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Parlamentsmehrheit für naturnähere Gestaltung von Schwanenteich und Wieseck

Artikel vom 28.06.2012 - 11.32 Uhr

Parlamentsmehrheit für naturnähere Gestaltung von Schwanenteich und Wieseck

Gießen (ta). Der Magistrat hat auf die heftige Kritik von Naturschutzvertretern sowie das Unwohlsein in den Regierungsreihen reagiert und sein Konzept für eine naturnähere Gestaltung des Schwanenteichs und der benachbarten Wieseck sowie der Oberlache verändert.

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Die zum Teil geänderten Anträge zur Förderung der Maßnahmen durch das Hessische Umweltministerium wurden bei der Stadtverordnetensitzung am Mittwochabend im Rathaus von der rot-grünen Mehrheit mit Zustimmung einzelner Oppositionsabgeordneter verabschiedet.

Gestrichen wurde nach Mitteilung von Bürgermeisterin Gerda Weigel-Greilich, die sich auf die Beratungen im Naturschutzbeirat und beim Runden Tisch Landesgartenschau berief, vor allem das umstrittene Vorhaben, die beiden Längsseiten des Schwanenteichs mit Betonwänden einzufassen. Weil dies zulasten der Wasservögel ginge, ist nunmehr geplant, einen erosionssicheren Damm mit einem Geogitter aus Textilgewebe samt einigen Ausstiegstellen für Wasservögel zu schaffen.

Außerdem beschloss das Parlament, dass zugunsten der Umgestaltung der benachbarten Wieseck kein »alter Baumbestand« gefällt werden darf. Das bedeutet, dass auf ein Mäandrieren des Flüsschens in das bisherigen Freibadgelände hinein verzichtet wird. Gefällt werden sollen hingegen die Bäume auf dem Damm zwischen der Wieseck und dem Schwanenteich.

Ohne einen Eingriff in den Park drohe auf Dauer, dass der Damm ausgehöhlt wird, der Teich ausläuft und so eine Sumpflandschaft entsteht, betonte die Bürgermeisterin. Für die Bündnisgrünen unterstrich Dr. Markus Labasch, der Magistrat wolle das Konzept der Agendagruppe »Wieseckfluss« umsetzen. Dazu gehöre auch das vorgesehene Biotop für den Bitterling, weil diese seltene Fischart einen hohen Schutzstatus genieße.

Die gesamte Planung sei unausgegoren und habe mit Renaturierung wenig zu tun, kritisierte Dr. Martin Preiß (FDP); die bereits vollzogene Entschlammung reiche vorerst. Die CDU-Fraktion konnte sich auch in einer Beratungspause nicht auf eine Linie verständigen und stimmte uneinheitlich ab.

Für diese Begleitmaßnahme zur Landesgartenschau 2,6 Millionen Euro auszugeben, sei eine Verschwendung von Steuergeldern, empörte sich Michael Janitzki (Linkes Bündnis). Der Magistrat solle lieber eine Bürgerbefragung zum künftigen Gesicht dieses Naherholungsraums organisieren.



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Artikel vom 28.06.2012 - 11.32 Uhr
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Leserkommentare
(30.06.2012 15:40)
Klinkigt
Ein ökologisches Desaster
Die Landesgartenschau, ein ökologisches Desaster: hunderte alte Bäume werden gefällt, Wasservögel aus ihren Brutgebieten vertrieben und und und.
Was hat das noch mit Natur zu tun?
Wie so oft, wenn die Politiker klotzen statt kleckern: Außen hui, innen Pfui!
(30.06.2012 14:38)
barthel
bitterling
zur obenstehenden Stellungnahme: pardon, ich habe vergessen, meine Quelle zu nennen: Wikipedia
(30.06.2012 10:53)
barthel
gefährdet?
Wie ich kürzlich nachgelesen habe, ist der Bitterling keineswegs eine generell gefährdete Tierart. Gefährdet ist er vor allem dort, wo der Bestand an Teichmuscheln dezimiert wurde, z.B. durch rücksichtslose Ausbaggerung- wie beim Schwanenteich. Die Stadt hat also die Gefährdung, der sie jetzt mit Hilfe von Fördergeldern entgegenwirken will, selbst herbeigeführt.
Und: Ohne einen ausreichenden Bestand an Teichmuscheln sind alle anderen Maßnahmen -für den Bitterling jedenfalls- vollkommen nutzlos.
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