Gießen-Petersweiher (ck). In der Siedlung Petersweiher mehren sich die Klagen über den seit Jahren »dramatisch zunehmenden Verkehr« auf der Landesstraße 3131, die Gießen mit den Pohlheimer Stadtteilen verbindet und an Petersweiher vorbeiführt.
Die Bewohner von Petersweiher wünschen sich, dass die Kreuzung der L 3131 mit den Zufahrten zu ihrer Siedlung und zum Schiffenberg zu einem Kreisverkehr ausgebaut wird. (Foto: Schepp)
Resultat sei zum einen ein hoher Geräuschpegel, der über die tiefer gelegenen Siedlung schwappt. Zudem sorgten die vielen Fahrzeuge dafür, dass die Wartezeiten an der Kreuzung zu den verkehrsreichen Phasen immer länger würden. Niedergeschlagen hat sich der zunehmende Protest der Bewohner in einer Unterschriftensammlung, an der sich - so Initiator Volker Thomas - fast alle Besucher des Petersweiher-Sommerfestes vor knapp zwei Wochen beteiligt hätten.
Nach Angaben von Thomas, der auf Anregung von Nachbarn die Sammlung gestartet habe, sind allein auf dem Fest rund 120 Unterschriften zusammengekommen; eine Zahl, die in den kommenden Wochen aber noch zunehmen dürfte, da man auch bei den Anwohnern vorstellig werden wolle, die das Stadtteilfest nicht besucht hatten. Danach sollen die Listen dem Magistrat der Stadt Gießen überreicht werden.
Im Einzelnen geht es den Bewohnern um das Ergreifen von Lärmschutzmaßnahmen sowie die Errichtung eines Kreisverkehrs statt der momentanen Ampelregelung. Letzteres würde Thomas zufolge sowohl die Wartezeiten an der Kreuzung deutlich reduzieren, zum anderen auch die Geschwindigkeit der sich dem Kreisel nähernden Fahrzeuge verringern.
Der starke Lärm, der die Bewohner in zunehmendem Maße beeinträchtige, resultiere jedoch nicht nur aus der - trotz vorgegebener Tempohöchstgrenze - zum Teil hohen Geschwindigkeit der Fahrzeuge, sondern auch aus der gestiegenen Zahl an Pkw und Lkw. Als Gründe dafür sieht der Initiator den verstärkten Kundenstrom durch die Erweiterung der Einkaufsmöglichkeiten im Schiffenberger Tal sowie den Bau der »Neuen Mitte« in Watzenborn-Steinberg. Dazu komme, dass durch die Sperrung der Licher Straße vor sieben/acht Jahren viele Einpendler nach Gießen diesen Weg an Petersweiher vorbei nach Gießen entdeckt und schließlich bei ihm geblieben seien. Auch zurzeit machten sich die erneuten Bauarbeiten in Gießens östlicher Zubringerstraße wieder bemerkbar.
Laut Thomas sind bei einer Verkehrszählung im Jahr 2005 13 472 Pkw plus 337 Lkw pro Tag registriert worden. Die Zahlen der aktuellen Zählung von 2010 würden wohl erst im kommenden Jahr veröffentlicht. Gemäß einer EU-Verordnung müsse eine Kommune ab 16 400 Fahrzeugen pro Tag etwas unternehmen.Und in Petersweiher habe man durchaus das Gefühl, dass diese Zahl erreicht werden könnte. Zudem, so Thomas, lasse der Verkehr nach den Stoßzeiten nicht abrupt nach. »Teilweise geht das bis in die späten Abendstunden.«
Ein Kreisverkehr wird wirklich kurzfristig zu weniger Verkehrslärm an dieser Stelle führen, weil langsamer gefahren wird und der Verkehr flüssiger wird. Allerdings werden dann noch mehr Fahrzeuge diesen Weg nach Gießen nehmen, weil die Strecke für PKW an Attraktivität gewinnt. Ob die Anwohner sich damit einen Gefallen tun, sollten sie sich gut überlegen. Schade, dass Anwohner immer nur dann aktiv werden, wenn es um die Lärmbelästigung vor ihrer Haustür geht und dann technische Maßnahmen fordern. Warum melden sie sich nicht zu Wort, wenn es um die Ansiedlung von weiterem Einzelhandel im Schiffenberger Tal geht, der die Verkehrsprobleme weiter verstärkt? Warum fordern sie nicht Parkgebühren auf den Uniparkplätzen, damit die Studenten die bahn und nicht das Auto nutzen? Warum nicht den Ausbau des ÖPNV? Warum nicht eine Sanierung des maroden Radwegs an der Landesstraße, damit Radfahren nach Gießen wieder Freude macht? Warum nicht wohnortnahe Supermärkte in den Stadtteilen statt der Auto-Einkaufsstadt "Neue Mitte"?
Schade, dass Anwohner immer nur dann aktiv werden, wenn es um die Lärmbelästigung vor ihrer Haustür geht und dann technische Maßnahmen fordern. Warum melden sie sich nicht zu Wort, wenn es um die Ansiedlung von weiterem Einzelhandel im Schiffenberger Tal geht, der die Verkehrsprobleme weiter verstärkt? Warum fordern sie nicht Parkgebühren auf den Uniparkplätzen, damit die Studenten die bahn und nicht das Auto nutzen? Warum nicht den Ausbau des ÖPNV? Warum nicht eine Sanierung des maroden Radwegs an der Landesstraße, damit Radfahren nach Gießen wieder Freude macht? Warum nicht wohnortnahe Supermärkte in den Stadtteilen statt der Auto-Einkaufsstadt "Neue Mitte"?