Versammlung (Bauausschuß) erscheinen, die Sitzung ist ÖFFENTLICH. Diese Möglichkeiten auch weitererzählen. Es muß ein breiterer Widerstand gegen diesen Bauboom, welcher die Belange der Bürger dieser Stadt kaum mehr beachtet, entstehen.
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