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Neuer Plan: Großkino wird von FH mitgenutzt

Artikel vom 17.09.2009 - 23.00 Uhr

Neuer Plan: Großkino wird von FH mitgenutzt

Gießen (mö). Dieses Konzept könnte die Lösung gleich mehrerer Probleme sein: Gemeinsam wollen die Fachhochschule Gießen-Friedberg, das Lahnauer Bauunternehmen Weimer und der Darmstädter Kinobetreiber Theile/Kinopolis das Grundstück nutzen, auf dem bislang noch das Kreisgesundheitsamt und ein weiteres Gebäude stehen.
So sieht die Flächen- und Gebäudenutzung nach dem neuen Konzept aus (von links): Die alte Kreisverwaltung wird saniert und von d
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So sieht die Flächen- und Gebäudenutzung nach dem neuen Konzept aus (von links): Die alte Kreisverwaltung wird saniert und von der FH für die eigene Verwaltung genutzt. Der Zwischenbau wird abgerissen und neu errichtet. Im nächsten Gebäude soll der Bereich Technologietransfer unterkommen, das Gebäude daneben und das Gesundheitsamt werden abgerissen. Auf diesen Flächen und dem bisherigen städtischen Baufeld soll - nun oberirdisch - das Lichtspielhaus entstehen. (mö/Foto: Henß)
Auf dieser Fläche und dem daran angrenzenden städtischen Grundstück soll nach den Vorstellungen der drei Partner ein Großkino entstehen, dessen Säle von der FH als Hörsäle mitgenutzt werden könnten. Voraussetzung ist freilich, dass der Landkreis Gießen seine Flächen an der Ostanlage dem Land und damit der Fachhochschule überlässt. Am Monatsende wird feststehen, ob es außer dem Land, das vier Millionen Euro geboten hat, weitere potenzielle Investoren gibt, die mehr zahlen würden.

Nachdem die AZ in der vergangenen Woche berichtet hatte, dass die bisherige Planung für das Kino wohl nicht mehr weiterverfolgt wird, gingen die neuen Partner gestern an die Öffentlichkeit. Im Magistratssitzungszimmer des Neuen Rathauses präsentierten FH-Vizepräsident Prof. Axel Schumann-Luck, Weimer-Chef Martin Bender, Kinopolis-Geschäftsführer Paul Krüger und Friedhelm Dorndorf vom Hessischen Baumanagement die Neuplanung. Bau- und Planungsdezernent Thomas Rausch fungierte als »Moderator«, dem gleichwohl schon bald eine tragende Rolle zufallen könnte, denn die Stadt hat die Planungshoheit auch über die Kreisflächen und müsste ihre Bebauungsplanung für den Bereich Berliner Platz/Ostanlage entsprechend anpassen.

Alle Anwesenden gehen zum jetzigen Zeitpunkt davon aus, dass der Kreis ans Land verkauft. Der ominöse zweite Interessent, über den seit Monaten gemunkelt wird und der angeblich gut 5,3 Millionen Euro für die Gebäude und Grundstücke zahlen würde, sei ihnen nicht bekannt, hieß es in der Runde. Rausch, mit dem sich jeder Käufer eng abstimmen müsste, sagte dazu: »Bis jetzt waren bei mir nur die FH und Herr Bender.« Klar ist: Das Land hat ein Vorkaufsrecht erworben und kann sein Angebot aufstocken, falls jemand anderes mehr als die besagten vier Millionen Euro bieten sollte.

Aus Sicht der FH, der Kino-Investoren und der Stadt hat die gestern präsentierte Lösung nur Vorteile. Durch den Zugewinn an Fläche müsste das Kino nicht mehr teilweise in der Erde verschwinden; damit würde die Notwendigkeit einer kostenträchtigen Wasserhaltung entfallen. Denn die Altlast, die unter dem Eckgrundstück Ostanlage/Berliner Platz noch liegt, ist abgekapselt und muss nicht zwingend geborgen werden, da von ihr keine Gefahren für die Umwelt ausgehen. Zudem wäre Spielraum da, das Kino weiter von der Ostanlage abzurücken und die Verkehrsanlagen besser zu integrieren. Überdies würde mit dem Gesundheitsamt ein städtebaulicher Störfaktor wegfallen. Das von der FH mitgenutzte Kino würde mit den sanierten früheren Kreisliegenschaften, in denen die FH ihre komplette Verwaltung unterbringen will, durch eine Fußgängerbrücke über die Straße »Am alten Gaswerk« verbunden. Der Erwerb und Umbau der teilweise denkmalgeschützten Kreisverwaltung hat für die FH den Vorteil, dass ein Teil des Gebäudebestands an der Wiesenstraße saniert und dann der Lehre zur Verfügung gestellt werden könnte. Hintergrund sind Prognosen, nach denen mindestens bis 2016 die Zahl der Studierenden stark ansteigen wird. In diesem Zusammenhang teilte Schumann-Luck mit, dass der Erwerb des CVJM-Grundstücks in der Moltkestraße so gut wie unter Dach und Fach sei. Auch hier will sich die FH erweitern, die überdies für Oktober den ersten Spatenstich für das Medizintechnikzentrum an der Gutfleischstraße plant.

Über eine erste Folge der Umplanungen werden sich Gießens Autofahrer ab Oktober freuen dürfen. Rausch kündigte an, dass die Sperrungen im Bereich Ostanlage aufgehoben werden, bis neue Bauarbeiten beginnen. Aber auch dann werden sich die Behinderungen nach Einschätzung von Investor Bender in Grenzen halten, da deutlich mehr Platz zur Verfügung steht. Die Anwesenden bekundeten die feste Absicht, mit den Arbeiten zu beginnen, so bald alle rechtlichen Voraussetzungen erfüllt sind. Stadtrat Rausch zeigte sich angetan von dem Konzept und sprach von einer »charmanten Lösung«.

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Artikel vom 17.09.2009 - 23.00 Uhr
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