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»Nordtalk«: Premiere mit guter Resonanz

Artikel vom 31.07.2010 - 16.00 Uhr

»Nordtalk«: Premiere mit guter Resonanz

Gießen (son). Die Zukunft der Gießener Nordstadt geht alle Menschen an, die dort ihren Lebensmittelpunkt haben. Dieser Meinung ist der Nordstadtverein und hatte deshalb jetzt zu seinem ersten Bürgertisch, dem »Nordtalk«, in den Saal des Nordstadtzentrums eingeladen.
Mona Wolf, Frauke Voigt und Julia Erb stellten beim ersten »Nordtalk« ihr Projekt »DraußenSitzen« vor.	(Foto: son)
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Mona Wolf, Frauke Voigt und Julia Erb stellten beim ersten »Nordtalk« ihr Projekt »DraußenSitzen« vor. (Foto: son)
Ziel der Veranstaltung, die von Quartiersmanagerin Yvonne Bleidorn und Praktikant Daniel Böhm moderiert wurde, war es, bedarfsgerecht und bürgernah Anstöße und Ideen der Anwohnerinnen und Anwohner aufzunehmen und ein Forum für alle zu schaffen. »Wir sind keine Einzelkämpfer«, meinte Böhm.

Der »Nordtalk« erfreute sich bei seiner Premiere guter Resonanz. Auf zwei Schwerpunkte setzen die Veranstalter ihren Fokus. Zum einen solle der intensive Gedankenaustausch der Bürgerinnen und Bürger in einer offenen Gesprächsrunde gesucht werden. Zum anderen wird bei jedem Treffen ein in der Nordstadt angesiedeltes Projekt präsentiert.

Bei der Premiere stellten die drei Kulturschaffenden Julia Erb, Mona Wolf und Frauke Voigt ihr Projekt »DraußenSitzen« vor. Die Frauen wollen an mehreren Orten in der Nordstadt bereits bestehende Sitzgelegenheiten »aufmöbeln« oder auch neue Plätze zum Verweilen erschließen. Es sollen in Zukunft solide, aber ungewöhnliche Bänke zum Reden, Treffen und Rasten geschaffen werden. An 16 Orten in der Nordstadt haben die Künstlerinnen bereits gemeinsam mit Anwohnern auf Stühlen »probegesessen«. Sechs bis sieben Orte sollen in den nächsten Jahren mit Sitzgelegenheiten bestückt werden. Zwei davon will man dieses Jahr noch in Angriff nehmen. Wo genau, das soll noch intensiver mit den Anwohnern besprochen werden, um auf Nutzungsgewohnheiten und Bedürfnisse einzugehen. »Es gibt einige Plätze wie in Richtung Neuer Friedhof oder im Bereich Asterweg/Schwarzlachweg/Schottstraße, die in engerer Wahl stehen«, sagte Frauke Voigt.

Bei der Gesprächsrunde kristallisierten sich mehrere Themenschwerpunkte heraus, die in Zukunft öfter auf der Tagesordnung stehen sollen. Besonders bitter stößt vielen Anwohnern der desolate Zustand des Quartiers zwischen Marburger Straße, Wiesecker Weg und Dürerstraße auf. Eine Anwohnerin beklagte eine »zunehmende Gettoisierung«. Die Verantwortung hier liege klar bei der Bauverein AG Darmstadt, die letztes Jahr mit einer geplanten satten Mieterhöhung für negative Schlagzeilen gesorgt hatte. Nicht nur die direkt Betroffenen forderten mehr Unterstützung auch von städtischer Seite. »Dort passiert einfach nichts, und niemand hilft«, meinte Anwohnerin Dorothea Herget. »Mehr als Mieterhöhungen hat der Bauverein ja nicht zustandegebracht«, ergänzte ein Mann zynisch. Weiterhin wurden der fehlende Radweg am Wiesecker Weg, der schlechte Zustand der Troppauer Straße und die mangelhafte Beschilderung vom Blumenviertel Richtung Troppauer Straße bemängelt. Außerdem gab es die Anregung, manche Projekte über Sponsoring zu finanzieren. »Das Potenzial ist sicher da, man muss die richtigen Leute ansprechen«, meinte Ronald Matuschek.

Schließlich stellten sich die Betreiber des neuen Lebensmittelgeschäfts in der Reichenberger Straße vor, in dem Edeka Enk beheimatet war. In rund zwei Wochen will die Familie Turhan ihr Geschäft dort eröffnen. Angeboten werden internationale und deutsche Waren, Obst, Gemüse und Fleisch. Auch bemühe man sich derzeit um eine deutsche Bäckerei, die mit einziehen solle.

Der »Nordtalk« soll etwa alle drei Monate stattfinden, bei dringendem Diskussionsbedarf auch öfter. Ort soll nicht immer das Nordstadtzentrum sein, sondern wenn möglich manchmal auch Räumlichkeiten in der Thomasgemeinde.

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Artikel vom 31.07.2010 - 16.00 Uhr
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