Nach Umbau zahlreiche Besucher im neu eröffneten »Dach-Café«
Gießen (fd). Wie könnte man auch nicht begeistert sein von diesem Blick? Auf gefühlter Augenhöhe mit der Burg Gleiberg und dennoch im Herzen der Stadt genossen am Sonntag die ersten Besucher die Aussicht vom neu eröffneten »Dach-Café«.
Kaffee und Torte Marsch: Im neu eröffneten »Dach-Café« machten sich am Wochenende viele Besucher ein Bild von der Einrichtung nach dem Umbau. (Fotos: fd)
Rund zwei Jahre hatten sie nach der Insolvenz des vorherigen Pächters und der Schließung warten müssen, viel war währenddessen spekuliert worden über die Umbaumaßnahmen durch den neuen Geschäftsführer Ali Rashidi. Nun ist der Tenor der ersten Reaktionen einhellig: Das Warten hat sich gelohnt! Die heikle Verknüpfung einer modernen »Skybar« mit den traditionellen Wurzeln des alteingesessenen »Dach-Café« ist bravurös gelungen.
»Wir wollten eigentlich nur mal gucken«, erklärten am Sonntagnachmittag viele Besucher am Aufzug des umgestalteten Hochhauses am Ludwigsplatz, der sie ins 13. Stockwerk des Gebäudes bringen sollte. Und die Erwartungen waren allseits gewaltig: Wegen der langen Umbauarbeit, aber auch weil mit Ali Rashidi ein Pächter im »Dach-Café« Einzug halten sollte, der in den letzten Jahren als Geschäftsführer des »News Café« in der Plockstraße und des »Melchiors« in der Ludwigstraße bereits Maßstäbe im Gießener Gastronomiebetrieb hatte setzen können. Und lange erwartet wurde schließlich auch der Blick von der »Skybar«, der offenen 200 Quadratmeter großen Dachterrasse. Im neugeschaffenen 14. Stockwerk - noch über dem eigentlichen Café - soll sie eine der höchsten und größten in ganz Europa sein.
»Es ist ein umwerfender Blick. Das ist ein ganz neues Niveau für die Region«, staunte eine junge Frau, die mit ihrem Mann zure Neueröffnung des »Dach-Café« extra aus Marburg angereist war. Wer sich ein bisschen streckt, kann von hier oben wirklich jeden Winkel der Stadt sehen«, freute sie sich und verwies mit ausgestrecktem Arm auf den Rundumblick von der Dachterrasse im 14. Stockwerk.
Und auch eine Etage tiefer, im eigentlichen »Dach-Café« waren die Besucher vom Niveau begeistert. Der einhellige Tenor: Die Einrichtung sei geschmackvoll und wirke edel, die Liebe zum Detail sei in jeder Ecke erkennbar. »Das ist durchgestylt bis zu den Figuren auf den Toilettentüren«, formulierte ein junger Mann aus Gießen. Aufgeteilt in Lounge-, Restaurant- und Cafébereich dominieren aber letztlich weder dunkles Holz noch warme Farben oder teure Stoffe: »Das ist alles toll, aber die riesigen Fensterfronten: Die sind nicht zu überbieten«, so der junge Mann, der in Zukunft häufiger auf einen Cocktail im »Dach-Café« vorbeikommen möchte.
Und die Gastronomie? Auch wenn die moderne Einrichtung etwas anderes vermuten lässt, hat Rashidi am alten Konzept wenig verändert: Dieter Koch war bereits die vergangenen 39 Jahre als Konditormeister im »Dach-Café« tätig und wird auch in Zukunft ganztägig die alten Spezialitäten wie Schwarzwälder- oder Rüblitorte herstellen. »Da bin ich beruhigt. Die Milchreistorte schmeckt auch noch wie vor zwei Jahren«, lächelte eine ältere Dame mit einem Augenzwinkern. Neu in der Küchenmannschaft ist Daniel Cornelius, der als Koch für eine »schnelle Küche« sorgen soll, erklärte Rashidi und betonte: »Ob im Café- oder im Restaurantbereich: Bei uns wird alles frisch zubereitet.«
Montags bis freitags von 9 bis 1 Uhr sowie sonn- und feiertags von 10 bis 1 Uhr ist das »Dach-Café« geöffnet. Die »Skybar« schließt am Wochenende erst um 4 Uhr.