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Neues Tauziehen um Stadtbusverkehr

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Artikel vom 15.09.2014 - 18.00 Uhr

Neues Tauziehen um Stadtbusverkehr

Gießen (mö). Der Kläger ist neu, aber ansonsten geht es wieder um die Frage: Welches Unternehmen betreibt künftig den Gießener Stadtbusverkehr?

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Welches Unternehmen transportiert künftig Gießens Busnutzer? Diese Frage steht einmal mehr im Raum. (Foto: Schepp)
Eine erste Antwort soll nun das Verwaltungsgericht geben, denn ein Konsortium, bestehend aus den heimischen Unternehmen Erletz, Schwalb und Weber (ESW), will sich in den Stadtbusverkehr einklagen und die Stadtwerke Gießen AG mit ihrer Nahverkehrstochter MitBus als Betreiberin ablösen.

Wie die GAZ am Freitag aus dem Rathaus erfuhr, hat ESW gegen eine Entscheidung des Gießener Regierungspräsidiums Klage eingereicht. Das RP hatte im März im Rahmen einer Neuvergabe der elf Gießener Linien ein Angebot von ESW als unzureichend abgelehnt. Um den Stadtbusverkehr hatten sich 2012 die Stadtwerke bzw. deren Tochter Mit.Bus sowie das neue Unternehmen ESW beworben. Beide Bewerber versicherten, den Stadtbusverkehr, dessen Konzession im Dezember ausläuft, »eigenwirtschaftlich« und mithin ohne Zuschuss aus Steuermitteln fahren zu können. Das RP indes lehnte beide Angebote als unrealistisch ab und teilte damit die Einschätzung der Stadt Gießen.

Die hatte im Juni 2013 das neuerliche Tauziehen um den Stadtbusverkehr durch eine Veröffentlichung in der hessischen Ausschreibungsdatenbank ins Rollen gebracht. Diese Mitteilung der Stadt enthielt die Absichtserklärung, den Stadtbusverkehr direkt an ein Unternehmen zu vergeben, das von ihr »beherrscht« wird und dass die Linien auch bezuschusst (»gemeinwirtschaftlich«) betreiben könnte. Dabei handelt es um die SWG/Mit.Bus. Daraufhin reichten die drei Unternehmen aus dem Kreisgebiet noch im Sommer sein Angebot ein, worauf die SWG und Mit.Bus im Oktober mit einer eigenen Bewerbung nachzogen.

Die Bemühungen von ESW stellen den zweiten Versuch dar, die Stadtwerke als Betreiberin des Stadtbusverkehrs abzulösen. Vor einigen Jahren scheiterte die Verkehrsgesellschaft Mittelhessen, ein Tocherunternehmen des Essener Konzerns Abellio. Auch damals wurden Gerichte bemüht, aber letztlich blieb es beim Zuschlag für die Stadtwerke. Bei denen hängen rund 120 Arbeitsplätze am Erhalt der Nahverkehrssparte.

Entgegen anderslautender Gerüchte blockiert die Klage die Forschreibung des Gießener Nahverkehrsplans nicjt. Der wird in den nächsten Tagen erneut in den Ortsbeiräten dikutiert und soll danach der Stadtverordnetenversammlung zur Beschlussfassung vorgelegt werden, sagte auf Anfrage der städtische Verkehrskoordinator Ralf Pausch.

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Leserkommentare
(16.09.2014 17:51)
gissenus anticus
Traurige Gegenwart
Der ÖPNV in Gießen IST qualitativ miserabel. Vermutlich wird es noch Jahrzehnte dauern, bis die Betreiber kapieren, dass Angebot auch Nachfrage schaffen kann. Wie wäre es z.B. mit Schnellbuslinien vom Bahnhof zu den Unistandorten während des Semesters? Oder mit Bussen, die schneller als Tempo 30 fahren, wenn die Straßen frei sind?
(16.09.2014 09:58)
marty_Gi
wie waere wichtiger als wer
Das ein Unternehmen den Betrieb ohne Bezuschussung aufrechterhalten kann, halte ich fuer utopisch - oder qualitativ so miserabel, dass es weder im Sinne der Bewohner noch der RMV-Anforderungen sein kann. (Von Arbeitsplaetzen nicht zu reden)
Wichtiger waere mir aber, dass sich mal ueber das "Wie wird in Giessen gefahren" Gedanken gemacht wird. Und ich bezweifele, dass der neue Nahverkehrsplan da was sinnvolles bringt.
Es wird dabei bleiben, dass die Stadtbuslinien am Bahnhof immer nahezu genau dann abfahren, wenn ein Zug gerade einfaehrt. Es wird bei der bloedsinnigen Regelung nach 19:00 Uhr und Wochenends bleiben, dass sich alles gleichzeitig am Berliner Platz trifft - der viel zu klein dafuer ist, und was mangels Taktung einem jede Alternativ-Moeglichkeit nimmt (viel Spass beim Warten!) bzw. unnoetige Hektik verursacht (Gefahrenpotentiale brauche ich nicht zu erwaehnen).
Und so gibt es einige Dinge, die seit Jahren (wenn nicht Jahrzehnten) bemaengelt werden von Seiten der Fahrgaeste, wo man aber auf Seiten der Planer ueberhaupt keine Lust hat, sich Gedanken zu machen - nur kleine Raedchen am bestehenden (schlechten) Konzept zu drehen ist doch so viel einfacher.
Hier herrscht die gleiche pracisfremde Planung wie bei so vielen anderen Dingen in Giessen....
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