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»Nachttanzdemo« mit 1500 Teilnehmern

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Artikel vom 06.07.2014 - 23.17 Uhr

»Nachttanzdemo« mit 1500 Teilnehmern

Gießen (srs). Zu lauter Musik tanzend und – so das offizielle Ziel – für eine aktive Friedenspolitik eintretend sind am Samstagabend junge Menschen durch die Innenstadt gezogen. Die Polizei zählte 1500 Teilnehmer.

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1500 junge Teilnehmer spazierten und tanzten am Samstag bis Mitternacht zu wummernden Bässen durch die Innenstadt. »Desertiert, damit der Krieg verliert«, lautete eine Forderung auf einem Fahrzeug-Banner. (Foto: srs)
© Stefan Schaal
»In den Spitzenzeiten waren es sicher etwas mehr«, hält Alexander Vasil fest, der die Veranstaltung angemeldet hatte.

»Peace« rief Vasil vor dem Rathaus mehrmals ins Mikrofon – die Menge stimmte im Chor ein. Und mit diesem Appell war die Abschlusskundgebung der »Nachttanzdemo« nach wenigen Sekunden auch bereits beendet.

Die Demonstration wende sich vor allem gegen »Kriegshetze«, erklärte Vasil. »Bei außenpolitischen Problemen wie zum Beispiel in Syrien, Irak und Libyen proklamieren Politiker und Medien immer wieder militärisches Eingreifen als erste Lösung.« Dies sei »verantwortungslos und widerspricht dem Grundgesetz«.

Vier Stunden lang zogen die Demonstrierenden zu krachenden Klängen und wummernden Bässen ausgelassen feiernd vom Brandplatz aus über die Senckenbergstraße zum Selterstor, anschließend zum Universitätsplatz und über den Anlagenring bis zum Rathaus. Redebeiträge wie beispielsweise eines Sprechers der Sozialistischen Deutschen Arbeiterjugend verurteilten unter anderem »sogenannte humanitäre Einsätze« der Bundeswehr und animierten die Teilnehmer zu Sprechchören: »Krieg dem Krieg überall. Bringt die Nato jetzt zu Fall.« Ansprachen hielten außerdem der DGB-Kreisvorsitzende Klaus Zecher für das Gießener Bündnis »Umfairteilen« und Vertreter des »Verbands der Studierenden aus Kurdistan«.

Die Redebeiträge waren aufgrund mangelhafter Akustik allerdings schwer zu verstehen. »Langweilig«, riefen Jugendliche während der Kundgebungen. »Wir wollen Musik hören.« Am Ende waren insbesondere auf dem Universitätsplatz mehrere Alkoholisierte zu beobachten.

Wie alle seit 2008 jährlich organisierten »Nachttanzdemos« verlief die Veranstaltung friedlich und ohne Zwischenfälle. Dies bestätigte die Polizei auf Nachfrage. Beschwerden über Lärm von Anwohnern habe es aktuell nicht gegeben. Anlass für die erste »Nachttanzdemo« war die Einführung von Studiengebühren in Hessen. Inzwischen haben die Organisatoren einen eigenen Verein ins Leben gerufen. Weitere Informationen unter: www.nachttanzdemo-giessen.de.

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Artikel vom 06.07.2014 - 23.17 Uhr
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Leserkommentare
(08.07.2014 21:36)
_Lisa_
Wer lesen kann
ist klar im Vorteil!
Was eine Motten>K<iste ist dürfte jedem bewusst sein!
.
Das erklärt natürlich einiges, Bild Zeitungseffekt!
Ich kenne nur die die Überschrift zum Thema. ;o)
(08.07.2014 09:50)
Gracchus
Mottenkiste ?
"umgangssprachlich, abwertend; Mit Mottenkiste wird in der Theatersprache scherzhaft der Garderobenfundus bezeichnet, weil die Kostüme stark mit Mottenpulver durchsetzt sind, um sie vor der Zerstörung durch Mottenfraß zu bewahren".
(07.07.2014 22:10)
_Lisa_
Mottenliste ???
Hat irgendjemand eine Ahnung was eine
Mottenliste ist ?
(07.07.2014 10:09)
Gracchus
" Sozialistische ....
.... Deutsche Arbeiterjugend". Diesen Begriff hätte ich längst in der Mottenliste der Geschichte vermutet. Das Ende eines untauglichen Sozialismus/Kommunismus gerade in den aufgelösten Konglomeraten wie Sowjetunion, Jugoslawien oder der DDR sollte sich doch auch bei dem letzten Hängehirn schon herumgesprochen haben. Die guten Vorsätze, nämlich für eine friedliche Welt zu demonstrieren, werden so ad absurdum geführt.
(07.07.2014 06:35)
Max Mustermann
Loveparade 2.0
Wie seinerzeit bei den ursprünglichen Loveparades wird ein Grund vorgeschoben um feiern zu können und um Abfallbeseitigung und Genehmigungen herum zu kommen. Mal sehen, wann die Stadt das merkt. Ein Thema von den neu-rechten "Montagsdemos" übernommen und fertig ist eine Demo. Dass ich nicht lache.
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