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NPD nutzt Gießener Verbindungshaus weiter

Artikel vom 22.10.2011 - 10.00 Uhr

NPD nutzt Gießener Verbindungshaus weiter

Gießen (mö). Fünf Jahre, nachdem die engen Verbindungen zwischen der Gießener Burschenschaft Dresdensia Rugia (DR) und der NPD bekannt wurden, steht fest, dass die rechtsextreme Partei das Verbindungshaus im Großen Steinweg weiter nutzt.

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Polizei hatte das Verbindungshaus im Großen Steinweg abgeriegelt. Im Hintergrund die Gegenkundgebung. (Fotos: mö)
Am frühen Freitagabend betraten mehrere Personen das Gebäude, darunter die beiden sächsischen NPD-Landtagsabgeordneten Jürgen W. Gansel und Arne Schimmer. Beide sind Absloventen der Justus-Liebig-Universität und »Alte Herren« der DR.

Es war gegen 18.20 Uhr, als die kleine Gruppe aus Richtung Roonstraße den Großen Steinweg heraufkam und in dem Haus verschwand. Die Männer hatten Reisegepäck und Ausgehanzüge auf Bügeln dabei. Nach Informationen aus der Marburger Linksszene wollen sie heute an einem Treffen rechter Studentenverbindungen in Gießens Nachbarstadt, einer sogenannten Sternkneipe, teilnehmen. Einem bei Facebook von der Marburger Burschenschaft Rheinfranken veröffentlichten Veranstaltungskalender ist zu entnehmen, dass dazu Gäste von drei Marburger Verbindungen sowie aus Gießen und Mainz erwartet werden.

Zum Zeitpunkt der Ankunft der Gruppe um Gansel und Schimmer war das Anwesen im Großen Steinweg von der Polizei bereits hermetisch abgeriegelt worden. Hinter der Polizeisperre, in Richtung Moltkestraße, standen etwa 100 Teilnehmer einer Kundgebung gegen das Fortbestehen der »NPD-Kaderschmiede« Dresdensia Rugia in Gießen. Von der Ankunft der Landtagsabgeordneten bekamen die Gegendemonstranten, die keine Sicht auf den Eingang hatten, nichts mit. Sie verharrten dort noch bis nach 20 Uhr, ehe sich die bis 21 Uhr genehmigte Kundgebung langsam auflöste. Die Polizei zeigte noch bis in die Nacht hinein Präsenz vor dem Verbindungshaus.

Zu der Kundgebung hatte das Gießener »Bündnis gegen Rechts« aufgerufen. Seinem Aufruf waren vorwiegend junge Leute aus der heimischen Antifaszene, aber auch einige Ältere gefolgt, darunter der Stadtverordnete Michael Janitzki und der Kreistagsabgeordnete Reinhard Hamel (beide Linkes Bündnis).

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Der NPD-Landtagsabgeordnete Jürgen W. Gansel (»Bomben- holocaust«) betritt das Verbindungshaus der Dresdensia Rugia.
Die beiden NPD-Landtagsabgeordneten Gansel und Schimmer, der eine Historiker, der andere Diplom-Ökonom, zählen zur intellektuellen Speerspitze des organisierten Rechtsextremismus in Deutschland. Vor allem Gansel genießt seit seiner Rede im sächsischen Landtag, als er 2005 die Zerstörung Dresdens im Zweiten Weltkrieg unter dem Stichwort »Bombenholocaust« mit der Judenvernichtung gleichsetzte, den Ruf eines Chefideologen.

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