Die Klagen der Anwohner nachvollziehen kann Prof. Norbert Fischer-Schlemm. Früher an der Fachhochschule Gießen-Friedberg als Verkehrsexperte tätig, hat er im Landkreis Gießen etliche Kreisverkehre geplant. »Eine einspurige Anlage wäre auch an der Zufahrt nach Petersweiher kein Problem«, sagte er auf AZ-Anfrage. 20 000 bis 22 000 Fahrzeuge fasse ein Kreisel mit einer Fahrbahn problemlos. Zweispurige Anlagen böten keinen maßgeblichen Mehrwert, da sich die Kapazität nicht deutlich erhöhe, zudem die Gefahr für Unfälle steige.
Als Ursache für die Lärmbelästigung sieht Fischer-Schlemm vor allem die Fahrer, die bei Grünlicht oder gelbem Vorwarnblinklicht ordentlich aufs Gas treten, um noch über die Kreuzung zu kommen. Ein Kreisverkehr biete tatsächlich die Gewähr, dass sich das Tempo der Autos und damit deren Lärmausstoß reduzieren würde.
Ein Kreisverkehr wird wirklich kurzfristig zu weniger Verkehrslärm an dieser Stelle führen, weil langsamer gefahren wird und der Verkehr flüssiger wird. Allerdings werden dann noch mehr Fahrzeuge diesen Weg nach Gießen nehmen, weil die Strecke für PKW an Attraktivität gewinnt. Ob die Anwohner sich damit einen Gefallen tun, sollten sie sich gut überlegen. Schade, dass Anwohner immer nur dann aktiv werden, wenn es um die Lärmbelästigung vor ihrer Haustür geht und dann technische Maßnahmen fordern. Warum melden sie sich nicht zu Wort, wenn es um die Ansiedlung von weiterem Einzelhandel im Schiffenberger Tal geht, der die Verkehrsprobleme weiter verstärkt? Warum fordern sie nicht Parkgebühren auf den Uniparkplätzen, damit die Studenten die bahn und nicht das Auto nutzen? Warum nicht den Ausbau des ÖPNV? Warum nicht eine Sanierung des maroden Radwegs an der Landesstraße, damit Radfahren nach Gießen wieder Freude macht? Warum nicht wohnortnahe Supermärkte in den Stadtteilen statt der Auto-Einkaufsstadt "Neue Mitte"?
Das BID Marktquartier will dauerhaft ein Kinderkarussell auf den
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