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Mittagessen-Fonds für Kitas und Schulen haben sich bewährt

Artikel vom 02.12.2009 - 20.30 Uhr

Mittagessen-Fonds für Kitas und Schulen haben sich bewährt

Gießen (kw). Viele Schüler sitzen in der Mensa, manche bringen ein Brot mit, andere bekommen überhaupt kein Mittagessen. Und einige Kinder besuchen die Kita vor allem deshalb nicht ganztags, weil die Eltern die Essenkosten scheuen.
Diesen Missständen wird seit zwei Jahren an mehreren Stellen entgegengesteuert: Mit einer neuen Gebührenstaffelung an den Gießener Kindergärten sowie zwei unterschiedlichen Fonds, die Mittagessenkosten an Schulen und Kitas übernehmen. Beide hätten sich bewährt und würden vorerst so weitergeführt, erfuhr die AZ auf Anfrage.

Rund 100 Kinder und Jugendliche erhielten im vergangenen Schuljahr finanzielle Unterstützung für das Mittagessen an Gießener Schulen. Diese Zahl erhob die Stadt im Frühjahr nach einem Berichtsantrag der SPD-Fraktion. Demnach hatten vor allem die Gesamtschule Gießen-Ost (27 Kinder), die Alexander-von-Humboldt-Schule (16) und die Liebigschule (15) die Möglichkeit genutzt, Geld aus der Härtefonds-Initiative des Landes zu erhalten - ohne großen bürokratischen Aufwand und ohne dass jemand die Namen der Betroffenen erfährt. Die Schulen melden der Karl-Kübel-Stiftung nur die Zahl der Schüler weiter, deren Familien ihrer Meinung nach Unterstützung brauchen. Sie erhalten dann zwei Euro pro Kind und Mahlzeit.

Allein im ersten Jahr ist die Zahl der Schulen, die Mittel beantragt haben, hessenweit von 154 auf mehr als 550 Schulen gestiegen. Die Zahl der bezuschussten Mittagessen wuchs von zirka 110 000 in den ersten drei Monaten des Fonds auf nahezu eine Million. Knapp 2,1 Millionen Euro wurden in den ersten zwölf Monaten von der Karl-Kübel-Stiftung an Schulen weitergegeben. Diese Zahl dürfte nach den Sommerferien weiter gestiegen sein, wohl auch in Gießen. Denn inzwischen müssen die Schulen nicht mehr mindestens dreimal pro Woche ein warmes Mittagessen anbieten, auch eines genügt. Aktuelle Zahlen aus der Stadt gebe es derzeit nicht, erklärte Schuldezernent Harald Scherer auf AZ-Anfrage.

Der Härtefonds, ausgestattet mit fünf Millionen Euro, wurde im April 2008 von der Landesregierung als übergangsweise Nothilfe eingerichtet. Eigentlich sei die Bundesregierung am Zuge: Sie müsse die Hartz-IV-Kinderregelsätze aufstocken, hieß es damals. Inzwischen ist die dauerhafte Sicherung der Mittagessenversorgung bedürftiger Kinder in Schulen eines der erklärten Ziele der Koalitionsvereinbarung von CDU und FDP in Wiesbaden.

Tatsächlich nur vorübergehend hilft in der Regel der Mittagessenfonds für Kindergartenkinder, den vor zwei Jahren das lokale Bündnis für Familie gemeinsam mit der Gießener Tafel ins Leben gerufen hat, unterstützt von der Stadt. Der Spendentopf »Gießener Kindern den Tisch decken« habe im zweiten Jahr die Essenkosten für 14 Jungen und Mädchen übernommen, erläuterte auf Anfrage Ute Kroll-Naujoks, stellvertretende Leiterin des Diakonischen Werks, das die Organisation in der Hand hat. Die Zahl sei leicht gesunken, nachdem die neue Gebührenstaffel der Stadt für Essenkosten greift. Familien mit wenig Geld zahlen nun nur noch 20 Euro pro Kind und Monat - gerade so viel, dass es keine Abzüge beim Arbeitslosengeld II gibt.

Dennoch sei der Fonds weiterhin nötig, so Kroll-Naujoks. Zum einen haben die Tagesstätten in evangelischer Trägerschaft die neue Staffel erst später eingeführt. Zum anderen entstünden in Familien mitunter Notsituationen, in denen »jeder Euro zählt«: Etwa wenn Schulden sich angehäuft haben, eine Stromsperre droht oder auch wenn die Mutter mit der Erziehung der Kinder überfordert ist und eine Ganztagsbetreuung für diese notwendig wird. »Im Wesentlichen konnten wir allen helfen, die Unterstützung beantragt haben«, erläutert Kroll-Naujoks, in einigen Fällen bis zu einem halben Jahr lang.

Das Bündnis für Familie freut sich stets über Spenden auf das Konto des Diakonischen Werks (Nummer 200 513 508 bei der Sparkasse Gießen, BLZ 513 500 25; Verwendungszweck »Mittagessenfonds«).

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Artikel vom 02.12.2009 - 20.30 Uhr
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