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Nach dem Großbrand: Pächter verspricht Rückkehr des »Aura«

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Artikel vom 09.01.2017 - 05.00 Uhr

Nach dem Großbrand: Pächter verspricht Rückkehr des »Aura«

Gießen (sha). Das Restaurant »Aura« an der Lahn ist am Samstag völlig ausgebrannt. Drei Mitarbeiter wurden verletzt. Sachschaden: rund 750 000 Euro. Bis in die Nacht war die Feuerwehr damit beschäftigt, den Brand zu löschen. Wie geht es weiter?

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Am Sonntag patrouillieren Polizisten an der Brandruine, damit Neugierige das einsturzgefährdete Gebäude nicht betreten. (Foto: sha)
Ich bin schon eine Stunde hier, und das brennt immer noch.« Die Passanten, die am Samstagnachmittag auf die Sachsenhäuser Brücke strömten, starrten gebannt auf die Flammen, die in dem Flachdachgebäude in der Uferstraße wüteten. Tatsächlich waren rund 75 Feuerwehrleute noch bis in die Nacht damit beschäftigt, den Brand zu löschen. Noch am Sonntag mussten Glutnester gelöscht werden. Immerhin: Nach mehrfachen Kontrollen – auch mittels Wärmebildkamera – kam gegen 17 Uhr die erlösende Nachricht: Das Feuer ist aus. Eine Brandwache wie in der Nacht zuvor sei nicht mehr nötig, teilte ein Feuerwehrsprecher am Sonntagabend gegenüber dieser Zeitung mit.

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Gegen 16 Uhr hatten Mitarbeiter des Restaurants das Feuer bemerkt und die Einsatzkräfte verständigt. Glück im Unglück: Zu diesem Zeitpunkt war das Restaurant noch geschlossen, so dass sich keine Gäste in dem Gebäude befanden. Auch zwei Personen, die sich in Räumen des ebenfalls in dem Haus ansässigen Tanzvereins Rot-Weiß-Club (RWC) Gießen aufhielten, konnten das Gebäude rechtzeitig verlassen. Von den Gaststättenmitarbeitern wurden eine 57-jährige Frau sowie zwei 19 und 20 Jahre alte Männer mit leichten Rauchgasvergiftungen ins Krankenhaus gebracht. Die Höhe des Sachschadens schätzt die Polizei auf rund 750 000 Euro. Der Brandherd liegt ersten Einschätzungen zufolge in den Räumen der Gaststätte. Warum das Feuer ausbrach, ist jedoch noch unklar. Die Kriminalpolizei ermittelt.

Warum gestalteten sich die Löscharbeiten so schwierig? Ein Feuerwehrsprecher erläuterte, dass der Brand zwar gegen 19.45 Uhr unter Kontrolle war, sich das Feuer aber in den Bereich zwischen abgehängter Zwischendecke und Dach zurückgezogen habe – ein generelles Problem bei Flachdachgebäuden. Da das Dach infolge des Brandes einzustürzen drohte, konnten die Feuerwehrleute die Flammen nur von außen via Drehleiter bekämpfen. Außerdem sei ein über dem Flachdach errichtetes flaches Giebeldach aus Metall teilweise zusammengebrochen, sodass die Metallplatten dem Wasser zusätzlich den Weg in das Dachinnere versperrt hätten.

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Neben der Gaststätte wurden auch die Räume des Tanzvereins weitgehend zerstört. Weitere Räume im Untergeschoss – von der DLRG genutzt – waren zwar nicht vom Feuer betroffen, sind aber durch Löschwasser und Rauch so stark beschädigt, dass sie nicht mehr genutzt werden können, wie Alexander Sack, Vorsitzender der DLRG Gießen, sagte. Die DLRG ist Eigentümer des Gebäudes.

Besonders bitter: Erst 2013 war das Dach des Hauses renoviert worden, im vergangenen Jahr die Fenster. Ob sich das Gebäude renovieren lässt oder abgerissen und neu gebaut werden muss, werde ein Gutachten entscheiden. Positiv sei aber die Hilfsbereitschaft anderer Vereine, die eigene Räume für DLRG und RWC anböten, betonte Sack. Trotzdem bitte die DLRG um Spenden, denn wegen des Feuers fehlten dem gemeinnützigen Verein nun die Mieteinnahmen, die unter anderem zur Tilgung des für die Renovierung aufgenommenen Kredits nötig seien. Unter IBAN: DE98 5135 0025 0224 0007 56 gibt es bei der Sparkasse Gießen ein Spendenkonto.

»Wir kommen zurück«

Hat das »Aura« nach dem Flammeninferno am Lahnufer noch eine Zukunft? Drei Fragen an Pächter Dimitrios Skartsanis.

Herr Skartsanis, wann haben Sie erfahren, dass Ihr Restaurant brennt?
Dimitrios Skartsanis: Um 16 Uhr. Da rief ein Mitarbeiter in Panik an und sagte, dass es brennen würde. Ich bin zur selben Zeit eingetroffen, wie die Feuerwehr. Es war wie ein Albtraum.

Wie geht es den verletzten Mitarbeitern?
Skartsanis: Alle drei hatten zum Glück nur eine leichte Rauchvergiftung und haben das Krankenhaus verlassen. Sie sind wieder zuhause bei ihren Familien. Das ist das Wichtigste.

Wird das »Aura« wieder öffnen?
Skartsanis: Auf jeden Fall! Ich habe noch keine Ahnung, was die Versicherungen sagen werden, aber wir kommen zurück, auch wenn es länger dauert. Und wir bedanken uns wir den Trost und den Zuspruch, den wir – auch über Facebook – bekommen haben. Das gibt uns Kraft.

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Artikel vom 09.01.2017 - 05.00 Uhr
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