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Moot Court: Sieger darf zum Bundesgerichtshof

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Artikel vom 28.03.2013 - 15.38 Uhr

Moot Court: Sieger darf zum Bundesgerichtshof

Gießen (mkn). Gleich vier unterschiedliche Urteile verkündeten die Richter am Montag im großen Zivilrechtssaal des Gießener Landgerichts zu einem einzigen Fall.

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Fast wie im richtigen Gerichtsleben: Vorne das Klägerteam mit Alexander Brade (r.) und Jan Vogel, links die zweitplatzierten Beklagten aus Kiel (Gunnar Schilling und Moritz Zimmermann). (Foto: pv)
Anträge wurden gestellt, Mandanten vertreten, Anwälte warteten auf den Aufruf ihrer Verhandlung – aber etwas unterschied den Tag vom Alltag bei Gericht: Als Rechtsanwälte traten nämlich Studenten auf. Anlass dieses besonderen Gerichtstages war die Regionalrunde Nord des ELSA-Deutschland Moot Courts (EDMC).

Die Jurastudentenvereinigung ELSA (European Law Students» Association) führt solche praxisorientierten Veranstaltungen – hier eine fiktive Gerichtsverhandlung – zur Weiterbildung ihrer Kommilitonen durch. Mit angehaltenem Atem warten die Studierende auf das Urteil. »Die Klage wird abgewiesen – allerdings hat das Klägerteam aus Leipzig insgesamt gewonnen«, verkündete der Vorsitzende Prof. Jens Adolphsen, Dekan des Fachbereichs Rechtswissenschaft der Justus-Liebig-Universität.

Beim Regionalentscheid wurde eines der zwei Finalisten-Teams ganz Deutschlands ermittelt. Studenten aus Bielefeld, Göttingen, Hannover, Kiel, Leipzig und Osnabrück reisten nach Gießen, um am Landgericht zu überzeugen und sich einen Platz im Finale vor dem Bundesgerichtshof zu sichern. – eine Chance, die nur sehr wenige Juristen im tatsächlichen Leben erhalten.

In drei Vorrunden wurden die zwei Finalisten bestimmt. Das überraschende Ergebnis: Team Kiel sollte erneut gegen das Leipziger Team verhandeln – bereits in der Vorrunde traten sie in dieser Konstellation vor Gericht. »Diese beiden Teams konnten aufgrund ihrer Schriftsätze deutlich überzeugen«, erläuterte Rechtsanwalt Horst Nachtigall die Entscheidung, die er gemeinsam mit Joachim Schaffer und Alexander Schmitt-Kästner getroffen hatte.

Im Finale mussten nun die Rollen getauscht werden: Die Leipziger wurden vom Beklagten- zum Klägervertreter. Der Streitgegenstand blieb derselbe: Verhandelt wurde über einen Geländewagen, den ein Bauunternehmer im Rahmen eines Leasingvertrages für seinen Angestellten, Herrn Angst, erwarb. Dieser hatte in einem früheren Zusammenhang einen Bürgschaftsvertrag für den Bauunternehmer unterschrieben, in dem er auch für künftige Forderungen bürgte. Der Bauunternehmer wurde insolvent, die Bank wollte von Herrn Angst als Bürgen die Zahlung der Leasingraten haben.



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Artikel vom 28.03.2013 - 15.38 Uhr
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