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Public Viewing: Für deutsche Elf Kleingeld bereithalten

Artikel vom 08.06.2010 - 23.45 Uhr

Public Viewing: Für deutsche Elf Kleingeld bereithalten

Gießen (mö). Lange haben sie die Entscheidung vor sich hergeschoben, aber jetzt geht es nicht anders: Erstmals muss die Agentur DTT Konzerte, die bereits 2006 und 2008 das Public-Viewing im Schiffenberger Tal auf die Beine gestellt hatte, Eintritt nehmen.
Der Aufbau läuft: Am Freitag geht’s in der »WM-Arena« an der Karl-Glöckner-Straße los.	(Foto: Schepp)
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Der Aufbau läuft: Am Freitag geht’s in der »WM-Arena« an der Karl-Glöckner-Straße los. (Foto: Schepp)
Wie bereits berichtet, ist bei den Spielen der deutschen Mannschaft ein Obolus in Höhe von zwei Euro zu entrichten. Veranstalter Dennis Bahl begründete dies am Dienstag bei der letzten Pressekonferenz vor dem Start der »WM-Arena Gießen« mit wirtschaftlichen Zwängen. Es seien nicht genug Sponsorengelder eingeworben worden, da sich viele Firmen beim Dino-Festival engagiert hätten. Dass die Suche nach Geldgebern »so schwierig wird, das war uns nicht bekannt«, sagte Bahl, der die Fans um Verständnis bat und hinzufügte: »Ich denke, zwei Euro sind zu verkraften«.

Drei Tage vor Beginn der Fußball-Weltmeisterschaft und damit auch der Öffnung des Public-Viewing-Geländes an der Karl-Glöckner-Straße hatte Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz Veranstalter, Polizei und die Stadwerke Gießen AG als Unterstützer ins Rathaus eingeladen, um noch einmal für das größte WM-Gemeinschaftserlebnis, das Mittelhessen zu bieten hat, die Werbetrommel zu rühren. Beim ersten deutschen Spiel am kommenden Sonntag will die Stadtchefin Jogis Mannen persönlich anfeuern; in welchem Trikot, ist noch offen.

Jochen Romisch vom Jugendzentrum Jokus, der das Areal des alten Polizeipräsidiums früher für das Open-Air-Kino nutzte, äußerte Verständnis für die Entscheidung des Veranstalters, zumindest bei den deutschen Spielen Eintritt zu nehmen. Der würde sich im Finalfall auf 14 Euro, verteilt auf vier Wochen, summieren. Romisch verwies auf Faktoren wie die an den Fußball-Weltverband zu entrichtende Lizenzgebühr, die Bezahlung der 25 Mann starken Security-Truppe oder die Technikkosten. Ein Aufwand, der mit dem Risiko verbunden sei, »dass die deutsche Mannschaft die ersten zwei Spiele verliert und es regnet. Dann ist die Veranstaltung beendet.« Bahl sprach von Fixkosten in einem sechsstelligen Bereich, die zu refinanzieren seien.

Der Veranstalter wird keinen Vorverkauf anbieten und appellierte an die Besucher, Kleingeld bereitzuhalten, damit sich der zwei Stunden vor Anpfiff beginnende Einlass zügig vollzieht. Die in Gießen lebenden Anhänger solcher Mannschaften wie Griechenland oder Italien, die sich - im Gegensatz zu der Türkei oder Russland - qualifizieren konnten, lud Bahl zum Besuch der WM-Arena ein. Bei Spielen ohne deutsche Beteiligung wird das Gelände eine Stunde vor Spielbeginn geöffnet.

Die »WM-Arena Gießen« wird wieder bewirtschaftet sein und erneut einen Biergarten, ein Kinderland und eine Beacharea anbieten. Am spielfreien 4. Juli soll dort unter dem Motto »Gießen grillt« Hessens größtes BBQ stattfinden. Für Wasser und Strom werden die SWG sorgen, deren Mitarbeiter Thomas Wagner der deutschen Mannschaft alles Gute wünschte. Im Hintergrund halten während der vier Wochen will sich die Polizei. »Wir sorgen Drumherum für Sicherheit«, sagte Polizeidirektor Karl Jakobi, der auf die positiven Erfahrungen aus 2006 und 2008 verwies und von einer »wirklich friedlichen Geschichte« sprach.

Das sollen auch - die hoffentlich stattfindenden - Siegesrundfahrten in der Innenstadt werden, die die Ordnungshüter weitgehend tolerieren wollen. Allerdings appellierte Jakobi an die Corso-Teilnehmer, sich nicht zu weit aus den Autos zu lehnen, nicht auf den Dächern der Kfz Platz zu nehmen und keine langen Fahnenstangen mitzuführen. Dies sei einfach zu gefährlich für die Autoinsassen selbst und die Fußgänger. Nachdem die Landesregierung die Nachtruhe ab dem 11. Juni für vier Wochen um drei Stunden auf ein Uhr nach hinten geschoben hat, dürfte es auch in Sachen Lärmschutz keine Probleme geben. Für den Anlass, Lärm zu machen, können freilich nur Schweinsteiger und Co. sorgen. Mehr Informationen zum Public-Viewing im Internet unter: www.wm-arena-giessen.de

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Artikel vom 08.06.2010 - 23.45 Uhr
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