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Poppe-Gelände: Investor Beitlich hat Grundstück übernommen

Artikel vom 28.06.2012 - 13.37 Uhr

Poppe-Gelände: Investor Beitlich hat Grundstück übernommen

Gießen (mö). Überraschende Wende im Verfahren zur Nachnutzung des Poppe-Geländes am Leihgesterner Weg. Der bekannte Projektentwickler und Investor Daniel Beitlich hat das Betriebsgelände erworben und verfolgt nun offenbar ein völlig anderes Konzept als jenes, das bislang präsentiert worden war.

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Beeindruckend sind die Gewölbe unter dem Poppe-Gelände am Leihgesterner Weg. Ihr Erhalt ist jetzt wahrscheinlicher geworden. (Foto: Schepp)
Wie es in einer von der Stadt am Mittwoch verbreiteten Presseerklärung heißt, wolle Beitlich auch »die historisch und erinnerungskulturell wertvollen Teile so weit wie möglich in seinen Planungen berücksichtigen, sodass die kontrovers und teilweise auch emotional geführte Diskussion um die historischen Keller durch eine vermittelnde Planung schnellstmöglich abgeschlossen werden kann«. Beitlich selbst, der in diesem Fall als Geschäftsführer der Revikon GmbH auftritt, erklärte in der Mitteilung: »Wir setzen bei der Neustrukturierung des Areals auf einen Mix aus Bestandssanierung und Neubebauung, das ermöglicht uns den Erhalt der historischen Geländeteile, wie auch immer diese stadtgeschichtlich zu bewerten sind. Mietinteressenten könnten sich unter info@deutsche-revikon.de mit den Investoren bereits jetzt in Verbindung setzen.

Wie Bürgermeisterin und Planungsdezernentin Gerda Weigel-Greilich (Grüne) erläuterte, sollen die unmittelbar an der Elsa-Brandström-Straße gelegenen Grundstücke aus dem Verkauf des Firmengeländes an die Revikon GmbH herausgelöst werden. Aufgeteilt in kleinere Baugrundstücke, sollen sie direkt an Bauinteressenten verkauft werden. Entsprechend den Zielen der Einleitung des Bebauungsplanes sollen hier im Rahmen des vorliegenden Baurechtes nach Paragraf 34 Baugesetzbuch Einfamilienhäuser entstehen, die sich in die umgebende, kleinteiligere Wohnbebauung einfügen werden.

Das bisher präsentierte Konzept sah einen Mix aus einem Seniorenpflegeheim, Häusern mit altengerechten Wohnungen, Einfamilienhäusern und auf der Ecke Leihgesterner Weg/Aulweg einen kleinen Supermarkt vor. Dieser Entwurf schloss aus, den vorhandenden Gebäudebestand zu erhalten. Im Gegenteil betonte der Projektentwickler aus Gelnhausen, dass ein Erhalt der Kellergewölbe mit einer wirtschaftlich vertretbaren Nachnutzung des Areals nicht in Einklang zu bringen sei.

Diese Auffassung und einige andere Punkte in dem Konzept riefen die Bürgerinitiative »Lebenswertes Gießen« auf den Plan, die auf einen Erhalt der Kellergewölbe drängte. Dies mit dem Hinweis auf die tragischen Ereignisse während der Bombardierung Gießens im Zweiten Weltkrieg, als am 6. Dezember 1944 wohl über 100 Menschen in dem als Luftschutzraum genutzten »Poppe-Keller« umkamen. Die BI begrüßte die neue Entwicklung gestern in einer Presseerklärung. Auch die CDU-Fraktion im Stadtparlament ist der Meinung, dass die Keller erhalten werden müssen.

Ob die ganz früher als Bierkeller genutzten Gewölbe unter Denkmalschutz gestellt werden, ist vom Landesdenkmalamt offenbar noch nicht entschieden worden.



Arbeitsplätze gesichert?



Dass das Areal nunmehr verkauft worden ist, ist aus Sicht der Stadt auch standortpolitisch eine gute Nachricht. Denn das Unternehmen Poppe hatte den Verkauf als Voraussetzung dafür genannt, um in den Bau einer neuen Verwaltung am Ohlebergsweg investieren zu können. Damit, so der Betriebsrat, würden 80 Arbeitsplätze am Poppe-Standort Gießen gesichert.

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Artikel vom 28.06.2012 - 13.37 Uhr
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