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Private Feuerwehr für Gießener Erstaufnahmeeinrichtung

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Artikel vom 24.06.2015 - 10.30 Uhr

Private Feuerwehr für Gießener Erstaufnahmeeinrichtung

Die Außenstelle der Hessischen Erstaufnahmeeinrichtung (HEAE) für Flüchtlinge im Gießener US-Depot erhält eine eigene Feuerwehr. Der neue Brandsicherheitsdienst soll die freiwilligen Feuerwehren entlasten.

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Die mutwillige Auslösung von Brandmeldern ist ein großes Problem in den Flüchtlingsunterkünften. (Symbolfoto)
© Burkhard Moeller
Gießen (mö). Bei den ehrenamtlichen Feuerwehrleuten aus Rödgen, Wieseck und Gießen-Mitte sorgt diese Nachricht für große Erleichterung: Das Land Hessen beauftragt sozusagen eine Privatfeuerwehr, um in der Außenstelle der Hessischen Erstaufnahmeeinrichtung (HEAE) für Flüchtlinge im früheren US-Depot den vorläufigen Brandschutz zu gewährleisten. Dies bestätigte am Dienstag Regierungspräsident Dr. Lars Witteck auf GAZ-Anfrage.

Wie Witteck sagte, soll dieser private, vom Hessischen Innenministerium beauftragte Brandsicherheitsdienst bereits ab dem kommenden Freitag an der Rödgener Straße mit sechs Personen und einem Fahrzeug im Einsatz sein. Damit soll endlich das Problem mit den zahlreichen Fehlalarmen behoben werden, die die freiwilligen Feuerwehrmänner und -frauen in den letzten Monaten an die Grenzen ihrer Belastbarkeit geführt hatten. Nach Angaben von Witteck kostet das Engagement der Privatfeuerwehr das Land rund 600 000 Euro pro Jahr.

Positive Reaktion auf den Brandsicherheitsdienst

In den Reihen der Freiwilligen ist zwar bekannt, dass die Beauftragung einer Privatfeuerwehr als eine Option geprüft wird. Dass es nun auch so kommen soll, sorgt natürlich für Freude. »Prima. Ich hätte nichts dagegen«, kommentierte Rödgens Wehrführer Steffen Schmidt die Nachricht aus dem RP. Neben Rödgen fuhren zuletzt die Wehren aus Wieseck und Gießen-Mitte die nächtlichen Einsätze in den Flüchtlingsunterkünften im Meisenbornweg und im früheren US-Depot.

Die Beauftragung der Privatfirma ist eine Reaktion darauf, dass die zuletzt durchgeführte Änderung bei der Brandmeldung letztlich nicht zu einem Rückgang der Fehlalarme geführt hatte. »Im Grunde ist es nie besser geworden«, sagte Schmidt.

Tagsüber sind die Freiwilligen Wehren schon seit einiger Zeit nicht mehr im HEAE-Einsatz, weil dies den Arbeitgebern der Feuerwehrleute einfach nicht mehr zugemutet werden konnte. Aufgefangen wurde diese Maßnahme durch eine Personalaufstockung bei der Berufsfeuerwehr.

183 Fehlalarm-Einsätze

Laut einem Bericht des Magistrats rückten zwischen Oktober vergangenen Jahres und Ende Februar die Gießener Feuerwehren 358-mal auf der Grundlage eines Fehlalarms aus. 183 und damit in etwa die Hälfte aller Fehlalarm-Einsätze führten die Wehren in eine der beiden Erstaufnahmeeinrichtungen.

Zur Flüchtlingsaufnahme- und verteilung gab Hessens Sozialminister Stefan Grüttner (CDU) gestern im Wiesbadener Landtag eine Regierungserklärung ab. Im Laufe der Woche will auch das für die HEAE zuständige Gießener RP über einige neue Maßnahmen informieren. Die Belegungszahl hatte nach dem Wochenende mit fast 6000 Bewohnern an den fünf Standorten in Gießen, Neustadt, Kirchheim und Bad Arolsen einen neuen Höchststand erreicht.

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Artikel vom 24.06.2015 - 10.30 Uhr
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Leserkommentare
(01.07.2015 20:52)
iva verdi
kenny
Besser hätte ich es auch nicht formulieren können.
(30.06.2015 10:50)
Ungehalten
bitte gehen sie
zu Fuß....
(30.06.2015 08:35)
kenny
Infos für Kommunalpolitiker
Nun werden unsere Gäste peu a peu auf die Gemeinden und Städte verteilt werden. Mein Vorschlag an alle Gremien, die sich mit der konkreten Ausgestaltung der Unterbringung zu beschäftigen haben : machen Sie eine Gießener Rundtour, von der neuen Mülldeponie Ursulum entlang der Haltestellen der Linie 1 in die City ( werktags später Vormittag und wieder am Nachmittag / Abend ) auf dem Seltersweg und beenden Sie die Tour z. B. im Theaterpark. Vielleicht helfen die gewonnenen Eindrücke, gewisse Fehler in der Einschätzung dessen, was auf Sie zukommt, zu vermeiden !
(29.06.2015 23:19)
AEG
@Ungehalten
Die sind nicht gelangweilt, die sind recht geschäftstüchtig. Die Feueralarme werden ausgelöst um im die Mitbewohner im Rahmen der Gebäudeevakuierung zu bestehlen. Scheint doch recht lukrativ zu sein.
Auch das vermieten von Duschköpfen und Betten soll eine recht gewinnbringende Geschäftsidee sein die sich etabliert hat.
(28.06.2015 23:25)
Ungehalten
dazu brauchst du Talent...
als Pausenclown für gelangweilte Gäste, die Demut fehlt den meisten...
(28.06.2015 17:14)
Owerhesse
Job
Kann man sich für die Feuerwehr in der HEAE irgendwo bewerben? Klingt nach nem interessanten Arbeitsplatz.
(27.06.2015 18:43)
muendigerbuerger
Wer arbeitet muß ausgeruht sei
@kenny
Könnte man verstehen, denn schließlich sollten die Personen, sprich der Steuerzahler welcher alles finanziert, ausgeruht sein um seine volle
Leistungskraft für die "Willkommenskultur" erhalten zu können!
(27.06.2015 10:47)
kenny
Wertschätzung
Ich gehe noch weiter als ungehalten : kann man von einem Bundespräsidenten, der an anderer Stelle nicht müde wird, das Ehrenamt zu loben ( denn es spart der öffentlichen Hand ja immense Kosten ) denn nicht erwarten, dass er, hier in Gießen vor Ort, denjenigen persönlich seinen Dank ausspricht, die täglich 24 Stunden und 365 Tage im Jahr ihre Zeit für den Brandschutz der " Gäste " opfern ? Ich wage auch noch eine Prognose : es wird nicht mehr lange dauern, bis sich die ersten Netzwerker und Betroffenen über einen angeblichen Lärm von Sondersignalen auf den Strecken zu Gießener Migrantenunterkünften beschweren ... armes Deutschland !!!
(27.06.2015 06:26)
AEG
Der 3. Einsatz
kam schon 20 Minuten nach meinem letzten Beitrag. Also 3 Stück in gut 45 Minuten. Respekt.
(26.06.2015 23:56)
kolter
Sieht eher
nach zwei Fehlalarmen aus. Noch einer und dann ist der Tagesschnitt wieder erreicht.
(26.06.2015 21:54)
AEG
Er wird doch
nichts passiert sein ? Oder steht Giessen Ost bzw. Rödgen in Flammen ?
2 mal in 30 Minuten die ganze Löschzugarmada die Grünbergerstraße hoch.
(26.06.2015 16:29)
Ungehalten
lobenswert
die Haltung der freiwilligen Helfer, denen gehört an dieser Stelle gehöriger Respekt gezollt. Liebe Bürgermeisterinnen und Lieber RP, finde es an der Zeit dies gezielt in der Öffentlichkeit auszusprechen. Denn die freiwillgen Helfer hätten alles Recht den Job hinzuwerfen, statt tagein-tagaus Scherzeinsätze in der HEAE fahren.
(26.06.2015 10:55)
kenny
Bürgersinn und Engagement
zu compacty87 und Chreng : Fakt ist und bleibt, dass sich diese " GÀste " einen Spaß mit unserer Auffassung von BÃŒrgersinn und ehrenamtlichen Engagement machen - und das völlig gefahrlos fÃŒr den eigenen Asylantrag. Ich wage zu prognostizieren, dass sich von diesen Migranten spÀter kaum einer fÃŒr das Wohl und die Sicherheit unserer Stadtgemeinschaft engagieren wird - er erlebt ja bei jedem Fehlalarm, dass die Feuerwehrfrauen und -MÀnner bei Wind und Wetter und zu jeder Nachtzeit zur Stelle sein mÃŒssen. Da ich selbst schon auf die Hilfe der Feuerwehr zurÃŒckgreifen musste an dieser Stelle ein herzlicher Dank fÃŒr Ihr Engagement, das Sie trotz vieler Widrigkeiten unbeirrt weiter fÃŒr uns BÃŒrger aufbringen!
(26.06.2015 06:47)
compacty87
@Chreng
Deine Aussage Stimmt so nicht!
Die freiwilligen Feuerwehren Gießen Mitte, Rödgen und Wieseck werden im täglichen Wechsel für die HAEA Außenstelle Rödgener Str. alarmiert.
Für die HEAE in Meisenbornweg werden im täglichen Wechsel die freiwilligen Feuerwehren Kleinlinden, Lützellinden und Allendorf alarmiert.
Von Lützellinden, Allendorf und Kleinlinden könnte aufgrund der Entfernung zur Rödgener Str. niemals die Hilfsfrist eingehalten werden.
(25.06.2015 09:45)
Ungehalten
sind nur Peanuts...
oder umgerechnet 20-25 Plan-Stellen für Kindergärtner/Erzieher die hierdurch die Juxerei von ein paar Idioten verblasen werden. Oder 30 Jahre Spaßbrückenaufbau an der Wieseckmündung. Dabei wird hier lediglich an den Symptomen gearbeitet, die Ursache selbst bleibt unangetastet, das Konfliktpotential ändert sich nicht, da keine Konsequenzen zu befürtchten sind...
(25.06.2015 09:32)
Chreng
Es betrifft alle Feuerwehren..
Hallo liebe Redaktion,
im Artikel sprechen Sie nur von den Stadtteilen Rödgen, Wieseck und Gießen Mitte.
Es ist sehr schade, dass es Ihnen (immer noch) nicht bekannt ist, dass mittlerweile ALLE Gießener Feuerwehren sich abwechselnd die Nächte um die Ohren schlagen!
(24.06.2015 22:46)
kenny
Schick wäre es ...
... wenn die Landesregierung einmal an das eigene hessische ( Wahl- ) Volk denken und nochmal den Betrag von 600000,- € zur Verfügung stellen würde, um den Gemeinden bei der längst fälligen Modernisierung des Fahrzeugparkes und er Ausrüstung der Feuerwehren zu helfen ... aber man kümmert sich ja lieber um die " Gäste " !
(24.06.2015 20:29)
history99
Schick ...
... wie sich Steuergelder in Luft auflösen. Mal eben mehr als 'ne halbe Million. Vielleicht sollte man stattdessen 10% der Summe als Belohnung fürs "Verpetzen" der Übeltäter aussetzen. Offenbar hat das Land viel zu viel Geld. Sollte man ihm einfach wegnehmen ...
(24.06.2015 19:38)
_Lisa_
FFW
Mein Sohn wünscht sich auch eine eigene Feuwewehr!
Welche Werte muss ich ihm vermitteln, damit er sie bekommt?
(24.06.2015 19:11)
schneckerich
Was kommt als nächstes?
Wenn jetzt die Feuerwehr vor Ort ist und das lustige Spiel Feueralarm auslösen nicht mehr für Zerstreuung sorgt muss man Angst haben was sich dann ausgedacht wird um dem trägen Heimalltag etwas Spannung zu verleihen.
(24.06.2015 12:27)
AEG
Da hat die Giessener FDP
am 12.05. durch ihren Ortsverbandsvorsitzenden Frank Schulze hier aber ganz andere Dinge berichtet. Da wurde dem RP noch ein Erfolg durch die Änderung der Feueralarmmeldung attestiert. Das gleiche wurde auch im Stadtparlament beklatscht.
Nun lese ich das die Feuerwehr im Grunde niemals eine Entlastung durch die eingeführten Maßnahmen erfahren hatte. Da frage ich mich, warum sich in der giessener Politik vollkommen realitätsfern gegenseitig gelobhudelt wird, wenn man vom Gegenteil täglich mit Sondersignal umkreist wird ?
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