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Neun Züge der HLB sind ohne WC unterwegs

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Artikel vom 25.08.2014 - 06.29 Uhr

Neun Züge der HLB sind ohne WC unterwegs

Gießen (kw). Wer in eine S-Bahn steigt und eine längere Fahrt vor sich hat, sollte wissen: Meistens empfiehlt es sich, vorher noch einmal die Blase zu leeren. Im Regionalzug kommt es vor, dass das einzige WC »wegen Defekt geschlossen« ist, von Verschmutzungen gar nicht zu reden.

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Eine Toilette im Zug ist keine Selbstverständlichkeit, erfuhr eine Gießenerin auf der Fahrt nach Gelnhausen.
© DPA Deutsche Presseagentur
Gestaunt hat indes kürzlich eine Gießenerin, als sie an einem Samstag mit einer Damengruppe von Gießen nach Gelnhausen und zurück fuhr. Sowohl am Morgen als auch am Abend war ein Triebwagen eingesetzt, in dem sich überhaupt keine Toilette befindet. Neun solcher Fahrzeuge seien noch im Gebiet des Rhein-Main-Verkehrsverbunds unterwegs, sagte eine RMV-Sprecherin auf GAZ-Anfrage. Leider sei es nicht möglich, die Fahrgäste vor dem Einsteigen darüber zu informieren.

»Es ist unzumutbar, über eineinhalb Stunden im Zug zu sein und keine Toilette zur Verfügung zu haben«, findet der Ehemann der Gießenerin, der sich empört an den RMV gewandt hat. Einer Dame aus der Gruppe habe der Zugbegleiter allen Ernstes den Vorschlag gemacht, sie könne in Nidda die Toilette im Gegenzug benutzen. Sie hätte dazu insgesamt fünf Minuten Zeit gehabt.

Er verstehe nicht, dass gerade am Wochenende solche Wagen im Einsatz seien: Schließlich seien dann auf der Lahn-Kinzig-Bahn Regionalbahnen mit nur zwei Zugeinheiten unterwegs, an Werktagen seien sie meist dreimal so lang. »Es ist nicht erklärbar, weshalb ausgerechnet dann, wenn zum Beispiel vermehrt Reisegruppen unterwegs sind, Züge ohne Toilette zum Einsatz kommen.« Sie eigneten sich höchstens als Verstärkungswagen, angehängt an solche mit WC. »Das Mindeste wäre, dass im Fahrplan und in den Online-Auskünften angegeben wird, wenn Züge ohne Toilette eingesetzt werden, um sich gegebenenfalls eine Ausweichverbindung suchen zu können«, findet der Gießener.

Das sei nicht so einfach, erläutert die Sprecherin des Verkehrsverbunds. Die Hessische Landesbahn (HLB) setze die neun betroffenen Fahrzeuge auf allen Strecken ein, die sie betreibt. Welcher wann wo fährt, richte sich beispielsweise nach Werkstattzeiten. Durchsagen müssten ja den ganzen Tag an jedem Bahnhof wiederholt werden, das sei nicht machbar. In den letzten Jahren seien zwei Beschwerden beim RMV eingegangen, eine davon war die des Gießeners.

Die HLB als Eigentümerin der Wagen biete aber Fahrgästen an, sie vorher zu informieren. »Wer eine Fahrt plant und weiß, dass das fehlende WC ein Problem sein könnte, kann sich direkt an den Betriebsstandort Butzbach wenden (Tel. 0 60 33/96 15-0, E-Mail: butzbach@hlb-online.de). »Das ist nur eine Krücke, das ist uns bewusst«, so die Sprecherin.



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Artikel vom 25.08.2014 - 06.29 Uhr
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Leserkommentare
(25.08.2014 11:24)
thanksforthetripdad
Lieber kein Klo
Die Nachricht ist alles andere als neu, aber natürlich, wer nicht regelmäßig als Pendler unterwegs ist, kann es schlecht wissen. Die Züge entsprechen technisch S-Bahnen, und die haben seit jeher keine Klos an Bord, und das bei Strecken, die immer deutlich länger als 5 km sind. Aber selbst wenn, möchte man meistens lieber nicht auf eins müssen, dermaßen versaut sind sie meistens. Und das ist kein Alleinstellungsmerkmal der HLB. Mehrfache tägliche Reinigung, ich höre schon, wer soll das bezahlen? Wer, wenn nicht wir.
(25.08.2014 08:21)
Max Mustermann
So ein Quatsch
"Wer eine Fahrt plant und weiß, dass das fehlende WC ein Problem sein könnte, kann sich direkt an den Betriebsstandort Butzbach wenden"
Und wer kommt bitteschön vorher auf die Idee sowas zu fragen? Ich rufe da doch auch nicht an und frage, ob der Zug mit dem ich fahren möchte Strom hat, Ìber Sitze verfÌgt oder einen TriebfahrzeugfÌhrer hat.
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