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Präsidium der Universität legt Budgetplanung für 2011 vor

Artikel vom 02.12.2010 - 15.00 Uhr

Präsidium der Universität legt Budgetplanung für 2011 vor

Gießen (si). Die Justus-Liebig-Universität rechnet für das kommende Jahr mit rund 1,7 Millionen Euro weniger Landeszuschüssen als 2010, insgesamt 238 Millionen Euro. Dem stehen Einnahmesteigerungen gegenüber, vor allem bei den Drittmitteln, die sich allein um 5,3 Mio. auf 52,5 Millionen Euro erhöhen.
Unterm Strich steigen dadurch die Gesamteinnahmen sogar, nämlich um 5,2 Mio. Euro auf 309 Millionen Euro. Weil ein Großteil der Mittel jedoch fest verplant ist, wird sich der finanzielle Spielraum der Hochschule weiter verringern. So lässt sich die Budgetplanung 2011 knapp zusammenfassen, die der JLU-Haushaltsbeauftragte, Kanzler Dr. Michael Breitbach, gestern im Senat vorstellte. Sie war der wichtigste Punkt in einer umfangreichen Sitzung, bei der das Gremium auch Studienordnungen verabschiedete und Berufungslisten billigte.

Breitbach erinnerte daran, dass das Präsidium im März letzten Jahres für 2011 noch mit Mehreinnahmen von rund sechs Millionen Euro gerechnet hatte. Dann kam der neue Hochschulpakt, der den hessischen Hochschulen deutlich geringere Einnahmen vor allem bei der Grundfinanzierung brachte. Weil die Justus-Liebig-Universität bei verschiedenen leistungsorientierten Parametern überdurchschnittlich gut abschnitt, fiel das Minus jedoch weniger drastisch als zunächst befürchtet aus. Zwar können die Hochschulen ab 2013 aus heutiger Sicht wieder mit deutlichen Mehreinnahmen rechnen. Für 2011/12 sei jedoch von einer »Stagnation des real verfügbaren Budgets« auszugehen, so Breitbach gestern. Das Präsidium will die zentralen Rücklagen deshalb ab dem übernächsten Jahr nicht mehr - wie bisher - zum Ausgleich des Gesamthaushaltes einsetzen. Das werde die laufenden Ausgaben treffen. Die Rücklagen sollten statt dessen zur Risikovorsorge verwendet werden. Ausnahmen seien nur bei der Finanzierung einmaliger Ausgaben/Investitionen vorgesehen, so der Haushaltsbeauftragte.

Bei den Berichten zu Beginn der Sitzung ging es unter anderem noch einmal um die Sondermittel, die das Land zur Verbesserung der Qualität der Studienbedingungen und der Lehre zur Verfügung stellt. 13,5 Millionen Euro erhält die Gießener Universität dafür im kommenden Jahr. Ein Großteil davon ist bereits seit Längerem verplant. Über die Verteilung der restlichen 2,7 Millionen Euro hat das Präsidium nun entschieden. Es folgte in allen Punkten den Vorschlägen der zentralen Vergabekommission, die zur Hälfte mit Studierenden besetzt ist, und bewilligte 37 fachübergreifende Maßnahmen. Sie betreffen den Studien- und Prüfungsservice, das Lehrangebot, internationale Aspekte des Studiums, E-Learning oder auch das »barrierefreie« Studium«. Der größte Einzelposten (220 000 Euro) wandert in die Bibliothek, wo der Zugang zu wissenschaftlichen Veröffentlichungen verbessert werden soll.

Die nach den Studentenprotesten vor einem Jahr eingerichtete »Monitoring-Gruppe« wird im kommenden Januar zum letzten Mal tagen. Ein Nachfolgeforum ist schon vorgesehen. Aufgrund der Vorschläge der AG sind bereits viele Studienordnungen »entschlackt« worden. Die zentralen Gremien müssten nur bei prüfungsrelevanten Regelungen eingeschaltet werden. Ansonsten reiche eine »Mitteilung«, fasste Mukherjee zusammen.

Planmäßig laufen nach Angaben Breitbachs die Vorbereitungen für den städtebaulichen Wettbewerb zur Neugestaltung der beiden Philosophika. Die ersten Nutzer hätten sich schon von sich aus bei der Liegenschaftsabteilung mit Anregungen gemeldet. Am 19. Januar ist eine Veranstaltung für alle Hochschulangehörigen dieses Bereichs geplant. Sie sollen dann Informationen zum weiteren Vorgehen erhalten.



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