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Neue Kinopläne werden öffentlich präsentiert

Artikel vom 10.11.2009 - 22.50 Uhr

Neue Kinopläne werden öffentlich präsentiert

Gießen (kw). Die veränderte Planung für das Großkino am Berliner Platz soll am 1. Dezember den Stadtverordneten und zugleich der Öffentlichkeit vorgestellt werden.
Der neue Stadtverordnetensitzungssaal bietet nach wie vor eher eine Zuschauer- denn eine Zuhörertribüne. Auf der Galerie wurden zwar provisorisch zwei Lautsprecher aufgestellt, doch waren am Montagabend die Äußerungen der Kommunalpolitiker kaum zu verstehen. Die wenigen Besucher zogen daher erneut auf die hinteren Bänke unten im Saal um. Dort ist die Akustik zwar besser - doch längst nicht so gut wie draußen vor der Tür, stellte einer von ihnen im Verlauf der dreieinhalb Stunden fest. »Am besten hört man auf der Toilette!« Nicht umsonst heißen die parlamentarischen Veranstaltungen »Sitzung« ... (kw)

Die Präsentation an jenem Dienstag vor der Bauausschusssitzung solle zwar formal keine Bürgerversammlung sein, Interessierte könnten aber ihre Wünsche und Anregungen äußern. Das sicherte Bürgermeisterin Gerda Weigel-Greilich am Montagabend in der Sitzung des Haupt-, Finanz-, Wirtschafts- und Rechtsauschusses zu. Kritik gab es an der bisherigen Informationspolitik des zuständigen Stadtrats Thomas Rausch. Auch für seine mageren Auskünfte zu den Kosten der weiteren Umgestaltung der Fußgängerzone wurde er gerügt.

Am 17. September hatte Rausch im Stadtparlament auf Nachfragen erklärt, er könne zu den Plänen eines kombinierten Kino- und Fachhochschulgebäudes nichts Näheres sagen. Wenige Stunden zuvor hatte er an einer Pressekonferenz teilgenommen, bei der FH, Kinopolis und die Baufirma Weimer ihre Konzeption für das Gelände des Gesundheitsamts vorstellten. Die meisten Stadtverordneten erfuhren davon tags darauf aus der Zeitung. »Eine Frechheit« nannte Heiner Geißler (FW) dieses Verhalten. Bis heute liege den Stadtverordneten kein Plan vor. Am Montag gab Rausch nun einen »aktuellen Stand« des Vorhabens bekannt, sagte aber nichts Neues.

Der SPD-Fraktionsvorsitzende Gerhard Merz verlangte eine erneute Bürgerversammlung zum neuen Bebauungsplanentwurf. Sein CDU-Kollege Klaus Peter Möller erwiderte, es handle sich nicht um einen neuen Plan, sondern nur um eine Änderung, die der Bürgerinitiative ja auch noch entgegenkomme. Auf Merz’ Nachfragen einigte man sich darauf, in jedem Fall für den 1. Dezember auch die Öffentlichkeit einzuladen. Es stehe noch nicht fest, ob auch Vertreter der Planungspartner dann teilnehmen können, hieß es.

Welche Folgekosten entstehen in den nächsten Jahren voraussichtlich, wenn tatsächlich eine »Wasserachse« in der Löwengasse gebaut wird und in der Fußgängerzone neue Bäume gepflanzt werden? »Wir können sie nicht benennen«, beharrte Rausch auf Nachfragen zu den Projekten Fußgängerzone sowie Bahnhofstraße/Westanlage. Es gebe »kein Regelwerk« dazu. Bürgermeisterin Gerda Weigel-Greilich (Grüne) bekräftigte auf Nachfragen, der Aufwand für Baumpflege sei noch nicht zu beziffern, Erfahrungswerte würden erst noch gesammelt. Das mochten etliche Parlamentarier kaum glauben. Es gebe schließlich schon lange Straßenbäume in Gießen, bemerkte Merz, und in anderen Städten auch Wasserläufe in der Fußgängerzone. Sein Fraktionskollege Burkhard Schirmer sagte: »Das ist genau der Grund, warum unser Haushalt so aussieht.« Beim Rathausbau seien die Finanzen ähnlich »unübersichtlich« gewesen. Der Linke-Fraktionsvorsitzende Michael Janitzki sagte, angesichts der Finanzlage müsse die Stadt auf Teures verzichten, das nicht unbedingt erforderlich sei. Eine Berechnung der Folgekosten mahnt auch die Kämmerei in ihrer Stellungnahme an.



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Artikel vom 10.11.2009 - 22.50 Uhr
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