Ein besonderes Lob hat sich der musikalische Star des Abends verdient: der Chor der Stadttheaters. Mit Sorgfalt hat Dirigent Jan Hoffmann, der für die musikalische Leitung des Musicals verantwortlich zeichnet, in den vergangenen Jahren ein Ensemble geformt, das über Format und Stimmgewalt verfügt. Die Partitur gewann immer dann an Ausdruck, wenn der Chor das Sagen hatte.
Eine Randnotiz bleibt es, dass der gesungene Eröffnungstitel das rhythmisch wie melodisch schönste Stück des 1991 am Broadway uraufgeführten Musicals darstellt, hinter dem, von den Liebesliedern abgesehen, der Rest zurückbleibt - dadurch kommt es zu einem eigentümlichen kompositorischen Gefälle. Nach der Pause tut sich musikalisch ohnehin nicht mehr viel, werden mitunter munter die Themen aus dem ersten Teil wiederholt.
Dass das Blech des Philharmonischen Orchesters gleich zu Beginn zwei Patzer fabrizierte, war der Anfangsnervosität geschuldet. Ansonsten blieb das 29-köpfige, um Schlagwerk, eine lauthalse Blockflöte sowie zwei Keyboards (für Sitar- und Gitarrenklänge) erweiterte Ensemble unter Hoffmanns Dirigat ohne Fehl und Tadel. Die indisch anmutenden Passagen gelangen mit Leichtigkeit und Spielfreude.
Was das Geheimnis des titelgebenden Gartens ist, wollen Sie jetzt endlich wissen, jenes Geheimnis, das am Ende aus kranken Menschen gesunde macht, aus griesgrämigen wohlgelaunte und aus einsamen Personen Familienmitglieder? Den Zauber jenes Geheimnisses erfahren Sie, wenn Sie im November (15. und 27.) oder im Dezember eine Vorstellung des »Geheimen Gartens« im Stadttheater besuchen.